Wie wird ein Wasserlöscher gewartet?

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Dieser Text erklärt dir detailliert, wie du einen Wasserlöscher ordnungsgemäß wartest, um seine Funktionsfähigkeit und Sicherheit im Brandfall zu gewährleisten. Die korrekte Instandhaltung von Wasserlöschern ist essenziell für Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und auch für Privatpersonen, die auf Nummer sicher gehen wollen.

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Grundlagen der Wasserlöscherwartung

Wasserlöscher sind einfache, aber effektive Löschmittel, die primär zur Bekämpfung von Bränden der Brandklasse A eingesetzt werden. Ihre Wartung unterscheidet sich grundlegend von der von Pulver- oder Schaumlöschern, da hierbei vor allem die Dichtigkeit, der Wasserdruck und die Unversehrtheit des Behälters im Fokus stehen. Eine regelmäßige und fachgerechte Wartung ist nicht nur gesetzlich vorgeschrieben, sondern sichert auch deine Investition und im Ernstfall Menschenleben.

Gesetzliche Vorschriften und Normen

In Deutschland regeln verschiedene Normen und Vorschriften die Instandhaltung von Feuerlöschern. Die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) und die Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR A2.2) sind hierbei von zentraler Bedeutung. Diese schreiben regelmäßige Prüfungen und Wartungen durch Sachkundige vor. Für Wasserlöscher bedeutet dies insbesondere, dass sie nach bestimmten Intervallen einer Inspektion unterzogen werden müssen, um ihre Einsatzbereitschaft sicherzustellen.

Wann muss ein Wasserlöscher gewartet werden?

Die Wartungsintervalle für Wasserlöscher sind in der Regel wie folgt festgelegt:

  • Jährliche Wartung: Diese muss spätestens alle 12 Monate erfolgen. Hierbei wird der Löscher einer gründlichen Sicht- und Funktionsprüfung unterzogen.
  • Fünfjahresprüfung: Alle fünf Jahre ist eine erweiterte Prüfung erforderlich, die tiefergehende Untersuchungen des Löschbehälters und seiner Komponenten beinhaltet.
  • Außerordentliche Prüfung: Eine solche Prüfung ist notwendig, wenn der Löscher beschädigt wurde, unsachgemäß behandelt wurde oder Anzeichen von Mängeln aufweist.

Schritte der Wasserlöscherwartung

Die Wartung eines Wasserlöschers umfasst mehrere kritische Schritte, die von qualifiziertem Personal durchgeführt werden sollten. Auch wenn du als Anwender einfache Sichtprüfungen durchführen kannst, ersetzt dies nicht die professionelle Wartung.

1. Sichtprüfung durch den Anwender (regelmäßig)

Bevor ein Fachmann zur Wartung kommt, kannst und solltest du selbst regelmäßig eine Sichtprüfung durchführen. Achte dabei auf folgende Punkte:

  • Manometer (falls vorhanden): Überprüfe, ob der Zeiger im grünen Bereich steht. Ein zu niedriger oder zu hoher Druck kann die Funktion beeinträchtigen.
  • Druckknopf oder Griff: Stelle sicher, dass diese nicht beschädigt oder verbogen sind.
  • Schlauch und Düse: Überprüfe auf Risse, Porosität oder Verstopfungen. Der Schlauch sollte flexibel und die Düse frei sein.
  • Sicherungsstift: Prüfe, ob der Stift vorhanden und unbeschädigt ist.
  • Behälter: Suche nach offensichtlichen Beschädigungen wie Dellen, Korrosion oder Undichtigkeiten.
  • Beschriftung: Stelle sicher, dass das Typenschild lesbar und alle notwendigen Informationen vorhanden sind.

2. Professionelle Wartung durch Sachkundige

Die eigentliche Wartung, die jährlich und alle fünf Jahre vorgeschrieben ist, wird von einem zertifizierten Fachbetrieb durchgeführt. Die typischen Schritte beinhalten:

  • Entleerung des Löschbehälters: Der Löscher wird vollständig entleert. Bei älteren Modellen kann dies auch bedeuten, dass das Löschmittel gewechselt werden muss.
  • Kontrolle des Behälters: Der Innenraum des Behälters wird auf Korrosion, Ablagerungen oder Beschädigungen untersucht. Dies kann eine Inspektion mittels Endoskop umfassen.
  • Prüfung der Armaturen: Ventil, Dichtungen und alle weiteren Armaturen werden auf Verschleiß und Funktionstüchtigkeit überprüft und gegebenenfalls ausgetauscht.
  • Überprüfung des Wasserdrucks: Bei Geräten mit konstantem Druck wird der Druck sorgfältig geprüft und auf den vorgeschriebenen Wert eingestellt. Bei Aufladelöschern wird der Treibgasspeicher (oft CO2) auf korrekten Fülldruck geprüft.
  • Reinigung und Schmierung: Bewegliche Teile werden gereinigt und gegebenenfalls geschmiert.
  • Befüllung und Aufladung: Nach erfolgreicher Prüfung wird der Löscher mit frischem Wasser und gegebenenfalls mit dem erforderlichen Treibmittel befüllt und unter den korrekten Druck gesetzt.
  • Druckprüfung: Anschließend wird die Dichtigkeit des Systems unter Betriebs- oder Prüfdruck geprüft.
  • Kennzeichnung: Nach erfolgreicher Wartung wird ein Wartungsetikett am Löscher angebracht, das das Datum der Wartung und den Namen des durchführenden Unternehmens angibt.

Besonderheiten bei verschiedenen Wasserlöscherarten

Obwohl die Grundprinzipien der Wartung gleich sind, gibt es bei verschiedenen Typen von Wasserlöschern feine Unterschiede, die bei der Wartung berücksichtigt werden müssen.

Aufladelöscher

Bei diesen Löschern ist ein separater Behälter für das Treibgas (meist CO2) vorhanden, das beim Auslösen den Wasserdruck im Löschmittelbehälter aufbaut. Die Wartung muss daher auch die Integrität und den Fülldruck dieses Treibgasbehälters umfassen.

Dauerdrucklöscher

Hier ist das Löschmittel ständig unter Druck. Die Wartung konzentriert sich hier besonders auf die Überwachung des korrekten Dauerdrucks und die Integrität des Behälters sowie aller Dichtungen, da ein Druckverlust sofort die Einsatzbereitschaft beeinträchtigt.

Wassernebellöscher

Diese speziellen Wasserlöscher erzeugen einen feinen Wassernebel, der auch bei Bränden von elektrischen Anlagen oder brennbaren Flüssigkeiten eingesetzt werden kann. Die Wartung dieser Geräte erfordert besondere Sorgfalt bei der Düse und der feinen Zerstäubungstechnik, um die gewünschte Nebelbildung sicherzustellen.

Wartungsaufzeichnungen und Dokumentation

Eine lückenlose Dokumentation der durchgeführten Wartungen ist unerlässlich. Dies dient nicht nur dem Nachweis der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, sondern auch der Nachverfolgung des Zustands des Löschers über seine Lebensdauer hinweg. Jede Wartung sollte dokumentiert werden, inklusive des Datums, der durchgeführten Arbeiten, der verwendeten Ersatzteile und des Namens des verantwortlichen Technikers.

Die Bedeutung der Dokumentation

  • Nachweis der Konformität: Im Falle einer behördlichen Überprüfung oder eines Schadensfalls ist die Wartungsdokumentation entscheidend.
  • Historie des Geräts: Sie gibt Aufschluss über eventuelle wiederkehrende Probleme oder den allgemeinen Zustand des Löschers.
  • Kostenkontrolle: Durch die Dokumentation können Wartungskosten über die Zeit verfolgt und analysiert werden.

Schulung und Sachkunde

Es ist wichtig zu verstehen, dass die regelmäßige Wartung von Feuerlöschern durch Sachkundige durchzuführen ist. Diese Personen müssen eine spezielle Ausbildung absolviert und die notwendige Fachkenntnis erworben haben, um die Prüfungen und Wartungsarbeiten korrekt durchführen zu können. Informiere dich über die Qualifikationen des Wartungsdienstleisters.

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Häufig gestellte Fragen zu Wie wird ein Wasserlöscher gewartet?

Wie oft muss ein Wasserlöscher gewartet werden?

Ein Wasserlöscher muss mindestens einmal jährlich einer Wartung unterzogen werden. Alle fünf Jahre ist zusätzlich eine erweiterte Prüfung erforderlich.

Was kann ich als Anwender selbst prüfen?

Du solltest regelmäßig eine Sichtprüfung durchführen. Achte dabei auf das Manometer, den Zustand von Schlauch und Düse, den Sicherungsstift, den Behälter auf Beschädigungen und die Lesbarkeit der Beschriftung.

Muss ich einen Wasserlöscher nach Gebrauch warten?

Ja, nach jedem Einsatz muss ein Wasserlöscher auf seine Funktionsfähigkeit überprüft und gegebenenfalls neu befüllt und instand gesetzt werden. Auch wenn er nur teilweise entleert wurde, sollte er zur Überprüfung gebracht werden.

Was passiert, wenn mein Wasserlöscher die Wartung nicht besteht?

Wenn der Löscher Mängel aufweist, die eine sichere und effektive Funktion im Brandfall nicht mehr gewährleisten, wird er zur Reparatur ausser Betrieb genommen. Sind die Schäden zu gravierend oder die Reparatur wirtschaftlich nicht sinnvoll, muss der Löscher fachgerecht entsorgt und durch ein neues Gerät ersetzt werden.

Welche Brandklassen kann ein Wasserlöscher bekämpfen?

Wasserlöscher sind primär für Brände der Brandklasse A geeignet, das sind feste Stoffe, wie Holz, Papier, Textilien oder Kohle.

Sind Wasserlöscher für elektrische Geräte geeignet?

Normale Wasserlöscher sind für die Bekämpfung von Bränden an unter Spannung stehenden elektrischen Geräten nicht geeignet, da Wasser elektrisch leitend ist und Stromschläge verursachen kann. Hierfür gibt es spezielle Wasserlöscher mit Zusätzen oder alternative Löschmittel.

Wer ist für die Wartung von Feuerlöschern in einem Unternehmen verantwortlich?

Der Betreiber des Unternehmens ist für die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften und die Sicherstellung der regelmäßigen Wartung aller Feuerlöschgeräte verantwortlich. Dies kann delegiert, die Verantwortung für die korrekte Ausführung bleibt jedoch beim Betreiber.

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