Wie wird ein Metallbrandlöscher geprüft?

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Du möchtest wissen, wie die Prüfung eines Metallbrandlöschers abläuft, um deine Sicherheit im Ernstfall zu gewährleisten? Dieser Text liefert dir die entscheidenden Informationen über die regelmäßige Überprüfung und Wartung dieser speziellen Löschgeräte, die für Brände der Brandklasse D unerlässlich sind. Er richtet sich an Betreiber von Anlagen, in denen mit brennbaren Metallen gearbeitet wird, sowie an Verantwortliche für Arbeitssicherheit und Brandschutz.

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Warum ist die Prüfung von Metallbrandlöschern so wichtig?

Metallbrände, auch als Brände der Brandklasse D bezeichnet, stellen eine besondere Herausforderung dar. Sie entstehen durch brennbare Metalle wie Magnesium, Aluminium, Natrium oder Kalium. Diese Metalle brennen bei sehr hohen Temperaturen und können mit herkömmlichen Löschmitteln wie Wasser oder Schaum heftig reagieren und die Brandintensität sogar noch erhöhen. Spezielle Metallbrandlöscher, die mit geeigneten Löschpulvern wie Graphit oder Spezialsalzen arbeiten, sind daher zwingend erforderlich. Um sicherzustellen, dass diese empfindlichen und spezialisierten Geräte im Ernstfall einwandfrei funktionieren, ist eine regelmäßige und fachgerechte Prüfung von größter Bedeutung. Eine fehlerhafte oder versäumte Prüfung kann dazu führen, dass der Löscher im entscheidenden Moment versagt und schwerwiegende Folgen nach sich zieht.

Rechtliche Grundlagen und Normen für die Prüfung

Die Prüfung von Feuerlöschern, einschließlich Metallbrandlöschern, ist in Deutschland durch verschiedene Vorschriften und Normen geregelt. Die wichtigste Grundlage bildet die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV), die die Anforderungen an die Sicherheit von Arbeitsmitteln festlegt. Darüber hinaus sind die Vorgaben der Deutschen Industrienorm (DIN) maßgeblich. Insbesondere die DIN 14406 für tragbare Feuerlöscher und die DIN EN 3-7, die allgemeine Anforderungen an Feuerlöscher stellt, sind relevant. Spezifische Richtlinien für die Instandhaltung von Feuerlöschern finden sich in der DIN 14406 Teil 4. Diese Normen schreiben vor, dass Feuerlöscher regelmäßig auf ihre Funktionsfähigkeit, Dichtheit und Vollständigkeit überprüft werden müssen. Die genauen Intervalle und Prüfumfänge werden durch diese Normen und die Herstellerangaben bestimmt.

Arten der Prüfung bei Metallbrandlöschern

Die Prüfung eines Metallbrandlöschers gliedert sich in mehrere Stufen, um eine umfassende Beurteilung seiner Einsatzbereitschaft zu gewährleisten. Diese Stufen sind aufeinander abgestimmt und bauen aufeinander auf:

  • Außerordentliche Prüfung: Diese Prüfung wird nach einer ungewöhnlichen Beanspruchung des Löschers durchgeführt. Dies kann beispielsweise nach einem Einsatz, bei Beschädigungen oder nach einem Absturz des Geräts der Fall sein. Ziel ist es, festzustellen, ob der Löscher trotz der besonderen Belastung noch funktionstüchtig ist.
  • Auflagenprüfung (regelmäßige Wartung): Diese Prüfung ist ein vorgeschriebener Intervall-Check, der von qualifiziertem Personal durchgeführt wird. Hierbei werden alle sicherheitsrelevanten Bauteile und Funktionen auf ihren ordnungsgemäßen Zustand überprüft. Die Intervalle hierfür sind in der DIN 14406 Teil 4 sowie in den Herstellerangaben festgelegt und betragen in der Regel ein Jahr.
  • Zerlegung und Überprüfung (Revision): Alle vier Jahre (gemäß DIN 14406 Teil 4) muss eine umfassendere Prüfung, die sogenannte Revision, durchgeführt werden. Dabei wird der Löscher vollständig zerlegt, alle Dichtungen werden ausgetauscht und die einzelnen Komponenten auf Verschleiß oder Korrosion geprüft. Das Löschpulver wird dabei ebenfalls beurteilt und gegebenenfalls erneuert.
  • Dichtheitsprüfung: Ein wesentlicher Bestandteil der regelmäßigen Prüfungen ist die Dichtheitsprüfung. Hierbei wird sichergestellt, dass keine Gase oder Löschmittel entweichen können. Dies ist besonders wichtig, da der Druck im Löscher für die Auswurfgeschwindigkeit des Löschpulvers verantwortlich ist.
  • Druckprüfung: Die Prüfung des Innendrucks ist kritisch für die Funktionstüchtigkeit. Ein zu geringer Druck bedeutet, dass der Löscher nicht die erforderliche Reichweite und Leistung erzielen kann. Ein zu hoher Druck kann zur Überlastung und Beschädigung führen. Die Druckanzeige (Manometer) muss korrekt funktionieren und den Betriebsdruck anzeigen.

Der Prüfumfang im Detail: Was wird genau kontrolliert?

Die Prüfung eines Metallbrandlöschers ist ein detaillierter Prozess, bei dem zahlreiche Aspekte des Geräts unter die Lupe genommen werden. Fachkundiges Personal folgt dabei einem festen Prüfprotokoll, um sicherzustellen, dass keine wichtigen Schritte übersehen werden. Hier sind die zentralen Prüfungspunkte:

  • Äußere Beschaffenheit: Zunächst wird der Löscher äußerlich auf sichtbare Schäden wie Dellen, Beulen, Korrosion oder Risse untersucht. Auch die Beschriftung muss lesbar und vollständig sein.
  • Bedienungshebel und Auslösemechanismus: Die Funktionsfähigkeit des Bedienungshebels und des Auslösemechanismus wird geprüft. Dieser muss leichtgängig sein und darf nicht klemmen. Bei Geräten mit Sicherheitsverschluss muss dieser ebenfalls intakt und funktionell sein.
  • Druckmanometer: Das Manometer wird auf seine Genauigkeit und Funktion geprüft. Es muss den korrekten Betriebsdruck anzeigen. Bei vielen Metallbrandlöschern ist der Bereich für den optimalen Betriebsdruck farblich gekennzeichnet.
  • Ventil und Schlauch: Das Ventil des Löschers wird auf Dichtheit und leichte Bedienbarkeit geprüft. Der Schlauch wird auf Risse, Porosität oder Beschädigungen kontrolliert. Bei vielen Modellen ist ein spezieller Aufsatz für die Brandklasse D angebracht, der ebenfalls auf seinen Zustand hin überprüft wird.
  • Löschpulver (bei Revision): Bei der regelmäßigen Revision wird die Beschaffenheit des Löschpulvers beurteilt. Es darf nicht verhärtet oder verklumpt sein. Bei älterem Pulver oder Anzeichen von Verunreinigung wird es ersetzt. Bei einigen Speziallöschern kann die Überprüfung des Pulvers auch bei den jährlichen Wartungen stattfinden.
  • Dichtungen und Ventile (bei Revision): Alle Dichtungen im Löscher werden ausgetauscht, um eine einwandfreie Abdichtung zu gewährleisten. Die Ventile werden auf ihre Funktionstüchtigkeit geprüft.
  • Treibmittel (bei Revision): Bei wiederaufladbaren Löschern wird das Treibmittel (z.B. Stickstoff) auf den korrekten Fülldruck geprüft und gegebenenfalls nachgefüllt.
  • Kennzeichnung: Die Kennzeichnung des Löschers, inklusive des Prüfdatums und des zuständigen Prüfers, muss aktuell und korrekt sein.

Wer darf einen Metallbrandlöscher prüfen?

Die Prüfung von Metallbrandlöschern darf nur von qualifiziertem und sachkundigem Personal durchgeführt werden. Dies sind in der Regel:

  • Hersteller oder autorisierte Fachbetriebe: Die sicherste Methode ist, die Prüfung von einem Fachbetrieb durchführen zu lassen, der auf Feuerlöscher spezialisiert ist und über die notwendigen Kenntnisse und Werkzeuge für Metallbrandlöscher verfügt. Diese Betriebe sind oft vom Hersteller autorisiert.
  • Sachkundige Personen im eigenen Unternehmen: Große Unternehmen mit eigener Brandschutzabteilung können auch intern sachkundige Personen beschäftigen. Diese müssen jedoch regelmäßig geschult und zertifiziert werden, um die erforderliche Qualifikation nachzuweisen. Die genauen Anforderungen an die Sachkunde sind in der Betriebssicherheitsverordnung geregelt.

Es ist wichtig zu betonen, dass eine Prüfung durch Laien oder unsachkundige Personen nicht den gesetzlichen Anforderungen genügt und die Sicherheit gefährden kann.

Prüfintervalle: Wann muss der Löscher zur Inspektion?

Die Häufigkeit der Prüfungen ist entscheidend für die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft. Gemäß DIN 14406 Teil 4 gelten folgende Intervalle:

  • Auflagenprüfung (regelmäßige Wartung): Jährlich. Dies ist die häufigste Prüfung und dient der Überwachung der allgemeinen Einsatzbereitschaft.
  • Zerlegung und Überprüfung (Revision): Alle vier Jahre. Dies ist eine tiefgreifendere Prüfung, bei der der Löscher komplett zerlegt wird.
  • Außerordentliche Prüfung: Nach Bedarf. Dies betrifft Fälle, in denen der Löscher beschädigt wurde oder ungewöhnlichen Belastungen ausgesetzt war.

Zusätzlich zu diesen gesetzlich vorgeschriebenen Intervallen können die Hersteller eigene Empfehlungen für die Wartung und Prüfung ihrer Produkte aussprechen, die unbedingt beachtet werden sollten.

Dokumentation der Prüfung

Jede durchgeführte Prüfung muss sorgfältig dokumentiert werden. Dies ist nicht nur eine gesetzliche Anforderung, sondern auch essenziell für die Nachvollziehbarkeit und für den Fall von Versicherungsfragen. Die Dokumentation sollte mindestens folgende Angaben enthalten:

  • Name und Anschrift des Betreibers des Löschers.
  • Bezeichnung und Identifikationsnummer des Löschers.
  • Art der durchgeführten Prüfung (Auflagenprüfung, Revision etc.).
  • Datum der Prüfung.
  • Name und Unterschrift des Prüfers oder des ausführenden Unternehmens.
  • Festgestellte Mängel und durchgeführte Instandsetzungsmaßnahmen.
  • Datum der nächsten fälligen Prüfung.

In der Praxis wird oft ein Prüfbericht erstellt und ein Prüfaufkleber am Löscher angebracht, der das Datum der letzten Prüfung und das Datum der nächsten fälligen Prüfung angibt.

Besonderheiten bei Metallbrandlöschern im Vergleich zu anderen Löschern

Während die Grundprinzipien der Feuerlöscherprüfung bei allen Typen ähnlich sind, gibt es bei Metallbrandlöschern einige spezifische Besonderheiten, die berücksichtigt werden müssen:

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  • Spezial-Löschpulver: Die Handhabung und Prüfung des spezialisierten Löschpulvers erfordert besonderes Wissen. Dieses Pulver darf nicht mit Feuchtigkeit in Kontakt kommen, da es sonst seine Wirksamkeit verliert oder sogar gefährlich reagieren kann. Die Lagerung und der Umgang mit dem Pulver während der Revision sind daher kritisch.
  • Druckverhältnisse: Die optimalen Druckverhältnisse für Metallbrandlöscher können von denen anderer Löschertypen abweichen. Das Manometer muss exakt auf diese spezifischen Anforderungen kalibriert sein.
  • Aufschraubvorrichtungen und Düsen: Die für die Brandklasse D erforderlichen Düsen und Aufschraubvorrichtungen sind oft speziell konstruiert, um das Löschpulver mit der richtigen Verteilung und Intensität abzugeben. Diese Komponenten müssen besonders sorgfältig auf Beschädigungen und Verstopfungen geprüft werden.
  • Materialverträglichkeit: Die Materialien, aus denen der Löscher gefertigt ist, müssen mit dem spezifischen Löschpulver und den hohen Temperaturen von Metallbränden kompatibel sein. Bei der Prüfung wird auch auf Anzeichen von Materialermüdung geachtet.
Prüfungsaspekt Jährliche Wartung (Auflagenprüfung) Revision (alle 4 Jahre) Außerordentliche Prüfung
Sichtprüfung (Gehäuse, Beschriftung) Ja Ja Ja
Funktionsprüfung (Hebel, Auslöser) Ja Ja Ja
Manometerprüfung Ja Ja Ja
Ventil- und Schlauchprüfung Ja Ja Ja
Druckprüfung (Betriebsdruck) Ja Ja Ja
Dichtheitsprüfung Ja Ja Ja
Prüfung des Löschpulvers Sichtprüfung auf Verklumpung Beurteilung, ggf. Austausch Je nach Fall
Austausch von Dichtungen Nein Ja Je nach Fall
Überprüfung/Nachfüllen des Treibmittels Nein Ja Je nach Fall
Dokumentation Ja Ja Ja

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Wie wird ein Metallbrandlöscher geprüft?

Wie oft muss ein Metallbrandlöscher geprüft werden?

Ein Metallbrandlöscher muss in der Regel jährlich zur Auflagenprüfung (Wartung) und alle vier Jahre zur Revision (Zerlegung und umfassende Überprüfung) gebracht werden. Zusätzlich ist eine außerordentliche Prüfung nach jeder ungewöhnlichen Beanspruchung oder Beschädigung erforderlich.

Wer ist berechtigt, einen Metallbrandlöscher zu prüfen?

Nur qualifiziertes und sachkundiges Personal, wie z.B. Mitarbeiter autorisierter Fachbetriebe für Brandschutztechnik, darf Metallbrandlöscher prüfen. Dies stellt sicher, dass die Prüfung nach den geltenden Normen und Vorschriften durchgeführt wird.

Was passiert, wenn ein Metallbrandlöscher nicht geprüft wird?

Wenn ein Metallbrandlöscher nicht regelmäßig geprüft wird, besteht die Gefahr, dass er im Ernstfall nicht funktioniert. Dies kann zu schweren Sachschäden, Personenschäden oder sogar zum Verlust von Menschenleben führen. Zudem können bei Versicherungsfällen Probleme auftreten, wenn nachgewiesen werden kann, dass die vorgeschriebenen Prüfungen nicht durchgeführt wurden.

Ist das Prüfintervall für Metallbrandlöscher dasselbe wie für Pulverlöscher?

Die grundlegenden Prüfintervalle (jährliche Wartung, vierjährliche Revision) sind für viele tragbare Feuerlöscher, einschließlich Pulverlöscher und Metallbrandlöscher, gemäß DIN 14406 Teil 4 gleich. Die spezifischen Prüfpunkte und die Handhabung des Löschmittels können sich jedoch bei Metallbrandlöschern unterscheiden.

Was ist der Unterschied zwischen Wartung und Revision bei einem Metallbrandlöscher?

Die jährliche Wartung (Auflagenprüfung) ist eine oberflächliche Prüfung der wichtigsten Funktionen und der allgemeinen Einsatzbereitschaft. Die Revision, die alle vier Jahre stattfindet, ist eine deutlich umfangreichere Prüfung, bei der der Löscher komplett zerlegt, Dichtungen ausgetauscht und alle Komponenten detailliert überprüft werden.

Muss das Löschpulver bei jeder Prüfung eines Metallbrandlöschers erneuert werden?

Das Löschpulver muss nicht zwingend bei jeder jährlichen Wartung erneuert werden. Bei der Revision wird es jedoch sorgfältig auf seine Beschaffenheit geprüft. Ist es verklumpt, verunreinigt oder hat es seine Wirksamkeit verloren, wird es ausgetauscht. Bei der jährlichen Wartung wird primär auf äußerliche Anzeichen von Problemen geachtet.

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