Wie wartet man einen fahrbaren Feuerlöscher?

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Die ordnungsgemäße Wartung eines fahrbaren Feuerlöschers ist entscheidend für seine Funktionsfähigkeit im Ernstfall und die Sicherheit von Personen und Sachwerten. Dieser Leitfaden richtet sich an alle, die Verantwortung für Brandschutzgeräte tragen, sei es in gewerblichen Betrieben, öffentlichen Einrichtungen oder auch im privaten Bereich, wo fahrbare Löschgeräte zum Einsatz kommen.

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Grundlagen der Wartung fahrbarer Feuerlöscher

Fahrbare Feuerlöscher, oft auch als Mobilgeräte oder Sonderlöscher bezeichnet, unterscheiden sich in ihrer Bauweise und ihrem Einsatzspektrum von tragbaren Geräten. Ihre Größe und das Gewicht erfordern eine regelmäßige Inspektion und Wartung, um sicherzustellen, dass sie jederzeit einsatzbereit sind. Die Wartung ist nicht nur eine Empfehlung, sondern oft gesetzlich vorgeschrieben und dient dem Schutz vor den verheerenden Folgen eines Brandes. Die Einhaltung von Wartungsintervallen und -vorschriften ist daher von höchster Bedeutung.

Regelmäßige Inspektion: Das Fundament der Wartung

Die Inspektion ist der erste und wichtigste Schritt in der Wartungskette eines fahrbaren Feuerlöschers. Sie sollte regelmäßig, mindestens jedoch einmal jährlich, durchgeführt werden. Ziel ist es, offensichtliche Mängel zu erkennen, bevor sie zu einem Problem werden.

  • Sichtprüfung des Gehäuses: Überprüfen Sie das äußere Gehäuse auf Beschädigungen wie Dellen, Risse oder Korrosion. Achten Sie auch auf sichtbare Undichtigkeiten.
  • Zustand des Fahrwerks: Stellen Sie sicher, dass die Räder intakt sind, sich frei drehen lassen und das Fahrwerk stabil ist. Ein instabiles Fahrwerk kann die schnelle Verbringung des Geräts im Brandfall behindern.
  • Prüfung des Löschmittelfüllstands: Bei Druckbehältern ist der Füllstand entscheidend. Kontrollieren Sie die Manometeranzeige. Bei Pulverlöschern kann auch das Gewicht eine Indikation geben. Bei Schaumlöschern ist die klare Trennung von Wasser und Schaummittelkonzentrat wichtig.
  • Kontrolle der Schlauch- und Düsenführung: Der Schlauch muss frei von Rissen oder Porosität sein. Die Düse sollte nicht verstopft sein und sich leicht bewegen lassen.
  • Überprüfung des Sicherungsstifts und des Auslösehebels: Der Sicherungsstift muss vorhanden und intakt sein. Der Auslösehebel muss leicht zu betätigen sein, aber nicht versehentlich auslösen können.
  • Lesbarkeit von Beschriftungen und Prüfplaketten: Alle Angaben auf dem Gerät, insbesondere die Bedienungsanleitung und die Prüfplakette, müssen gut lesbar sein.

Periodische Instandhaltung: Die professionelle Wartung

Die periodische Instandhaltung, oft als Wartung bezeichnet, ist ein tiefergehender Prozess, der in der Regel von qualifiziertem Fachpersonal durchgeführt wird. Die Intervalle hierfür sind in der Regel länger als bei der Inspektion und richten sich nach den Herstellervorgaben und den geltenden Normen (z.B. DIN EN 3, DIN 14406).

  • Druckprüfung (bei CO2-Löschern): Bei Kohlendioxid-Löschern muss regelmäßig der Innendruck überprüft oder das Gerät gewogen werden, um den Verlust von CO2 festzustellen.
  • Kontrolle und ggf. Austausch von Dichtungen: Dichtungen altern und können spröde werden, was zu Undichtigkeiten führt. Diese müssen regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls ausgetauscht werden.
  • Befüllung oder Austausch des Löschmittels: Je nach Löschmittel und Herstellerangaben muss dieses nach einer bestimmten Zeit oder nach Gebrauch ersetzt oder aufgefüllt werden. Bei Pulverlöschern kann dies auch eine Überprüfung der Rieselfähigkeit bedeuten.
  • Überprüfung der Ventile und Rohrleitungen: Alle beweglichen Teile des Ventilsystems werden auf Funktion und Dichtheit geprüft.
  • Reinigung von Bauteilen: Verschmutzungen können die Funktion beeinträchtigen. Komponenten werden gereinigt, um eine reibungslose Funktion zu gewährleisten.
  • Funktionsprüfung des Auslösemechanismus: Der gesamte Mechanismus, der zur Aktivierung des Löschers führt, wird auf seine einwandfreie Funktion getestet.

Wichtige Wartungsintervalle und Vorschriften

Die genauen Wartungsintervalle für fahrbare Feuerlöscher sind durch verschiedene Normen und Herstellerangaben festgelegt. Typischerweise gelten folgende Richtlinien:

  • Jährliche Inspektion: Diese kann, je nach Art des Geräts und der Nutzung, auch vom Betreiber selbst unter Anleitung durchgeführt werden. Die Dokumentation ist hierbei unerlässlich.
  • Regelmäßige Wartung (oft alle 2-5 Jahre, je nach Löschmittel und Gerätetyp): Diese muss durch einen Fachbetrieb oder eine qualifizierte Person erfolgen. Bei bestimmten Löschmitteln wie Kohlendioxid kann das Intervall kürzer sein. Wasserdruckbehälter unterliegen ebenfalls spezifischen Prüfzyklen.
  • Auflagenprüfung/Druckbehälterprüfung: Für Druckbehälter, die unter hohem Druck stehen, gibt es spezifische, gesetzlich vorgeschriebene Prüfungen durch staatlich anerkannte Prüforganisationen in größeren Intervallen (z.B. alle 10 Jahre für Druckbehälter in Deutschland).

Die Dokumentation jeder Inspektion und Wartung ist von entscheidender Bedeutung. Sie dient als Nachweis der ordnungsgemäßen Instandhaltung und ist für Versicherungszwecke sowie bei behördlichen Kontrollen unerlässlich. Die Prüfplakette am Feuerlöscher zeigt das Datum der letzten Wartung und das Datum der nächsten fälligen Prüfung an.

Arten von fahrbaren Feuerlöschern und ihre spezifischen Wartungsanforderungen

Die Wartung variiert je nach dem eingesetzten Löschmittel. Folgend eine Übersicht der gängigsten Typen fahrbarer Feuerlöscher und besonderer Aspekte bei ihrer Wartung:

Löschmitteltyp Wartungsbesonderheiten Typische Wartungsintervalle (Beispiele) Besondere Prüfpunkte
Pulverlöscher (ABC, BC) Pulver kann verklumpen und seine Rieselfähigkeit verlieren. Der Innendruck ist kritisch. Das Pulver muss gleichmäßig verteilt sein. Jährliche Inspektion, Wartung alle 2 Jahre. Rieselfähigkeit des Pulvers, Unverblocktheit der Düse, korrekter Fülldruck.
Schaumlöscher (Foam) Schaummittelkonzentrat und Wasser sind getrennt. Die richtige Mischung ist entscheidend. Das Schaummittel kann altern und seine Wirksamkeit verlieren. Jährliche Inspektion, Wartung alle 2 Jahre. Zustand und Menge des Schaummittelkonzentrats, Dichtheit der Trennmembran, korrekter Betriebsdruck.
Kohlendioxid (CO2)-Löscher CO2 ist ein Gas, das unter Druck steht und sich verflüssigt. Das Gewicht ist der entscheidende Indikator für den Füllstand. Es gibt keinen Innendruck im herkömmlichen Sinne bei Normaltemperatur. Jährliche Inspektion, Wartung alle 2 Jahre (oft durch Wiegen). Gewichtskontrolle (Bestimmung des CO2-Verlusts), Zustand der Dichtung am Ventil, Unverblocktheit der Düse (kein Eisbildung).
Wasser-/Wassernebellöscher Löschmittel ist Wasser, oft mit Zusätzen. Frostschutz ist bei manchen Modellen wichtig. Die Pumpe/das Treibmittel muss funktionieren. Jährliche Inspektion, Wartung alle 2 Jahre. Zustand des Wassers (Algenbildung), Funktion der Pumpe/des Treibmittels, Korrosionsschutz.

Warum fachgerechte Wartung unverzichtbar ist

Die Investition in die regelmäßige und fachgerechte Wartung fahrbarer Feuerlöscher ist eine Investition in die Sicherheit. Ein nicht gewarteter Feuerlöscher kann im Ernstfall versagen, was zu erhöhten Schäden, Verletzungen oder gar Todesfällen führen kann. Fachbetriebe verfügen über das notwendige Wissen, die Werkzeuge und die Ersatzteile, um eine normgerechte Wartung durchzuführen.

  • Gewährleistung der Einsatzbereitschaft: Nur ein korrekt gewarteter Löscher ist im Brandfall zuverlässig.
  • Einhaltung gesetzlicher Vorschriften: Viele Vorschriften schreiben eine regelmäßige Wartung vor, um Haftungsansprüche im Schadensfall zu erfüllen.
  • Verlängerung der Lebensdauer: Regelmäßige Pflege verhindert größere Schäden und verlängert die Nutzungsdauer des Geräts.
  • Schutz von Personen und Sachwerten: Die primäre Funktion des Feuerlöschers ist der Schutz. Dies kann nur durch ordnungsgemäße Instandhaltung gewährleistet werden.

Spezifische Wartungsarbeiten durch den Betreiber (Selbstinspektion)

Neben der professionellen Wartung gibt es einige einfache Inspektionsschritte, die der Betreiber regelmäßig selbst durchführen kann. Diese ersetzen jedoch keinesfalls die fachmännische Wartung durch einen qualifizierten Dienstleister.

  • Regelmäßige Sichtkontrolle: Überprüfen Sie wöchentlich oder monatlich, ob das Gerät am vorgesehenen Platz steht, zugänglich ist und keine offensichtlichen Beschädigungen aufweist.
  • Manometer ablesen: Bei Drucklöschern immer den Druck im Auge behalten. Der Zeiger sollte sich im grünen Bereich befinden.
  • Sicherungskontrolle: Prüfen Sie, ob der Sicherungsstift vorhanden und die Beschriftung lesbar ist.
  • Umgebungsbedingungen: Stellen Sie sicher, dass der Feuerlöscher keinen extremen Temperaturen ausgesetzt ist, die seine Funktion beeinträchtigen könnten.

Umweltaspekte und Entsorgung

Bei der Wartung von Feuerlöschern, insbesondere beim Austausch von Löschmitteln, sind auch Umweltaspekte zu beachten. Verbrauchte Löschmittel und Altgeräte müssen fachgerecht entsorgt werden. Hierzu gibt es spezielle Sammelstellen und Recyclingverfahren. Die unsachgemäße Entsorgung kann Umweltschäden verursachen und ist in vielen Ländern gesetzlich untersagt.

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FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Wie wartet man einen fahrbaren Feuerlöscher?

Wie oft muss ein fahrbarer Feuerlöscher inspiziert werden?

Ein fahrbarer Feuerlöscher sollte mindestens einmal jährlich einer Sichtinspektion unterzogen werden. Diese Inspektion kann gegebenenfalls auch vom Betreiber selbst durchgeführt werden, eine Dokumentation ist jedoch stets erforderlich.

Wer darf einen fahrbaren Feuerlöscher warten?

Die periodische Wartung von fahrbaren Feuerlöschern muss durch qualifiziertes Fachpersonal oder einen anerkannten Fachbetrieb erfolgen. Die genauen Anforderungen sind in den relevanten Normen und Herstellerrichtlinien festgelegt.

Was passiert, wenn ein Feuerlöscher nicht gewartet wird?

Ein nicht gewarteter Feuerlöscher kann im Ernstfall nicht funktionieren. Dies kann zu größeren Brandschäden, Personenverletzungen oder sogar zum Verlust von Menschenleben führen. Zudem können versicherungsrechtliche Konsequenzen drohen.

Wie lange ist die Lebensdauer eines fahrbaren Feuerlöschers?

Die Lebensdauer eines fahrbaren Feuerlöschers hängt stark von der Art des Löschmittels, der regelmäßigen Wartung und den Umgebungsbedingungen ab. Grundsätzlich sind die Geräte für eine lange Nutzungsdauer ausgelegt, die jedoch durch die periodische Wartung und ggf. notwendige Austausch von Komponenten sichergestellt werden muss. Die Prüfintervalle für Druckbehälter begrenzen ebenfalls die Nutzungsdauer.

Was sind die häufigsten Mängel bei fahrbaren Feuerlöschern?

Häufige Mängel sind Korrosion am Gehäuse, beschädigte Räder am Fahrwerk, ein zu niedriger Fülldruck (bei Druckgeräten), verklumptes Löschpulver, poröse Schläuche oder eine blockierte Löschdüse.

Welche Dokumentation ist bei der Wartung wichtig?

Jede Inspektion und Wartung muss dokumentiert werden. Dies umfasst das Datum der durchgeführten Arbeiten, die Art der Arbeiten, den Namen und die Unterschrift des durchführenden Technikers oder Betriebs sowie das Datum der nächsten fälligen Wartung. Diese Dokumentation wird in der Regel auf einer Prüfplakette am Gerät vermerkt und in einem Prüfbuch geführt.

Sind fahrbare Feuerlöscher für den Außenbereich geeignet?

Einige fahrbare Feuerlöscher sind für den Außeneinsatz konzipiert, jedoch müssen sie vor Witterungseinflüssen wie direkter Sonneneinstrahlung, starken Temperaturschwankungen oder Feuchtigkeit geschützt werden, um ihre Funktion und Lebensdauer zu gewährleisten.

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