Du möchtest wissen, wie eine Feuerlöscherprüfung abläuft und warum sie unerlässlich ist? Dieser Text erklärt dir Schritt für Schritt den Prozess einer professionellen Feuerlöscherprüfung und richtet sich an alle, die für die Sicherheit in Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen oder auch im privaten Bereich verantwortlich sind und sicherstellen müssen, dass ihre Feuerlöscher jederzeit einsatzbereit sind.
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Warum ist die Feuerlöscherprüfung so wichtig?
Die regelmäßige Überprüfung von Feuerlöschern ist nicht nur eine gesetzliche Vorschrift, sondern vor allem eine entscheidende Maßnahme zur Gewährleistung der Brandsicherheit. Ein nicht funktionierender Feuerlöscher kann im Ernstfall fatale Folgen haben, da er im Brandfall die entscheidende erste Hilfe zur Eindämmung eines Feuers nicht leisten kann. Die Prüfung stellt sicher, dass der Feuerlöscher jederzeit betriebsbereit ist und im Notfall seine volle Löschleistung entfalten kann. Sie umfasst eine äußere Begutachtung, eine Funktionsprüfung und je nach Art und Alter des Geräts auch eine detailliertere Innenschau sowie eine Druckprüfung.
Die verschiedenen Arten von Feuerlöschern und ihre Prüfung
Es gibt verschiedene Arten von Feuerlöschern, die sich in ihrem Löschmittel und somit auch in ihrer Prüfweise unterscheiden können. Die gängigsten sind:
- Pulverlöscher: Diese sind sehr vielseitig einsetzbar für verschiedene Brandklassen. Die Prüfung beinhaltet die Überprüfung des Treibmitteldrucks und die Sicherstellung, dass das Löschpulver nicht verklumpt ist.
- Schaumlöscher: Ideal für feste und flüssige Brände. Bei der Prüfung wird insbesondere auf die Qualität und Menge des Löschschaums sowie auf den korrekten Druck geachtet.
- CO2-Löscher (Kohlendioxidlöscher): Geeignet für elektrische Brände und Flüssigkeitsbrände. Die Prüfung konzentriert sich auf den Druck und die Integrität des Kälte-beständigen Auswurfrohrs.
- Wasserlöscher: Hauptsächlich für feste Brände. Die Prüfung überprüft den Wasservorrat, den Druck und die Dichtigkeit des Geräts.
Der Ablauf der Feuerlöscherprüfung im Detail
Eine professionelle Feuerlöscherprüfung folgt einem standardisierten Ablauf, der in der Regel von zertifizierten Fachkräften durchgeführt wird. Dieser Ablauf stellt sicher, dass alle sicherheitsrelevanten Aspekte des Feuerlöschers überprüft werden.
1. Sichtprüfung (Äußere Begutachtung)
Zunächst wird der Feuerlöscher einer gründlichen äußeren Begutachtung unterzogen. Dabei werden folgende Punkte kontrolliert:
- Beschädigungen: Ist der Behälter des Feuerlöschers äußerlich beschädigt (z.B. Dellen, Korrosion)?
- Bedienungsanleitung: Sind alle Beschriftungen und Hinweise klar lesbar? Dazu gehören die Brandklassen, die Bedienungsanleitung und das Prüfsiegel.
- Sicherheitsnadel und -ring: Ist die Sicherung intakt und unbeschädigt?
- Auswurfrohr/Schlauch: Sind Auswurfrohr oder Löschschlauch frei von Rissen oder Verstopfungen?
- Druckmanometer: Bei Geräten mit Manometer wird geprüft, ob der Zeiger im grünen Bereich steht, was auf einen ausreichenden Betriebsdruck hinweist.
2. Funktionsprüfung
Nach der äußeren Begutachtung folgt die Funktionsprüfung. Hierbei wird die korrekte Funktion des Feuerlöschers sichergestellt, ohne dass er vollständig entleert werden muss:
- Betätigungshebel: Wird geprüft, ob der Betätigungshebel leichtgängig ist.
- Auslösung: Der Prüfer löst den Feuerlöscher kurzzeitig aus, um die einwandfreie Funktion des Ventils und des Treibmechanismus zu verifizieren. Dies geschieht in der Regel so, dass keine nennenswerte Menge des Löschmittels ausgestoßen wird.
- Treibmittel: Es wird sichergestellt, dass das Treibmittel den notwendigen Druck aufrechterhält, damit das Löschmittel im Bedarfsfall ausgestoßen werden kann.
3. Innere Prüfung (bei Bedarf und je nach Prüfintervall)
Je nach Art des Feuerlöschers und dem vorgeschriebenen Prüfintervall (oft alle 2 bis 5 Jahre) ist eine innere Prüfung erforderlich. Diese ist aufwendiger und beinhaltet:
- Entleerung: Der Feuerlöscher wird vollständig entleert, wobei das Löschmittel fachgerecht entsorgt oder wiederverwendet wird.
- Demontage: Ventile und andere Komponenten werden demontiert.
- Reinigung und Inspektion: Der Behälter wird von innen gereinigt und auf Korrosion, Ablagerungen oder andere Schäden untersucht.
- Dichtungsprüfung: Alle Dichtungen werden auf ihre Funktionsfähigkeit geprüft und gegebenenfalls ausgetauscht.
- Überprüfung des Löschmittels: Bei manchen Löscherarten wird das Löschmittel auf seine Beschaffenheit überprüft oder aufgefrischt (z.B. Pulver).
- Wasserdruckprüfung: Bei bestimmten Löscherarten (z.B. Wasser- und Schaumlöscher) wird eine Wasserdruckprüfung durchgeführt, um die Belastbarkeit des Behälters zu überprüfen. Dabei wird der Behälter einem definierten Überdruck ausgesetzt, um seine strukturelle Integrität zu gewährleisten.
4. Wiederbefüllung und Wiederzusammenbau
Nach erfolgreicher innerer Prüfung und ggf. notwendigen Reparaturen oder dem Austausch von Teilen wird der Feuerlöscher wieder bef alat (z.B. mit neuem Löschpulver oder Löschschaum-Konzentrat) und unter Einhaltung der vorgeschriebenen Drücke wieder zusammengebaut. Die Dichtigkeit des Systems wird abschließend überprüft.
5. Kennzeichnung und Dokumentation
Nach abgeschlossener Prüfung erhält der Feuerlöscher eine Prüfplakette, die das Datum der Prüfung und das Datum der nächsten Prüfung angibt. Zudem wird die Prüfung in einem Prüfbuch oder Prüfprotokoll dokumentiert. Diese Dokumentation ist wichtig für Nachweise im Brandfall oder bei behördlichen Kontrollen.
Prüfintervalle: Wann muss der Feuerlöscher geprüft werden?
Die Häufigkeit der Feuerlöscherprüfung ist gesetzlich vorgeschrieben und hängt von der Art des Geräts und dessen Einsatzort ab. Grundsätzlich gelten folgende Richtlinien:
- Monatliche Sichtprüfung durch den Benutzer: Eine schnelle optische Kontrolle auf offensichtliche Mängel.
- Jährliche Prüfung durch Sachkundige: Dies ist die wichtigste regelmäßige Prüfung, bei der die meisten der oben genannten Schritte durchgeführt werden.
- Fünfjährige Instandhaltungsprüfung (Revision): Bei dieser Prüfung wird der Feuerlöscher geöffnet und detaillierter überprüft. Bei bestimmten Löscherarten (z.B. CO2-Löscher) sind die Intervalle abweichend.
Es ist essenziell, sich an diese Intervalle zu halten, um die Betriebssicherheit zu gewährleisten.
Wer darf die Feuerlöscherprüfung durchführen?
Die Feuerlöscherprüfung darf nur von Sachkundigen oder Fachkräften durchgeführt werden, die über das notwendige Wissen, die Erfahrung und die Ausrüstung verfügen. Dies sind in der Regel spezialisierte Brandschutzfirmen oder entsprechend geschulte Mitarbeiter in größeren Betrieben. Eine unsachgemäße Prüfung kann dazu führen, dass Mängel übersehen werden und der Feuerlöscher im Ernstfall versagt.
Was sind typische Mängel bei der Feuerlöscherprüfung?
Bei der regelmäßigen Prüfung werden immer wiederkehrende Mängel festgestellt. Dazu gehören:
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- Zu geringer oder zu hoher Druck: Ein nicht korrekt eingestellter Druck beeinträchtigt die Löschleistung oder kann zur Beschädigung des Geräts führen.
- Verklumptes Löschpulver: Bei Pulverlöschern kann das Pulver durch Feuchtigkeit verklumpen und den Auswurf behindern.
- Beschädigte Dichtungen: Undichte Ventile oder Schläuche führen zum Verlust von Löschmittel oder Treibgas.
- Korrosion oder mechanische Beschädigungen am Behälter: Diese stellen eine Sicherheitsgefahr dar.
- Unleserliche Beschriftungen: Wichtige Informationen zur Bedienung und Brandklasse sind dann nicht mehr erkennbar.
- Verschmutzte oder verstopfte Auswurfdüsen/Schläuche: Dies verhindert den ordnungsgemäßen Austritt des Löschmittels.
Prüfung von Feuerlöschern in Unternehmen vs. Privatgebrauch
Während Unternehmen aufgrund von gesetzlichen Bestimmungen und dem höheren Risiko zur regelmäßigen Prüfung ihrer Feuerlöscher verpflichtet sind, ist die Prüfung im privaten Bereich oft freiwillig. Dennoch ist sie auch hier dringend anzuraten. Ein funktionierender Feuerlöscher kann in einem Haushalt bei kleinen Bränden Schlimmeres verhindern. Achte darauf, auch bei Feuerlöschern für den Privatgebrauch auf die Prüfintervalle zu achten und diese von Fachleuten überprüfen zu lassen.
| Prüfschritt | Beschreibung | Häufigkeit | Verantwortung |
|---|---|---|---|
| Monatliche Sichtprüfung | Optische Kontrolle auf offensichtliche Mängel, Druckanzeige, Beschädigungen. | Monatlich | Benutzer/Betreiber |
| Jährliche Prüfung | Umfassende technische Überprüfung, Funktionsprüfung, äußere Begutachtung. | Jährlich | Sachkundiger/Fachkraft |
| Fünfjährige Instandhaltungsprüfung (Revision) | Öffnen des Geräts, innere Inspektion, Wasserdruckprüfung (je nach Löscherart), Austausch von Teilen. | Alle 5 Jahre (abweichend bei manchen Löscherarten) | Sachkundiger/Fachkraft |
| Nach jeder Auslösung | Sofortige Überprüfung auf Funktion und Vollständigkeit des Löschmittels, ggf. Wiederbefüllung. | Nach jeder Benutzung | Sachkundiger/Fachkraft (für Wiederbefüllung/Prüfung) |
Häufig gestellte Fragen zu Wie läuft eine Feuerlöscherprüfung ab?
Wie oft muss ein Feuerlöscher nach der Norm geprüft werden?
Nach der europäischen Norm EN 3-7 und der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) ist eine jährliche Prüfung durch einen Sachkundigen vorgeschrieben. Zusätzlich ist eine fünfjährige Instandhaltungsprüfung (Revision) erforderlich, bei der das Gerät geöffnet und detailliert untersucht wird. Dies gilt für die meisten tragbaren Feuerlöscher.
Was kostet eine Feuerlöscherprüfung?
Die Kosten für eine Feuerlöscherprüfung können variieren und hängen von der Anzahl der zu prüfenden Geräte, der Art der Feuerlöscher und dem Dienstleister ab. Eine einzelne jährliche Prüfung kostet oft zwischen 15 und 30 Euro pro Gerät. Die aufwendigere Instandhaltungsprüfung (Revision) kann entsprechend teurer sein.
Was passiert, wenn ein Feuerlöscher die Prüfung nicht besteht?
Wenn ein Feuerlöscher die Prüfung nicht besteht, weil Mängel festgestellt wurden, die nicht ohne Weiteres behoben werden können, muss er aus dem Verkehr gezogen und fachgerecht entsorgt werden. Kleinere Mängel wie das Nachfüllen von Löschmittel oder der Austausch von Dichtungen werden direkt im Rahmen der Prüfung behoben, und der Löscher wird anschließend wieder freigegeben.
Wie lange dauert eine Feuerlöscherprüfung?
Die Dauer einer Feuerlöscherprüfung hängt von der Art und dem Zustand des Geräts ab. Eine reine Sicht- und Funktionsprüfung dauert in der Regel nur wenige Minuten pro Gerät. Die umfassendere jährliche Prüfung mit detaillierterer Inspektion kann bis zu 30 Minuten in Anspruch nehmen. Die fünfjährige Instandhaltungsprüfung (Revision) kann, da das Gerät geöffnet und aufbereitet wird, mehrere Stunden dauern, oft wird dies im Rahmen einer Sammelprüfung in Werkstätten durchgeführt.
Muss ich einen Feuerlöscher privat prüfen lassen?
Auch wenn es für den Privatgebrauch keine gesetzliche Prüfpflicht im gleichen Sinne wie für Unternehmen gibt, ist die Prüfung eines Feuerlöschers dringend anzuraten. Nur so kannst du sicher sein, dass das Gerät im Notfall funktioniert. Wende dich an einen Fachbetrieb für Brandschutz, um auch private Feuerlöscher prüfen zu lassen.
Was ist der Unterschied zwischen Prüfung und Wartung eines Feuerlöschers?
Die Begriffe Prüfung und Wartung werden oft synonym verwendet, es gibt jedoch feine Unterschiede. Die Prüfung bezieht sich primär auf die Überprüfung der Betriebsbereitschaft und die Feststellung von Mängeln. Die Wartung umfasst darüber hinaus auch die Behebung von festgestellten Mängeln und die Wiederherstellung der vollen Funktionsfähigkeit, was oft auch das Nachfüllen oder den Austausch von Teilen einschließt. Die jährliche Prüfung umfasst bereits wesentliche Wartungsschritte.
Welche Dokumentation erhalte ich nach der Prüfung?
Nach erfolgreicher Prüfung erhältst du in der Regel eine Prüfplakette, die auf dem Feuerlöscher angebracht wird. Diese Plakette zeigt das Datum der Prüfung und das Datum der nächsten fälligen Prüfung an. Außerdem wird die Prüfung in einem Prüfprotokoll oder Prüfbuch dokumentiert. Diese Nachweise sind wichtig für eventuelle behördliche Kontrollen oder im Schadensfall.