Welches Prüfintervall gilt gesetzlich für Feuerlöscher?

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Du fragst dich, welches Prüfintervall für Feuerlöscher gesetzlich vorgeschrieben ist und welche Vorschriften du beachten musst? Dieser Text liefert dir alle relevanten Informationen, um die Sicherheit von Personen und Sachwerten durch regelmäßige Feuerlöscher-Überprüfungen zu gewährleisten.

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Gesetzliche Grundlagen und Normen für Feuerlöscher-Prüfintervalle

Die Frage nach dem gesetzlich vorgeschriebenen Prüfintervall für Feuerlöscher ist von zentraler Bedeutung für die Betriebssicherheit in nahezu allen Bereichen. Ob in Büros, öffentlichen Gebäuden, Werkstätten oder sogar im privaten Haushalt – Feuerlöscher sind essenzielle Bestandteile des Brandschutzes. Doch welche Fristen gelten hierbei? Die relevanten Vorschriften und Normen stellen sicher, dass diese wichtigen Löschgeräte im Ernstfall jederzeit funktionsfähig sind.

In Deutschland sind primär die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) und die Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) maßgeblich. Ergänzend dazu spielen europäische Normen, insbesondere die DIN EN 3-Serie, eine entscheidende Rolle. Diese Normen legen die Anforderungen an die Konstruktion, Prüfung und Instandhaltung von tragbaren Feuerlöschgeräten fest.

Die BetrSichV fordert allgemein, dass Arbeitsmittel, zu denen auch Feuerlöscher zählen, so beschaffen sein müssen, dass sie bei bestimmungsgemäßer Verwendung die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten nicht gefährden. Dies beinhaltet auch die regelmäßige Überprüfung ihrer Funktionsfähigkeit.

Für Feuerlöscher ergeben sich daraus konkrete Prüfpflichten. Die wichtigsten Intervalle orientieren sich an der Art des Feuerlöschers und der jeweiligen Prüfart.

Arten der Feuerlöscher-Prüfung und ihre Intervalle

Es ist wichtig zu verstehen, dass es verschiedene Arten von Prüfungen gibt, die für Feuerlöscher vorgeschrieben sind. Jede dieser Prüfungen hat ein eigenes, spezifisches Intervall, um die einwandfreie Funktion des Geräts sicherzustellen.

  • Außerordentliche Prüfung: Diese Prüfung findet statt, wenn ein Feuerlöscher stark beschädigt wurde, ungewöhnlich stark beansprucht wurde oder Anzeichen für einen Defekt aufweist. Sie ist ereignisbezogen und nicht an feste Intervalle gebunden.
  • Regelmäßige Instandhaltung (Wartung): Dies ist die häufigste und wichtigste regelmäßige Prüfung. Sie dient der Überprüfung der äußeren Beschaffenheit, der Bedienbarkeit und der Füllung des Feuerlöschers.
  • Druckbehälterprüfung (Zerlegung): Hierbei wird der Feuerlöscher vollständig zerlegt, gereinigt und die Dichtigkeit des Behälters geprüft. Dies ist eine tiefgreifendere Prüfung, die seltener als die regelmäßige Wartung stattfindet.

Das Prüfintervall für die regelmäßige Instandhaltung (Wartung)

Für die sogenannte „regelmäßige Instandhaltung“ bzw. Wartung von tragbaren Feuerlöschern gibt es ein klar definiertes Intervall. Dieses ist in den relevanten Vorschriften und Normen festgelegt.

Grundsätzlich gilt für die meisten gängigen tragbaren Feuerlöscher (wie Schaum-, Pulver-, Wasser- oder CO2-Feuerlöscher), dass sie einer regelmäßigen Instandhaltung (Wartung) im Abstand von zwei Jahren unterzogen werden müssen.

Diese Wartung umfasst typischerweise:

  • Prüfung der äußeren Beschaffenheit des Geräts.
  • Kontrolle des Treibmitteldrucks (bei gefüllten Geräten).
  • Überprüfung der Dichtungen und der Bedienhebel.
  • Kontrolle des Treibmittelvorrats (bei Pulverlöschern).
  • Sicherstellung, dass das Gerät leicht zugänglich und bedienbar ist.
  • Überprüfung des letzten Wartungsdatums und ggf. der Beschriftung.

Die Durchführung der Wartung darf nur von fachkundigem Personal erfolgen. Dies sind in der Regel ausgebildete Brandschutztechniker oder qualifizierte Mitarbeiter von Fachbetrieben, die über das notwendige Wissen und die Ausrüstung verfügen.

Das Prüfintervall für die Druckbehälterprüfung (Zerlegung)

Neben der regelmäßigen Wartung unterliegen die Druckbehälter von Feuerlöschern einer speziellen Prüfung, bei der das Gerät vollständig zerlegt wird. Diese Prüfung ist aufwendiger und hat daher ein längeres Intervall.

Die Druckbehälterprüfung (auch als „zerlegende Prüfung“ oder „zwölfte Prüfung“ bekannt) muss in der Regel alle sechs Jahre durchgeführt werden. Bei dieser Prüfung wird der Behälter auf Korrosion, Risse und andere Beschädigungen untersucht. Die inneren Bauteile werden überprüft und Verschleißteile, wie beispielsweise Dichtungen, ausgetauscht.

Auch diese Prüfung darf nur von anerkannten Sachkundigen oder spezialisierten Fachbetrieben durchgeführt werden. Nach erfolgreicher Prüfung wird der Feuerlöscher entsprechend gekennzeichnet.

Sonderfälle und abweichende Prüfintervalle

Es gibt einige Ausnahmen und besondere Regelungen, die von den allgemeinen Prüfintervallen abweichen können. Diese sind oft abhängig von spezifischen Umgebungsbedingungen, der Bauart des Feuerlöschers oder den Anforderungen bestimmter Branchen.

  • Kohlendioxid (CO2)-Feuerlöscher: Für CO2-Feuerlöscher gilt in der Regel ebenfalls ein Wartungsintervall von zwei Jahren. Die Druckbehälterprüfung (Zerlegung) ist hier jedoch oft an andere Intervalle geknüpft, da CO2-Feuerlöscher in der Regel nicht dem gleichen Korrosionsrisiko ausgesetzt sind wie Löscher mit anderen Löschmitteln. Die genauen Vorgaben können hier je nach Hersteller und Norm variieren, aber oft liegt die Druckbehälterprüfung im Abstand von zehn Jahren. Es ist unerlässlich, die spezifischen Herstellerangaben und die geltenden Normen zu konsultieren.
  • Geräte mit geringer Beanspruchung: In Bereichen mit sehr geringer Beanspruchung und geringem Risiko können unter bestimmten Umständen abweichende Prüfintervalle zulässig sein. Dies bedarf jedoch einer sorgfältigen Begründung und Dokumentation und sollte immer in Absprache mit den zuständigen Aufsichtsbehörden oder Sachverständigen erfolgen.
  • Sonderbauarten: Feuerlöscher mit speziellen Bauformen oder für besondere Einsatzzwecke, wie beispielsweise für den Einsatz in bestimmten chemischen Umgebungen oder in der Luftfahrt, können von den allgemeinen Prüfintervallen abweichen. Die Prüfvorschriften werden hier oft durch branchenspezifische Normen oder Herstellerempfehlungen geregelt.

Wer darf Feuerlöscher prüfen? Die Rolle des Sachkundigen

Die Durchführung von Prüfungen an Feuerlöschern ist keine Aufgabe für Jedermann. Die Gesetzgebung und die relevanten Normen schreiben klar vor, wer diese Prüfungen durchführen darf. Dies dient der Gewährleistung höchster Sicherheitsstandards.

Die Prüfungen – sowohl die regelmäßige Instandhaltung als auch die Druckbehälterprüfung – dürfen ausschließlich von Sachkundigen durchgeführt werden. Ein Sachkundiger ist eine Person, die aufgrund ihrer Ausbildung, ihres technischen Wissens und ihrer praktischen Erfahrung über die erforderlichen Fähigkeiten verfügt, um die Sicherheit und Funktionsfähigkeit von Feuerlöschern zu beurteilen.

Typischerweise sind dies:

  • Ausgebildete Brandschutztechniker.
  • Mitarbeiter von spezialisierten Fachbetrieben für Brandschutztechnik, die regelmäßig geschult werden.
  • Von der zuständigen Behörde anerkannte Sachverständige.

Die Qualifikation des Sachkundigen muss durch entsprechende Schulungsnachweise oder Zertifikate belegt werden können. Nach erfolgter Prüfung wird der Feuerlöscher mit einem Prüfprotokoll und einem Aufkleber versehen, der das Datum der Prüfung und das Datum der nächsten fälligen Prüfung angibt.

Die Bedeutung der Kennzeichnung von Feuerlöschern

Nach jeder durchgeführten Prüfung – sei es die Wartung oder die Druckbehälterprüfung – muss der Feuerlöscher korrekt gekennzeichnet werden. Diese Kennzeichnung ist essenziell, um den Status der Prüfung und die Gültigkeit des Geräts auf einen Blick erkennen zu können.

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Die Kennzeichnung beinhaltet in der Regel:

  • Ein Prüfdatum: Wann die letzte Prüfung stattgefunden hat.
  • Das Datum der nächsten fälligen Prüfung: Wann die nächste Wartung oder Druckbehälterprüfung ansteht.
  • Das Siegel oder den Stempel des prüfenden Sachkundigen oder Fachbetriebs.

Diese Kennzeichnung ist nicht nur eine Information für den Betreiber, sondern auch für die zuständigen Aufsichtsbehörden im Falle einer Kontrolle. Ein Feuerlöscher ohne gültige Kennzeichnung kann als nicht vorschriftsmäßig angesehen werden und zu Beanstandungen führen.

Konsequenzen bei Nichteinhaltung der Prüfpflichten

Die Einhaltung der gesetzlichen Prüfintervalle für Feuerlöscher ist keine bloße Formalität. Die Nichtbeachtung dieser Pflichten kann gravierende Folgen haben, die von rechtlichen bis hin zu versicherungsrelevanten Aspekten reichen.

Rechtliche Konsequenzen: Bei Bränden, bei denen sich herausstellt, dass ein Feuerlöscher nicht ordnungsgemäß gewartet war und somit nicht einsatzfähig war, können strafrechtliche Konsequenzen drohen. Dies insbesondere dann, wenn Personen zu Schaden kommen. Die Betreiber von Gebäuden und Anlagen tragen die Verantwortung für die Sicherheit. Verstöße gegen die Betriebssicherheitsverordnung können mit Bußgeldern geahndet werden.

Versicherungsrechtliche Konsequenzen: Im Schadensfall kann die Versicherung die Leistung verweigern oder reduzieren, wenn nachweislich die gesetzlichen Vorschriften zur Instandhaltung von Brandschutzeinrichtungen, wie Feuerlöschern, nicht eingehalten wurden. Ein nicht geprüfter oder nicht gewarteter Feuerlöscher kann als grobe Fahrlässigkeit gewertet werden.

Erhöhtes Risiko: Die offensichtlichste und gravierendste Konsequenz ist das erhöhte Risiko von größeren Sach- und Personenschäden. Ein fehlerhafter Feuerlöscher kann im Ernstfall nutzlos sein, wodurch sich ein kleiner Brand zu einem verheerenden Großbrand entwickeln kann.

Zusammenfassung der Prüfintervalle

Um dir einen klaren Überblick zu verschaffen, hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Prüfintervalle für Feuerlöscher:

Art der Prüfung Typisches Intervall Beschreibung
Regelmäßige Instandhaltung (Wartung) Alle 2 Jahre Äußere Beschaffenheit, Druck, Bedienbarkeit, Füllung.
Druckbehälterprüfung (Zerlegung) Alle 6 Jahre Vollständige Zerlegung, Prüfung des Behälters auf Schäden, Austausch von Verschleißteilen.
Außerordentliche Prüfung Bei Bedarf Nach Beschädigung, starker Beanspruchung oder Verdacht auf Defekt.
CO2-Feuerlöscher Druckbehälterprüfung Alle 10 Jahre (oft, Herstellerangaben beachten) Spezifische Prüfung für CO2-Löscher, da andere Korrosionsrisiken bestehen.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Welches Prüfintervall gilt gesetzlich für Feuerlöscher?

Wie oft muss ein Feuerlöscher generell geprüft werden?

Ein Feuerlöscher muss generell gemäß den gesetzlichen Vorgaben regelmäßig geprüft werden. Die wichtigste regelmäßige Prüfung ist die Instandhaltung (Wartung), die alle zwei Jahre stattfinden muss. Zusätzlich ist eine Druckbehälterprüfung alle sechs Jahre erforderlich.

Gilt das gleiche Prüfintervall für alle Arten von Feuerlöschern?

Für die meisten gängigen tragbaren Feuerlöscher (Schaum, Pulver, Wasser) gelten die Intervalle von zwei Jahren für die Wartung und sechs Jahre für die Druckbehälterprüfung. Bei speziellen Feuerlöschern wie CO2-Löschern oder Geräten für besondere Einsatzbereiche können abweichende Intervalle gelten, insbesondere bei der Druckbehälterprüfung. Hier sind die Herstellerangaben und spezifischen Normen maßgeblich.

Was passiert, wenn mein Feuerlöscher das Prüfdatum überschreitet?

Wenn das Prüfdatum eines Feuerlöschers überschritten ist, gilt er als nicht vorschriftsmäßig und im Ernstfall potenziell nicht funktionsfähig. Dies kann zu rechtlichen Problemen, Bußgeldern und Versicherungsablehnungen im Schadensfall führen. Das Risiko eines größeren Brandes steigt zudem erheblich.

Wer ist für die regelmäßige Prüfung der Feuerlöscher verantwortlich?

Die Verantwortung für die regelmäßige Prüfung der Feuerlöscher liegt in der Regel beim Betreiber der Räumlichkeiten oder der Anlage. Dies können beispielsweise Unternehmen, öffentliche Einrichtungen, aber auch Eigentümer von Mehrfamilienhäusern sein. Die Durchführung der Prüfung muss durch einen anerkannten Sachkundigen erfolgen.

Kann ich meinen Feuerlöscher selbst prüfen?

Nein, die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen von Feuerlöschern dürfen und können nicht von Privatpersonen oder Laien durchgeführt werden. Nur anerkannte Sachkundige mit entsprechendem Fachwissen und der notwendigen Ausrüstung dürfen diese Prüfungen durchführen und dokumentieren.

Was versteht man unter der Druckbehälterprüfung?

Die Druckbehälterprüfung ist eine umfassende Überprüfung des Feuerlöschers, bei der das Gerät vollständig zerlegt wird. Dabei werden der Behälter auf Korrosion und andere Beschädigungen untersucht, alle inneren Bauteile inspiziert und Verschleißteile wie Dichtungen ausgetauscht. Dies stellt die langfristige Sicherheit und Funktionsfähigkeit des Druckbehälters sicher.

Wo finde ich die Informationen zur nächsten fälligen Prüfung meines Feuerlöschers?

Die Informationen zur nächsten fälligen Prüfung deines Feuerlöschers findest du auf dem Prüfaufkleber am Gerät. Dort ist in der Regel das Datum der letzten Prüfung und das Datum der nächsten fälligen Wartung oder Druckbehälterprüfung vermerkt. Dieses Datum wird vom prüfenden Sachkundigen nach jeder durchgeführten Inspektion aktualisiert.

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