Welcher Feuerlöscher ist in der Gastronomie vorgeschrieben?

Feuerlöscher für Gastronomie

Als Betreiber eines gastronomischen Betriebs stehst du vor der wichtigen Frage: Welcher Feuerlöscher ist in der Gastronomie vorgeschrieben, um deine Gäste, dein Personal und dein Eigentum optimal zu schützen? Die richtige Auswahl und Platzierung von Feuerlöschgeräten ist nicht nur eine gesetzliche Pflicht, sondern ein entscheidender Faktor für die Betriebssicherheit.

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Die gesetzlichen Grundlagen und die Rolle von Feuerlöschern in der Gastronomie

Die Vorschriften zur Brandschutzsicherheit in gastronomischen Betrieben sind streng und dienen primär dem Schutz von Menschenleben und der Vermeidung von Sachschäden. In Deutschland basieren diese Anforderungen auf verschiedenen Gesetzen, Verordnungen und Normen, insbesondere der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV), den Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR) sowie den jeweiligen landesspezifischen Brandschutzgesetzen und Bauordnungen. Die DIN 14406, Teil 1, legt die grundlegenden Anforderungen an tragbare Feuerlöscher fest. Für die Gastronomie sind dabei insbesondere die Brandklassen relevant, da in Küchen und Essbereichen verschiedene Arten von Bränden auftreten können.

Die Auswahl des richtigen Feuerlöschers hängt maßgeblich von den potenziellen Brandgefahren ab, die in deinem Betrieb vorhanden sind. In der Gastronomie treten typischerweise Brände der Klassen A (feste Stoffe), B (flüssige Stoffe), C (gasförmige Stoffe) und insbesondere F (Speiseöle und -fette) auf. Jeder Feuerlöscher ist für bestimmte Brandklassen zertifiziert, was durch entsprechende Piktogramme auf dem Gerät gekennzeichnet ist.

Brandklassen und ihre Bedeutung für die Auswahl des Feuerlöschers

Um den passenden Feuerlöscher für deine Gastronomie auszuwählen, musst du die verschiedenen Brandklassen verstehen:

  • Brandklasse A: Brände fester Stoffe, die normalerweise unter geringer Flammenbildung brennen und zur Glutbildung neigen. Beispiele hierfür sind Holz, Papier, Textilien, und Kunststoffe.
  • Brandklasse B: Brände von flüssigen oder schmelzbaren Stoffen. Hierzu zählen Benzin, Öle, Fette (nicht Speiseöle und -fette), Lacke, Wachse und Kunststoffe.
  • Brandklasse C: Brände von gasförmigen Stoffen. Typische Beispiele sind Erdgas, Flüssiggas (Propan, Butan), Wasserstoff und Acetylen.
  • Brandklasse D: Brände von Metallen. Dies ist in der Gastronomie eher selten, kann aber bei bestimmten Geräten oder Materialien vorkommen.
  • Brandklasse F: Brände von Speiseölen und -fetten. Diese Art von Brand tritt sehr häufig in Küchen auf und erfordert spezielle Feuerlöscher, da Wasser und herkömmliche Schaumlöscher hier unwirksam oder sogar gefährlich sein können.

Welche Feuerlöscher sind in Küchen und Essbereichen vorgeschrieben?

In der Gastronomie, insbesondere in Küchenbereichen, wo mit offenen Flammen, heißen Fetten und Ölen gearbeitet wird, ist die Gefahr von Fettbränden (Brandklasse F) besonders hoch. Daher sind hier spezielle Feuerlöscher vorgeschrieben:

Fettbrandlöscher (Brandklasse F)

Ein Fettbrandlöscher ist unerlässlich für jeden Küchenbereich einer Gastronomie. Diese Löscher verwenden ein spezielles Löschmittel, das darauf ausgelegt ist, die Flammen zu ersticken und eine Rückzündung zu verhindern, indem es eine schützende Schicht über dem brennenden Fett bildet. Sie sind speziell für die Brandklasse F zertifiziert.

  • Wirkungsweise: Das Löschmittel reagiert mit dem heißen Fett, kühlt es ab und bildet eine schaumartige Barriere, die die Sauerstoffzufuhr unterbindet.
  • Einsatzbereich: Hauptsächlich in gewerblichen Küchen, Restaurants, Imbissen und allen Bereichen, in denen mit Speiseölen und -fetten gearbeitet wird.
  • Empfehlung: Ein Fettbrandlöscher mit einer Mindestlöschmittelmenge von 6 Litern ist für die meisten gastronomischen Küchen empfehlenswert.

Schaumlöscher (Brandklasse A und B)

Für Bereiche außerhalb der unmittelbaren Küchenumgebung, wie beispielsweise im Gastraum, können Schaumlöscher geeignet sein, da sie Brände der Klassen A und B bekämpfen können. Sie wirken kühlend und erstickend.

  • Wirkungsweise: Das Löschmittel bildet einen Schaumfilm, der die Oberfläche des brennenden Materials bedeckt und die Sauerstoffzufuhr unterbindet.
  • Einsatzbereich: Gasträume, Lagerbereiche für brennbare Materialien, Büros.
  • Wichtiger Hinweis: Schaumlöscher sind nicht für Fettbrände (Brandklasse F) geeignet, da sie das brennende Fett aufwirbeln und den Brand verschlimmern können.

Pulverlöscher (Brandklassen A, B und C)

Pulverlöscher sind Allround-Talente und können Brände der Klassen A, B und C löschen. Sie sind sehr effektiv, hinterlassen aber einen erheblichen Pulverschmutz, der empfindliche Geräte und Oberflächen beschädigen kann.

  • Wirkungsweise: Das Löschpulver unterbricht die chemische Kettenreaktion des Brandes und hat zudem eine leichte erstickende Wirkung.
  • Einsatzbereich: In Bereichen, in denen viele verschiedene Brandarten möglich sind und die Folgen des Pulverschmutzes tolerierbar sind. In Küchen sind sie aufgrund des aggressiven Pulvers oft die zweite Wahl nach dem Fettbrandlöscher.
  • Vorsicht: Das Pulver kann die Sicht beeinträchtigen und Atemwege reizen.

CO2-Löscher (Brandklasse B)

CO2-Löscher (Kohlendioxidlöscher) sind vor allem für Brände von Flüssigkeiten und elektrischen Anlagen (Brandklasse B) geeignet. Sie hinterlassen keine Rückstände, was sie ideal für den Einsatz in Bereichen mit empfindlicher Elektronik oder in Küchen macht, wo eine Verschmutzung vermieden werden soll.

  • Wirkungsweise: Das Kohlendioxid verdrängt den Sauerstoff und kühlt den Brandherd stark ab.
  • Einsatzbereich: Küche (insbesondere wenn eine rückstandsfreie Löschung gewünscht ist), Büros, Serverräume.
  • Wichtiger Hinweis: CO2-Löscher können bei falscher Anwendung zu Erfrierungen führen und in schlecht belüfteten Räumen eine Erstickungsgefahr darstellen. Sie sind nicht für Brände der Klasse A oder F geeignet.

Zusammenfassung der Feuerlöscher-Empfehlungen für die Gastronomie

Bereich im Betrieb Primäre Brandgefahren Empfohlener Feuerlöscher Begründung
Gewerbliche Küche (Fritteusen, Kochstellen) Brandklasse F (Speiseöle und -fette), Brandklasse B (Öle und Fette, die nicht unter F fallen) Fettbrandlöscher (mind. 6 Liter) Spezialisiert auf Fettbrände, verhindert Rückzündung. Oft zusätzlich ein CO2-Löscher für kleinere Brände oder wenn Rückstände vermieden werden sollen.
Gastraum / Speisesaal Brandklasse A (Möbel, Dekorationen), Brandklasse B (Getränke, ggf. kleine Mengen an brennbaren Flüssigkeiten) Schaumlöscher oder Pulverlöscher Vielseitig einsetzbar, bekämpft feste und flüssige brennbare Stoffe. Schaumlöscher sind oft die bessere Wahl wegen weniger Rückständen.
Lagerbereiche (Lebensmittel, Verpackungsmaterial) Brandklasse A (Papier, Karton, Holz) Schaumlöscher oder Pulverlöscher Effektive Bekämpfung von festen brennbaren Stoffen.
Bar / Getränkeausgabe Brandklasse B (Alkoholische Getränke, Spirituosen) Schaumlöscher, CO2-Löscher oder Pulverlöscher Je nach Art der gelagerten Flüssigkeiten und dem Wunsch nach Rückstandsfreiheit.
Büro / Verwaltungsbereich Brandklasse A (Papier, Büromaterial), Brandklasse B (ggf. Druckerpatronen, Kleinchemikalien) Schaumlöscher oder CO2-Löscher CO2-Löscher sind hier oft bevorzugt wegen der Vermeidung von Schäden an elektronischen Geräten.

Standort und Anzahl der Feuerlöscher: Mehr als nur die richtige Wahl

Die bloße Anschaffung der richtigen Feuerlöscher reicht nicht aus. Auch die Anzahl, die Platzierung und die regelmäßige Wartung sind entscheidend für die effektive Brandbekämpfung. Die genaue Anzahl und Art der benötigten Feuerlöscher hängt von der Größe und der spezifischen Nutzung deines Betriebs ab. Eine professionelle Gefährdungsbeurteilung durch einen Brandschutzexperten oder die örtliche Feuerwehr ist ratsam, um den individuellen Bedarf zu ermitteln.

Generelle Richtlinien für die Platzierung:

  • Feuerlöscher sollten gut sichtbar und leicht zugänglich platziert werden.
  • Sie sollten sich in unmittelbarer Nähe von Brandgefahren befinden, aber nicht so nah, dass sie im Brandfall nicht erreicht werden können.
  • In Küchen sollten Fettbrandlöscher griffbereit in der Nähe der Kochbereiche montiert sein.
  • Es sollten Fluchtwege und Ausgänge mit Feuerlöschern bestückt werden.
  • Die Bedienungsanleitung jedes Feuerlöschers muss gut sichtbar sein.

Wartung und Prüfung von Feuerlöschern: Eine gesetzliche Verpflichtung

Feuerlöscher sind sicherheitstechnische Geräte, die funktionsfähig sein müssen, wenn sie gebraucht werden. Daher sind regelmäßige Wartungen und Prüfungen gesetzlich vorgeschrieben. Gemäß der DIN 14406 Teil 4 müssen tragbare Feuerlöscher mindestens alle zwei Jahre von einem Fachbetrieb auf ihre Betriebsbereitschaft geprüft werden.

Bei der Wartung wird der Feuerlöscher auf Dichtheit geprüft, das Löschmittel kontrolliert und gegebenenfalls ergänzt, die Dichtungen und der Auslösemechanismus überprüft sowie der Druck im Gerät kontrolliert. Nach einer Wartung oder Instandsetzung muss der Feuerlöscher mit einer Prüfplakette versehen werden, die das Datum der Prüfung und den Namen des ausführenden Fachbetriebs angibt.

Häufig gestellte Fragen zu Feuerlöschern in der Gastronomie

Welche Brandklasse ist in einer Gastro-Küche am kritischsten?

In einer Gastronomieküche ist die Brandklasse F, also Brände von Speiseölen und -fetten, die kritischste. Diese Brände können sich explosionsartig ausbreiten und erfordern spezielle Löschmittel, da Wasser oder herkömmliche Löscher unwirksam sind und die Situation verschärfen können.

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Muss ich nur Fettbrandlöscher in der Küche haben?

Nein, oft ist eine Kombination sinnvoll. Neben dem vorgeschriebenen Fettbrandlöscher kann ein CO2-Löscher für kleinere Brände oder wenn keine Rückstände erwünscht sind, eine sinnvolle Ergänzung sein. Die genaue Anzahl und Art hängt von der Größe und Ausstattung der Küche ab und sollte durch eine Gefährdungsbeurteilung ermittelt werden.

Welcher Feuerlöscher ist für den Gastraum geeignet?

Für den Gastraum sind in der Regel Schaumlöscher oder Pulverlöscher geeignet, da sie Brände der Klassen A (feste Stoffe wie Möbel) und B (flüssige Stoffe wie Getränke) bekämpfen können. Schaumlöscher hinterlassen weniger Rückstände und sind daher oft die bevorzugte Wahl.

Wie oft müssen Feuerlöscher geprüft werden?

Feuerlöscher müssen mindestens alle zwei Jahre von einem Fachbetrieb auf ihre Betriebsbereitschaft geprüft werden. Diese regelmäßige Wartung ist gesetzlich vorgeschrieben.

Kann ich jeden Feuerlöscher selbst warten?

Nein, die Wartung und Prüfung von Feuerlöschern darf nur durch anerkannte Fachbetriebe erfolgen. Diese verfügen über das notwendige Wissen, Werkzeug und die Ersatzteile, um die Sicherheit der Geräte zu gewährleisten.

Was passiert, wenn ich die Brandschutzvorschriften nicht einhalte?

Die Nichteinhaltung von Brandschutzvorschriften kann zu empfindlichen Geldstrafen führen. Im schlimmsten Fall, bei einem Brand mit Personenschaden, können strafrechtliche Konsequenzen drohen. Darüber hinaus kann die Versicherungsleistung im Schadensfall gekürzt oder verweigert werden.

Sind CO2-Löscher für alle Brände in der Gastronomie geeignet?

Nein, CO2-Löscher sind primär für Brandklasse B (flüssige Stoffe) und elektrische Brände geeignet. Sie sind nicht wirksam gegen Brände der Klasse A (feste Stoffe) oder Klasse F (Fettbrände) und können in schlecht belüfteten Räumen eine Erstickungsgefahr darstellen.

Brandschutzplanung für gastronomische Betriebe

Eine durchdachte Brandschutzplanung ist die Grundlage für die Sicherheit in deinem Betrieb. Sie umfasst nicht nur die Auswahl und Platzierung der Feuerlöscher, sondern auch Flucht- und Rettungspläne, Rauchmelder, Sprinkleranlagen (falls erforderlich) und regelmäßige Schulungen des Personals im Umgang mit Brandgefahren und Feuerlöschgeräten. Die Investition in professionellen Brandschutz ist eine Investition in die Sicherheit deiner Mitarbeiter, deiner Gäste und deines Unternehmens.

Informationsquellen und zuständige Behörden

Für detaillierte Informationen und verbindliche Auskünfte zu den brandschutztechnischen Anforderungen in deinem Bundesland solltest du dich an folgende Stellen wenden:

  • Die örtliche Feuerwehr oder das zuständige Bauamt.
  • Fachverbände und Organisationen im Bereich Brandschutz.
  • Zertifizierte Brandschutzbeauftragte und Sachverständige.

Die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften zum Brandschutz ist unerlässlich und schützt dich und dein Unternehmen im Ernstfall.

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