Welcher Feuerlöscher ist im Mehrfamilienhaus vorgeschrieben?

Feuerlöscher für Mehrfamilienhaus

In einem Mehrfamilienhaus ist die Wahl des richtigen Feuerlöschers entscheidend für die Sicherheit aller Bewohner. Dieser Text beantwortet präzise die Frage, welcher Feuerlöscher im Mehrfamilienhaus vorgeschrieben ist, und liefert dir alle relevanten Informationen zur Einhaltung von Brandschutzbestimmungen.

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Die gesetzliche Grundlage für Feuerlöscher in Mehrfamilienhäusern

In Deutschland gibt es keine bundesweit einheitliche, spezifische Vorschrift, die genau festlegt, welcher Feuerlöscher in jedem einzelnen Mehrfamilienhaus vorgeschrieben ist. Die Anforderungen ergeben sich vielmehr aus einer Kombination von Gesetzen, Verordnungen und Normen, die den Brandschutz im Allgemeinen regeln. Die wichtigsten Anhaltspunkte findest du in den Landesbauordnungen (LBO) der jeweiligen Bundesländer sowie in technischen Baubestimmungen und der Industrienorm DIN 14406 Teil 1 (Tragbare Feuerlöscher).

Grundsätzlich ist der Betreiber, in der Regel der Eigentümer oder die Hausverwaltung, für die Gewährleistung des Brandschutzes verantwortlich. Dies beinhaltet die Bereitstellung geeigneter Feuerlöscheinrichtungen. Bei Neubauten sind die Anforderungen oft im Baugenehmigungsverfahren detaillierter festgelegt. Bei Bestandsbauten orientiert man sich an den anerkannten Regeln der Technik und den geltenden Normen, um ein Mindestmaß an Sicherheit zu gewährleisten.

Das primäre Ziel ist es, Brände in einem frühen Stadium effektiv bekämpfen zu können, um Schäden zu minimieren und Menschenleben zu schützen. Die Auswahl des Feuerlöschers hängt dabei maßgeblich von der Brandgefahr ab, die von den verschiedenen Bereichen eines Mehrfamilienhauses ausgeht.

Typische Brandklassen und ihre Bedeutung für die Feuerlöscherwahl

Die Wahl des passenden Feuerlöschers ist untrennbar mit den verschiedenen Brandklassen verbunden. Diese Klassen definieren die Art des brennenden Materials und sind entscheidend dafür, welche Löschmittel wirksam und sicher eingesetzt werden können. Im Kontext eines Mehrfamilienhauses sind insbesondere folgende Brandklassen relevant:

  • Brandklasse A: Brände fester, glutbildender Stoffe wie Holz, Papier, Textilien, Kunststoffe.
  • Brandklasse B: Brände von flüssigen oder schmelzenden Stoffen wie Benzin, Öl, Fett, Wachs, Farben.
  • Brandklasse C: Brände von gasförmigen Stoffen wie Erdgas, Propan, Butan.
  • Brandklasse D: Brände von Metallen wie Magnesium, Aluminium, Natrium (in Wohngebäuden selten relevant).
  • Brandklasse E: Brände in elektrischen Anlagen und Geräten (oft als Brandklasse C mitgeführt oder separat behandelt, da die Bezeichnung E nicht mehr aktuell ist, aber umgangssprachlich verwendet wird). Die tatsächliche Klassifizierung erfolgt nach der Art des Löschmittels, das elektrische Anlagen nicht beschädigen darf.
  • Brandklasse F: Brände von Speiseölen und -fetten in Küchen (besonders relevant für Küchenbrände).

Die meisten Feuerlöscher sind für eine oder mehrere dieser Brandklassen geeignet, was durch entsprechende Kennzeichnungen auf dem Gerät ersichtlich ist.

Welche Feuerlöscher sind für Mehrfamilienhäuser generell empfehlenswert?

Aufgrund der unterschiedlichen Brandrisiken in einem Mehrfamilienhaus, die von alltäglichen Bränden fester Stoffe bis hin zu Fettbränden in Küchen reichen, sind in der Regel Mehrzwecklöscher die erste Wahl. Diese decken mehrere Brandklassen ab und bieten somit eine flexible und umfassende Lösung.

Schaumfeuerlöscher (Brandklassen A und B)

Schaumfeuerlöscher sind eine sehr effektive Wahl für Mehrfamilienhäuser. Sie löschen Brände der Klassen A und B. Das Löschmittel besteht aus Wasser, dem ein Schaumbildner zugesetzt wird. Der Schaum bildet eine wasserhaltige Decke über dem Brandgut, kühlt dieses und erstickt die Flammen durch Unterbrechung der Sauerstoffzufuhr.

  • Vorteile: Gute Kühlwirkung, geringere Verschmutzung als Pulverlöscher, gut geeignet für Textilien und Holz.
  • Nachteile: Nicht für elektrische Anlagen geeignet, Gefahr der Vereisung bei Frost, geringere Löschleistung bei sehr heißen Bränden im Vergleich zu Pulver.

Pulverfeuerlöscher (Brandklassen A, B und C)

Pulverfeuerlöscher sind Alleskönner und decken in der Regel die Brandklassen A, B und C ab. Sie sind mit einem feinen Löschpulver gefüllt, das den Brand durch eine chemische Hemmung und eine physikalische Trennung vom Sauerstoff löscht. Sie sind oft die kostengünstigste Option und bieten eine hohe Löschleistung.

  • Vorteile: Sehr breit gefächert einsetzbar, hohe Löschkraft, auch für Gasbrände (z.B. beim Absperren der Gaszufuhr) geeignet, funktionsfähig bei sehr tiefen Temperaturen.
  • Nachteile: Hohe Verschmutzung durch das Löschpulver, das in alle Ritzen dringt und teils aufwendig zu reinigen ist. Die Sicht wird stark beeinträchtigt. Keine Eignung für Küchenbrände mit heißen Fetten (Brandklasse F).

Fettbrandlöscher (Brandklasse F)

Für Küchen, die oft der Ort von Fettbränden sind, ist ein spezieller Fettbrandlöscher (auch als Brandklasse F-Löscher bezeichnet) unerlässlich. Diese Löscher sind darauf ausgelegt, Brände von brennenden Speiseölen und -fetten in Küchengeräten wie Fritteusen oder Bratpfannen effektiv zu bekämpfen. Das Löschmittel reagiert chemisch mit dem heißen Fett und bildet eine Verseifungsschicht, die den Brand erstickt und ein erneutes Entflammen verhindert.

  • Vorteile: Speziell für Fettbrände entwickelt, sehr effektive und sichere Brandbekämpfung in Küchen.
  • Nachteile: Nur für Brandklasse F geeignet, nicht als universeller Löscher einsetzbar.

Wasser- oder Schaum-Wasser-Löscher (Brandklasse A und B)

Diese Löscher sind eine Ergänzung zu herkömmlichen Schaumlöschern und können auch für die Brandklasse B eingesetzt werden, sofern das Wasser mit einem geeigneten Schaumbildner versetzt ist. Sie sind ideal für Bereiche, in denen Holz, Papier oder Textilien sowie brennbare Flüssigkeiten vorhanden sind.

Kohlendioxid (CO₂)-Feuerlöscher (Brandklasse B, oft auch E)

CO₂-Feuerlöscher sind für Brände von Flüssigkeiten (Brandklasse B) und vor allem für elektrische Anlagen und Geräte (oft als Brandklasse E bezeichnet) gedacht. Sie hinterlassen keine Rückstände, da das CO₂ rückstandsfrei verdampft. Dies macht sie ideal für den Einsatz in Umgebungen, wo Verschmutzungen unbedingt vermieden werden müssen, wie z.B. in Serverräumen oder Werkstätten.

  • Vorteile: Rückstandsfrei, gut geeignet für elektrische Anlagen.
  • Nachteile: Geringe Kühlwirkung, Gefahr der Erstickung in schlecht belüfteten Räumen, weniger wirksam bei größeren Bränden, nicht für Brandklasse A geeignet.

Die richtige Platzierung und Anzahl von Feuerlöschern

Neben der Auswahl des richtigen Typs ist die Anzahl und Platzierung der Feuerlöscher von entscheidender Bedeutung für deren Effektivität im Ernstfall. Die geltenden Vorschriften und Normen (z.B. DIN 14406 und Brandschutzordnungen) geben hier klare Richtlinien vor.

Ausgangsbereiche und Flure

In Mehrfamilienhäusern sollten Feuerlöscher gut erreichbar in den zentralen Bereichen wie Treppenhäusern, Fluren und vor den Ausgängen der Wohnungen platziert werden. Die Fluchtwege dürfen durch die Platzierung der Löscher nicht blockiert werden.

Anzahl der Feuerlöscher

Die genaue Anzahl hängt von der Größe des Gebäudes, der Anzahl der Stockwerke und der Aufteilung der einzelnen Wohnbereiche ab. Als Faustregel gilt, dass von jedem Punkt im Gebäude der nächste Feuerlöscher in der Regel innerhalb von 30 Metern erreichbar sein sollte. Dies schließt die Bereiche innerhalb der einzelnen Wohnungen nicht zwangsläufig ein, kann aber für gemeinschaftlich genutzte Bereiche gelten.

  • Treppenhaus: Oft wird mindestens ein Feuerlöscher pro Etage im Treppenhaus empfohlen.
  • Gemeinschaftsräume: In Waschküchen, Kellern oder Fahrradkellern sollten ebenfalls geeignete Löscher vorgehalten werden, abhängig von der dortigen Brandlast.

Kennzeichnung und Wartung

Jeder Feuerlöscher muss klar gekennzeichnet sein, mit Informationen zur Brandklasse, Löschmittelmenge und zum Hersteller. Darüber hinaus sind regelmäßige Wartungen durch Fachbetriebe vorgeschrieben. Diese Wartungen stellen sicher, dass die Löscher jederzeit funktionsfähig sind und den gesetzlichen Anforderungen entsprechen.

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Zusammenfassung: Feuerlöscher-Empfehlungen für Mehrfamilienhäuser

Bereich/Brandklasse Empfohlener Feuerlöscher-Typ Begründung/Hinweise
Allgemeine Bereiche (Flure, Treppenhäuser) Schaumfeuerlöscher (6 Liter) oder Pulverfeuerlöscher (6 kg) Deckung von Brandklassen A und B. Schaum ist umweltfreundlicher und hinterlässt weniger Rückstände. Pulver ist universeller einsetzbar, aber sehr schmutzig.
Küchenbereiche (auch Gemeinschaftsküchen) Fettbrandlöscher (Klasse F) Speziell für Brände von Speiseölen und -fetten, die häufig in Küchen auftreten.
Elektrische Anlagen (z.B. Technikräume) CO₂-Feuerlöscher (2 kg oder 5 kg) oder spezielle Pulverlöscher für elektrische Brandklassen Keine Beschädigung elektrischer Geräte, rückstandslose Löschung.
Keller/Lagerbereiche Schaumfeuerlöscher oder Pulverfeuerlöscher Abhängig von der dort gelagerten Brandlast. Hohe Brandlast erfordert ggf. größere Löscher.

Wann sind Feuerlöscher vorgeschrieben?

Die Verpflichtung zum Vorhandensein von Feuerlöschern ergibt sich nicht immer aus einer expliziten Einzelvorschrift für jedes Mehrfamilienhaus, sondern aus der allgemeinen Pflicht des Eigentümers oder Betreibers, für ausreichende Brandschutzmaßnahmen Sorge zu tragen. Dies ist insbesondere der Fall, wenn:

  • Neubauten errichtet werden: Hier werden die Brandschutzanforderungen im Rahmen der Baugenehmigung festgelegt.
  • Brandschutzgutachten erstellt werden: Bei älteren Gebäuden oder besonderen Risikokonstellationen kann ein Gutachten die Notwendigkeit von Feuerlöschern begründen.
  • Landesbauordnungen (LBO) es vorsehen: Die LBOs der Bundesländer enthalten oft allgemeine Bestimmungen zum Brandschutz, die die Installation von Feuerlöschern einschließen können.
  • Gewerbliche Nutzung vorliegt: Wenn Teile des Mehrfamilienhauses gewerblich genutzt werden (z.B. Arztpraxis, Büro), gelten strengere Vorschriften.

Es ist ratsam, sich im Zweifel bei der örtlichen Baubehörde oder einem qualifizierten Brandschutzexperten zu informieren, um sicherzustellen, dass alle relevanten Bestimmungen eingehalten werden.

Häufige Irrtümer bezüglich Feuerlöschern in Mehrfamilienhäusern

Oftmals gibt es Missverständnisse darüber, welche Feuerlöscher tatsächlich vorgeschrieben sind oder welche Art von Löscher für welche Situation am besten geeignet ist. Einige gängige Irrtümer sind:

  • Ein Feuerlöscher reicht aus: In größeren Mehrfamilienhäusern sind oft mehrere Löscher an verschiedenen Stellen notwendig, um eine schnelle Erreichbarkeit zu gewährleisten.
  • Jeder Feuerlöscher bekämpft jeden Brand: Dies ist falsch. Die Brandklassen müssen beachtet werden, da die falschen Löschmittel die Situation verschlimmern können (z.B. Wasser auf Fettbrand).
  • Der Feuerlöscher in der eigenen Wohnung ist ausreichend: Während ein Feuerlöscher in der Wohnung sinnvoll ist, sind die Löscher im Treppenhaus und in Gemeinschaftsbereichen für den übergeordneten Brandschutz des gesamten Gebäudes gedacht.
  • Wartung ist nicht notwendig: Feuerlöscher müssen regelmäßig gewartet werden, um ihre Funktionsfähigkeit sicherzustellen. Ein nicht gewarteter Löscher kann im Ernstfall versagen.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Welcher Feuerlöscher ist im Mehrfamilienhaus vorgeschrieben?

Braucht jede Wohnung einen Feuerlöscher?

Es gibt keine generelle gesetzliche Vorschrift, die vorschreibt, dass jede einzelne Wohnung zwingend mit einem Feuerlöscher ausgestattet sein muss. Empfohlen wird es jedoch aus Gründen der Eigenvorsorge und des schnellen Eingreifens bei kleineren Bränden in der eigenen Wohnung. Die Pflicht für Feuerlöscher im Gebäude bezieht sich in erster Linie auf gemeinschaftlich genutzte Bereiche wie Treppenhäuser und Flure.

Wer ist für die Feuerlöscher im Mehrfamilienhaus verantwortlich?

Die Verantwortung für die Bereitstellung, Platzierung und regelmäßige Wartung der Feuerlöscher liegt in der Regel beim Eigentümer des Mehrfamilienhauses. Bei Mietshäusern wird diese Verantwortung oft auf die Hausverwaltung übertragen, die im Auftrag des Eigentümers handelt.

Welcher Feuerlöscher ist für das Treppenhaus am besten geeignet?

Für das Treppenhaus sind in der Regel Mehrzwecklöscher wie Schaum- oder Pulverfeuerlöscher geeignet, die die Brandklassen A und B abdecken. Diese sind für die häufigsten Brandarten in Wohnhäusern wie brennende Möbel, Papier oder leichte Flüssigkeiten ausgelegt. Die genaue Wahl hängt von der Brandschutzordnung des Gebäudes und der Einschätzung des zuständigen Sachverständigen ab.

Müssen Feuerlöscher im Keller vorhanden sein?

Ja, in vielen Mehrfamilienhäusern ist die Anwesenheit von Feuerlöschern in Gemeinschaftsbereichen wie Kellern, Waschküchen oder Fahrradkellern vorgeschrieben. Hier kann die Brandlast höher sein, und die Löscher dienen der Bekämpfung von Bränden, die durch gelagerte Gegenstände, elektrische Anlagen oder unsachgemäße Nutzung entstehen können.

Wie oft müssen Feuerlöscher im Mehrfamilienhaus gewartet werden?

Feuerlöscher müssen nach der Norm DIN 14406 Teil 4 (Tragbare Feuerlöscher – Instandhaltung) regelmäßig gewartet werden. In der Regel ist eine jährliche Inspektion durch einen Sachkundigen vorgeschrieben. Eine Hauptinstandsetzung (Überholung) ist spätestens nach 5 Jahren für Schaum- und Pulverlöscher sowie nach 10 Jahren für CO₂-Löscher fällig.

Gibt es Unterschiede zwischen alten und neuen Mehrfamilienhäusern bezüglich der Feuerlöscherpflicht?

Bei Neubauten werden die Brandschutzanforderungen und somit auch die Vorgaben für Feuerlöscher im Rahmen der Baugenehmigung genau festgelegt. Bei Bestandsbauten orientiert man sich an den anerkannten Regeln der Technik und den geltenden Normen. Es kann sein, dass ältere Gebäude nachträglich an aktuelle Brandschutzstandards angepasst werden müssen, wenn dies die Sicherheit erfordert oder behördliche Auflagen bestehen.

Sind Feuerlöscher für elektrische Geräte im Mehrfamilienhaus zwingend vorgeschrieben?

Wenn in gemeinschaftlich genutzten Bereichen (z.B. Hausanschlussraum, Technikräume) elektrische Anlagen oder Geräte vorhanden sind, die eine potenzielle Brandgefahr darstellen, ist die Bereitstellung von Feuerlöschern, die für elektrische Brandklassen geeignet sind (wie CO₂-Löscher), dringend ratsam und oft auch vorgeschrieben. Auch in Wohnungen, in denen elektrische Geräte eine erhöhte Brandgefahr bergen, sind entsprechende Löscher sinnvoll.

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