Welcher Feuerlöscher ist fürs Büro vorgeschrieben?

Feuerlöscher für Büro

Diese Informationen sind essenziell für alle Bürobeschäftigten, insbesondere für Verantwortliche für Arbeitssicherheit, Facility Manager und Unternehmer, die sicherstellen müssen, dass ihr Arbeitsplatz den gesetzlichen Vorschriften zur Brandbekämpfung entspricht. Hier erfährst du, welcher Feuerlöscher für Büros vorgeschrieben ist und welche Faktoren bei der Auswahl eine Rolle spielen.

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Die rechtlichen Grundlagen und Normen für Feuerlöscher im Büro

Die Auswahl und Platzierung von Feuerlöschern in Büros ist kein Zufall, sondern wird durch eine Reihe von Gesetzen, Verordnungen und technischen Normen geregelt. Diese Vorschriften zielen darauf ab, die Sicherheit von Mitarbeitern und Besuchern im Brandfall zu gewährleisten und Sachschäden zu minimieren. In Deutschland sind insbesondere die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) und die Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR) maßgeblich. Die ASR A2.2 „Maßnahmen gegen Brände“ liefert konkrete Vorgaben zur Brandverhütung und Brandbekämpfung. Darüber hinaus sind die DIN EN 3-Normen für tragbare Feuerlöscher entscheidend, da sie die technischen Anforderungen, Prüfungen und Kennzeichnungen dieser Geräte festlegen. Die genauen Anforderungen können je nach Bundesland und der spezifischen Art des Büros variieren, aber die grundlegenden Prinzipien bleiben gleich: Es muss ein geeigneter und ausreichend dimensionierter Brandschutz vorhanden sein.

Welche Brandklassen gibt es und welche sind für Büros relevant?

Um den richtigen Feuerlöscher auszuwählen, musst du die verschiedenen Brandklassen kennen. Diese Klassifizierung hilft dabei, die Art des brennenden Materials zu identifizieren und somit den passenden Löschmitteltyp zu bestimmen. Die relevantesten Brandklassen für Büros sind:

  • Brandklasse A: Brände fester Stoffe, die normalerweise unter Glutentwicklung verbrennen. Hierzu zählen Holz, Papier, Textilien, Kunststoffe und ähnliche Materialien, die häufig in Büroumgebungen vorkommen.
  • Brandklasse B: Brände von flüssigen oder schmelzenden Stoffen. Dazu gehören Benzin, Öl, Fett, Lacke, Alkohole und Kunststoffe, die ebenfalls in Büros vorhanden sein können, beispielsweise in Werkstätten oder bei bestimmten Lagerbereichen.
  • Brandklasse C: Brände von Gasen. Diese sind in Büros seltener, können aber bei Leckagen in Gasleitungen oder Druckbehältern auftreten.
  • Brandklasse D: Brände von Metallen. Diese sind in typischen Büroumgebungen praktisch ausgeschlossen und erfordern spezielle Löschmittel.
  • Brandklasse E: Diese Klassifizierung ist veraltet und wurde in die Brandklasse F integriert. Sie bezog sich auf Brände elektrischer Anlagen.
  • Brandklasse F: Brände von Speisefetten und -ölen. Diese sind in Büros, die über eine Kantine oder Küche verfügen, von Bedeutung.

Für die meisten Büros sind Feuerlöscher, die für die Brandklassen A und B geeignet sind, die Standardanforderung. Je nach Ausstattung und Art der Tätigkeit können jedoch auch Feuerlöscher für Brandklasse C oder F erforderlich sein. Die Kennzeichnung der Feuerlöscher auf der Vorderseite gibt Aufschluss über die Brandklassen, für die sie geeignet sind, meist durch farbige Symbole (A, B, C, F) oder eine Kombination davon.

Die gebräuchlichsten Feuerlöscherarten für Büros

Basierend auf den Brandklassen und den häufigsten Brandgefahren in Büros kommen verschiedene Feuerlöscher zum Einsatz. Die Wahl des richtigen Typs ist entscheidend für eine effektive Brandbekämpfung:

  • Schaumfeuerlöscher: Diese sind besonders effektiv bei Bränden der Klasse A und B. Der Schaum bildet eine Decke über dem brennenden Material, kühlt es und erstickt die Flammen durch Sauerstoffentzug. Sie sind eine gute Allround-Lösung für Büros, da sie sowohl feste Stoffe als auch brennbare Flüssigkeiten bekämpfen können. Sie hinterlassen jedoch Rückstände, die empfindliche elektronische Geräte beschädigen könnten.
  • Pulverfeuerlöscher: Sie sind sehr vielseitig und eignen sich für die Brandklassen A, B und C. Das Löschpulver wirkt primär durch Unterbrechung der chemischen Kettenreaktion des Brandes und teilweise auch durch Erstickung. Pulverlöscher sind oft die preisgünstigste Option und bieten eine hohe Löschleistung. Nachteilig ist jedoch die starke Verschmutzung durch das feine Pulver, das empfindliche Elektronik und Anlagen stark beschädigen kann. Für Büros mit vielen elektronischen Geräten ist dies oft keine ideale Wahl.
  • Wasserfeuerlöscher: Diese sind ausschließlich für Brände der Klasse A geeignet. Sie kühlen das brennende Material und löschen somit den Brand. Wasserlöscher sind umweltfreundlich und hinterlassen keine Rückstände. Sie sind jedoch nicht für Brände von brennbaren Flüssigkeiten oder elektrischen Anlagen geeignet, da sie die Gefahr eines Stromschlags oder eine Ausbreitung des Feuers erhöhen können. Es gibt Varianten mit Zusätzen (z.B. Schaumzusatz), die sie auch für Klasse B nutzbar machen.
  • CO2-Feuerlöscher (Kohlendioxid): Diese Löscher sind ideal für Brände der Klasse B und insbesondere für elektrische Anlagen bis zu einer bestimmten Spannung (oft 1000 Volt). Das CO2 verdrängt den Sauerstoff und kühlt die Brandstelle. Ein großer Vorteil ist, dass CO2 rückstandsfrei verdampft und somit keine Verschmutzung hinterlässt. Dies macht sie zur bevorzugten Wahl für Serverräume, Büros mit vielen elektronischen Geräten und Produktionsstätten, wo eine Verschmutzung vermieden werden muss. Nachteile sind die geringere Reichweite und die Erstickungsgefahr in kleinen, schlecht belüfteten Räumen.
  • Fettbrandlöscher (Brandklasse F): Diese Löscher sind speziell für Küchen und Kantinen konzipiert, in denen mit Speisefetten und -ölen gearbeitet wird. Sie enthalten ein spezielles Löschmittel, das die Flammen durch Verseifung bekämpft und eine erneute Entzündung verhindert. In Büros mit eigener Küche sind diese Löscher vorgeschrieben.

Die richtige Dimensionierung und Platzierung von Feuerlöschern

Neben der Wahl des richtigen Feuerlöschertyps sind auch die Anzahl, die Größe (Löschmittelmenge) und die Platzierung entscheidend für die Einhaltung der Vorschriften und die effektive Brandbekämpfung. Die Arbeitsstättenverordnung und die ASR A2.2 geben hierzu klare Richtlinien:

  • Flächenmäßige Bemessung: Die Anzahl der Feuerlöscher richtet sich nach der Größe der einzelnen Brandabschnitte und der Brandgefährdung. Für eine Standard-Bürofläche gilt oft die Regel, dass in jedem Brandabschnitt ein Feuerlöscher vorhanden sein muss.
  • Reichweite: Ein Feuerlöscher muss von jedem Punkt des Büros aus in der Regel innerhalb von 20 Metern erreichbar sein. Dies bedeutet, dass bei größeren Büros oder komplexen Grundrissen mehrere Löscher erforderlich sind.
  • Löschmittelmenge: Die erforderliche Löschmittelmenge pro Feuerlöscher hängt ebenfalls von der Brandgefährdung und der Größe des Raumes ab. Für Büros werden üblicherweise Feuerlöscher mit einer Kapazität von 6 Litern (Schaum, Wasser) oder 5 Kilogramm (Pulver, CO2) empfohlen.
  • Platzierung: Feuerlöscher müssen gut sichtbar, leicht zugänglich und in der Nähe von Fluchtwegen oder potenziellen Brandherden platziert werden. Sie sollten auf einer maximalen Höhe von 1,50 Metern über dem Boden angebracht sein, damit sie auch von kleineren Personen gut erreicht werden können. Die Standsicherheit muss gewährleistet sein, und sie dürfen nicht durch Möbel oder andere Gegenstände verstellt werden. Gut sichtbare Schilder weisen auf die Position der Feuerlöscher hin.

Wartung und Prüfung von Bürolöschern

Ein Feuerlöscher ist nur dann wirksam, wenn er ordnungsgemäß funktioniert. Daher sind regelmäßige Wartung und Prüfung unerlässlich:

  • Jährliche Inspektion: Jeder Feuerlöscher muss mindestens einmal im Jahr von einem Sachkundigen auf seine ordnungsgemäße Funktion, den Fülldruck und den Zustand geprüft werden.
  • Aufladung und Wartung: Nach jeder Benutzung oder spätestens alle zwei Jahre (bei tragbaren Feuerlöschern) muss eine Wartung durchgeführt und der Löscher gegebenenfalls aufgeladen werden.
  • Druckprüfung: Alle fünf Jahre müssen tragbare Feuerlöscher einer Druckprüfung unterzogen werden, um ihre Sicherheit und Funktionsfähigkeit zu gewährleisten.
  • Kennzeichnung: Nach jeder Inspektion und Wartung wird der Feuerlöscher mit einer Plakette versehen, die das Datum der Prüfung und den Namen des Prüfers angibt. Diese Dokumentation ist für Nachweise gegenüber Behörden wichtig.

Die Verantwortung für die ordnungsgemäße Wartung liegt beim Betreiber des Büros. Die Vernachlässigung dieser Pflicht kann nicht nur zu Problemen im Brandfall führen, sondern auch rechtliche Konsequenzen haben.

Die Rolle von Brandschutzhelfern im Büro

Neben der Ausstattung mit geeigneten Feuerlöschern ist es in vielen Betrieben vorgeschrieben, geschulte Brandschutzhelfer zu benennen und auszubilden. Diese Personen sind dafür verantwortlich, im Brandfall die ersten Maßnahmen zu ergreifen, Evakuierungen einzuleiten und die Brandbekämpfung mit den vorhandenen Mitteln zu unterstützen, bis die Feuerwehr eintrifft. Die Anzahl der erforderlichen Brandschutzhelfer hängt von der Mitarbeiterzahl und der Brandgefährdung ab. Regelmäßige Schulungen und Übungen sind essenziell, um die Wirksamkeit des Brandschutzkonsens zu gewährleisten.

Häufige Fehler bei der Feuerlöscherwahl im Büro

Viele Unternehmen machen bei der Auswahl und Wartung von Feuerlöschern vermeidbare Fehler. Hier sind einige der häufigsten:

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  • Ungeeignete Löschmittel: Verwendung von Feuerlöschern, die nicht für die vorhandenen Brandklassen zugelassen sind. Beispielsweise ein reiner Wasserlöscher in einem Büro mit vielen elektrischen Geräten.
  • Mangelnde Anzahl oder falsche Dimensionierung: Zu wenige Feuerlöscher oder solche mit zu geringer Löschmittelmenge für die Größe des Büros.
  • Schlechte Platzierung: Feuerlöscher sind versteckt, unzugänglich oder werden durch Möbel blockiert.
  • Versäumte Wartung: Feuerlöscher sind abgelaufen, der Druck ist zu niedrig oder sie sind durch Beschädigungen nicht einsatzbereit.
  • Fehlende Schulung: Mitarbeiter wissen nicht, wie sie einen Feuerlöscher korrekt bedienen sollen.

Kriterium Empfehlung für Büros Begründung Typische Brandklassen
Allgemeine Büroflächen Schaumfeuerlöscher (6L) oder Pulverfeuerlöscher (5kg) Hohe Vielseitigkeit bei A- und B-Bränden, gute Löschleistung. Bei vielen Elektronikgeräten CO2-Löscher bevorzugen. A, B (teilweise C)
Serverräume und Büros mit empfindlicher Elektronik CO2-Feuerlöscher (5kg) Rückstandsfrei, löscht Brände von elektrischen Anlagen und brennbaren Flüssigkeiten. B, C (elektrische Anlagen)
Küchen und Kantinen Fettbrandlöscher (6L) Speziell für Brände von Speisefetten und -ölen entwickelt, verhindert Rückzündungen. F
Lagerbereiche für Papier und Karton Wasser- oder Schaumfeuerlöscher (6L) Effektiv bei Feststoffbränden (Klasse A), umweltfreundlich und kostengünstig. A
Regelmäßige Wartung Jährliche Inspektion, 5-jährige Druckprüfung Sicherstellung der Einsatzbereitschaft und Einhaltung gesetzlicher Vorschriften. N/A

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Welcher Feuerlöscher ist fürs Büro vorgeschrieben?

Muss ich Feuerlöscher in meinem Büro haben?

Ja, in der Regel sind Feuerlöscher in Büros gesetzlich vorgeschrieben. Die Arbeitsstättenverordnung und die Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR A2.2) fordern geeignete Maßnahmen zur Brandbekämpfung, wozu tragbare Feuerlöscher gehören. Die genauen Anforderungen richten sich nach der Größe und Art des Büros sowie der darin vorhandenen Brandgefährdung.

Welcher Feuerlöscher ist der Standard für Büros?

Für allgemeine Büroflächen, die typischerweise Papier, Holz und Kunststoff beinhalten, sind Schaumfeuerlöscher (6 Liter) oder Pulverfeuerlöscher (5 Kilogramm) eine häufige Wahl. Schaumlöscher sind vielseitig und decken die Brandklassen A und B ab. Pulverlöscher sind ebenfalls sehr effektiv, hinterlassen aber eine starke Verschmutzung, was sie für Büros mit empfindlicher Elektronik weniger ideal macht.

Brauche ich einen speziellen Feuerlöscher für meinen Serverraum?

Ja, für Serverräume sind CO2-Feuerlöscher (Kohlendioxid) oft die beste Wahl. Sie sind für die Brandklasse B (flüssige Stoffe) und insbesondere für elektrische Anlagen geeignet. Der große Vorteil von CO2 ist, dass es rückstandsfrei verdampft und somit keine Beschädigung der empfindlichen IT-Infrastruktur verursacht, was bei Pulverlöschern der Fall wäre.

Wie oft müssen Feuerlöscher im Büro geprüft werden?

Tragbare Feuerlöscher müssen mindestens einmal im Jahr durch einen Sachkundigen inspiziert werden. Darüber hinaus ist alle fünf Jahre eine Druckprüfung erforderlich. Nach jeder Benutzung oder spätestens alle zwei Jahre muss eine Wartung und gegebenenfalls eine Aufladung erfolgen.

Wer ist für die Anschaffung und Wartung der Feuerlöscher im Büro verantwortlich?

Die Verantwortung für die Anschaffung, korrekte Platzierung und regelmäßige Wartung der Feuerlöscher liegt beim Betreiber des Büros, also in der Regel beim Arbeitgeber oder der verantwortlichen Person für Arbeitssicherheit und Gebäudemanagement.

Was passiert, wenn ich keine vorgeschriebenen Feuerlöscher im Büro habe?

Das Fehlen vorgeschriebener Feuerlöscher oder die Nichteinhaltung der Wartungsvorschriften kann zu rechtlichen Konsequenzen führen. Im Falle eines Brandes kann dies Haftungsfragen aufwerfen, und die zuständigen Aufsichtsbehörden können Bußgelder verhängen. Vor allem aber gefährdet es die Sicherheit der Mitarbeiter.

Sind Feuerlöscher mit Wasser für Büros geeignet?

Wasserfeuerlöscher sind primär für Brände der Klasse A (feste Stoffe wie Holz, Papier) geeignet. Sie sind nicht für Brände von brennbaren Flüssigkeiten (Klasse B) oder elektrischen Anlagen (Klasse C) geeignet, da dies die Gefahr erhöhen kann. In den meisten Büros sind daher vielseitigere Löscher wie Schaum- oder Pulverlöscher sinnvoller.

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