Welcher Feuerlöscher ist für Gewerbebetriebe sinnvoll?

feuerlöscher gewerbe

Die Auswahl des richtigen Feuerlöschers für deinen Gewerbebetrieb ist entscheidend für die Sicherheit von Mitarbeitern, Kunden und Sachwerten. Dieser Ratgeber hilft dir dabei, die spezifischen Anforderungen deines Betriebs zu verstehen und die passenden Feuerlöscherlösungen zu identifizieren, um Brandrisiken effektiv zu minimieren.

Das sind die beliebtesten Top 10 Feuerlöscher Produkte

Brandklassen und ihre Bedeutung für Gewerbebetriebe

Um den geeigneten Feuerlöscher auszuwählen, musst du die verschiedenen Brandklassen kennen, die im gewerblichen Umfeld auftreten können. Jede Brandklasse beschreibt die Art des brennenden Materials und erfordert spezifische Löschmittel.

  • Brandklasse A: Feste, normally organische Stoffe wie Holz, Papier, Textilien, Kunststoffe. Hier sind Wasserlöscher, Schaumlöscher und Pulverlöscher (mit Einschränkungen) geeignet.
  • Brandklasse B: Flüssige oder schmelzbare brennbare Stoffe wie Benzin, Öl, Alkohol, Fette, Lacke. Hier sind Schaumlöscher, CO2-Löscher und Pulverlöscher die erste Wahl. Wasser ist hier ungeeignet.
  • Brandklasse C: Gasförmige brennbare Stoffe wie Erdgas, Propan, Butan, Acetylen. Hier sind nur Pulverlöscher und CO2-Löscher zulässig.
  • Brandklasse D: Brennbare Metalle wie Magnesium, Aluminium, Titan, Natrium. Diese Brände sind besonders heimtückisch und erfordern spezielle Metallbrandpulverlöscher.
  • Brandklasse F: Speiseöle und -fette, wie sie in gewerblichen Küchen (Restaurants, Kantinen) vorkommen. Hierfür sind spezielle Fettbrandlöscher (oft als Schaumlöscher mit spezieller Zulassung oder als Pulverlöscher für Klasse F) zwingend erforderlich.
  • Elektrische Brände: Brände an elektrischen Anlagen und Geräten unter Spannung. Hier sind CO2-Löscher und spezielle Pulverlöscher (mit entsprechender Kennzeichnung) geeignet, da sie nicht leitend sind. Wasser und Schaum sind tabu.

Übersicht über gängige Feuerlöscher-Typen für Gewerbebetriebe

Feuerlöscher-Typ Geeignete Brandklassen Vorteile Nachteile Typische Einsatzbereiche im Gewerbe
Wasserlöscher (mit und ohne Zusätze) A Kostengünstig, geringe Nachschädigung (bei reinem Wasser), einfach in der Handhabung. Nicht geeignet für Flüssigkeiten, Gase oder elektrische Brände. Gefahr von Frosteinbruch. Büros, Lager für brennbare Feststoffe, Werkstätten (ohne brennbare Flüssigkeiten).
Schaumlöscher A, B, (F bei spezieller Zulassung) Gute Löschwirkung bei A und B, bilden eine Löschdecke, die ein Wiederentzünden erschwert. Nicht geeignet für Gase oder elektrische Brände. Kann bei empfindlichen Geräten Schäden verursachen. Werkstätten, Lager für Flüssigkeiten, Produktionshallen, Büros mit Küchenbereich.
Pulverlöscher (ABC-Pulver) A, B, C, (elektrische Brände) Universell einsetzbar, hohe Löschkraft, preiswert. Hohe Nachschädigung durch das Löschpulver, kann empfindliche Technik beschädigen, stark eingeschränkte Sicht im Brandfall. Fahrzeuge, Lager, Produktionsbereiche, Werkstätten, überall dort, wo viele Brandklassen gleichzeitig auftreten können.
CO2-Löscher (Kohlendioxid) B, C, (elektrische Brände) Keine Nachschädigung (gasförmiges Löschmittel), gut geeignet für empfindliche Geräte und Anlagen. Geringe Löschwirkung bei Feststoffbränden (Klasse A), Erstickungsgefahr in geschlossenen Räumen, Kälteverbrennungen durch den kalten Kohlendioxidstrahl möglich. Serverräume, elektrische Schaltanlagen, Labore, Archive, Büros mit elektronischer Ausstattung.
Fettbrandlöscher F, A, (B bei Schaum-Varianten) Speziell entwickelt für Brände von Speiseölen und -fetten, verhindern ein Aufschäumen und Rückzünden. Primär für Klasse F Brände. Einsatz bei anderen Brandklassen nur bedingt möglich. Gewerbliche Küchen in Restaurants, Hotels, Kantinen, Catering-Betrieben.
Metallbrandlöscher (Brandklasse D) D Speziell formuliertes Löschpulver, das nur für Metallbrände wirksam ist. Nur für Klasse D Brände. Extrem spezifisch in der Anwendung. Metallverarbeitende Industrien, Labore, wo mit brennbaren Metallen gearbeitet wird.

Bedürfnisse deines Gewerbebetriebs ermitteln

Die optimale Feuerlöscherwahl hängt von mehreren Faktoren ab, die du für deinen spezifischen Betrieb analysieren musst:

Art der Tätigkeiten und Materialien

Welche Art von Produkten stellst du her oder lagerst du? Gibt es brennbare Flüssigkeiten, Gase, Stäube oder Metalle? Arbeitest du mit empfindlicher Elektronik oder in einer gewerblichen Küche? Die Antworten auf diese Fragen geben dir klare Hinweise auf die relevanten Brandklassen.

Betriebsgröße und Räumlichkeiten

Größere Betriebe oder solche mit weitläufigen Lagerflächen benötigen möglicherweise mehr Feuerlöscher und strategischere Platzierungen. Achte auf die Kennzeichnungspflichten und die empfohlenen Abstände zwischen den Löscherstandorten, die in den jeweiligen Vorschriften (z.B. Arbeitsstättenverordnung, technische Regeln für Arbeitsstätten) geregelt sind.

Anzahl der Mitarbeiter und Besucher

Eine hohe Personenfrequenz erfordert eine besondere Berücksichtigung der Fluchtwege und eine ausreichende Anzahl von Löscherstandorten, die im Notfall schnell erreichbar sind. Die Löscher sollten gut sichtbar und zugänglich sein.

Spezielle Risiken

Gibt es in deinem Betrieb besondere Risiken wie Bereiche mit hoher elektrischer Spannung, brennbare Stäube in der Luft (Staubexplosionsgefahr) oder die Lagerung von Gefahrstoffen? Diese besonderen Risiken erfordern oft spezialisierte Löschmittel und zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen.

Rechtliche Grundlagen und Vorschriften

In Deutschland regelt die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) in Verbindung mit den Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR) die Anforderungen an den Brandschutz, einschließlich der Bereitstellung und Wartung von Feuerlöschern. Die genauen Anforderungen können je nach Bundesland und Art des Betriebs variieren. Informiere dich über die spezifischen Vorschriften, die für deinen Gewerbebetrieb gelten.

Die DGUV Information 205-001 (ehemals BGI 560) „Brand- und Explosionsgefahren“ gibt ebenfalls wichtige Hinweise zur Auswahl, Platzierung und Wartung von Feuerlöschern.

Die richtige Platzierung und Wartung von Feuerlöschern

Auch der beste Feuerlöscher ist nutzlos, wenn er im Ernstfall nicht gefunden oder nicht richtig bedient werden kann. Achte auf folgende Punkte:

  • Gut sichtbare und zugängliche Standorte: Feuerlöscher müssen an leicht erkennbaren und frei zugänglichen Stellen aufgestellt werden. Vermeide es, sie hinter Möbeln, Geräten oder in schwer erreichbaren Ecken zu platzieren.
  • Schilderung: Verwende eindeutige Brandschutzzeichen, um die Standorte der Feuerlöscher zu kennzeichnen.
  • Strategische Verteilung: Platziere Feuerlöscher so, dass von jedem Punkt im Betrieb aus innerhalb einer bestimmten Laufzeit (oft 20-30 Meter) ein Löscher erreichbar ist. Dies variiert je nach Brandrisiko.
  • Regelmäßige Wartung: Feuerlöscher müssen regelmäßig (mindestens alle zwei Jahre durch einen Sachkundigen) auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft werden. Beschädigte oder veraltete Löscher müssen ausgetauscht oder instand gesetzt werden. Die Wartungsintervalle sind in der DIN 14406 Teil 4 vorgeschrieben.
  • Schulung der Mitarbeiter: Stelle sicher, dass deine Mitarbeiter wissen, wo sich die Feuerlöscher befinden und wie sie im Notfall korrekt bedient werden. Regelmäßige Brandschutzübungen sind hierfür unerlässlich.

Spezifische Empfehlungen für verschiedene Gewerbebereiche

Um dir die Auswahl zu erleichtern, hier einige spezifische Empfehlungen für typische Gewerbebereiche:

Büros

In Büros dominieren in der Regel Brände der Klasse A (Papier, Möbel). Für kleinere Büros reichen oft Wasser- oder Schaumlöscher aus. In Bereichen mit elektrischer Ausstattung (Serverräume, Technikschränke) sind CO2-Löscher oder spezielle Pulverlöscher für elektrische Brände empfehlenswert, um Schäden an der empfindlichen Technik zu vermeiden.

Werkstätten und Produktionshallen

Hier ist das Brandrisiko oft höher und vielfältiger. Je nach Art der Tätigkeiten können Brände der Klassen A, B, C und sogar D auftreten. ABC-Pulverlöscher sind eine häufige Wahl aufgrund ihrer Universalität. Schaumlöscher sind gut geeignet, wenn brennbare Flüssigkeiten im Spiel sind. Bei der Verarbeitung von Metallen sind spezielle Metallbrandlöscher zwingend erforderlich.

Lager und Logistikzentren

Abhängig von den gelagerten Gütern können hier Brände der Klassen A und B im Vordergrund stehen. Große Lagerflächen erfordern eine sorgfältige Planung der Löscherverteilung. Bei der Lagerung von Flüssigkeiten sind Schaumlöscher eine gute Wahl. Bei gemischten Lagerbeständen mit potenziellen Gefahren für verschiedene Brandklassen ist ein Mix aus verschiedenen Löscher-Typen sinnvoll.

Das sind die neuesten Feuerlöscher Produkte

Gastronomie und Küchenbetriebe

Gewerbliche Küchen sind ein Hochrisikobereich für Brände der Klasse F (Speiseöle und -fette). Hier sind Fettbrandlöscher die einzige sichere Option. Zusätzlich sollten in Küchenbereichen auch Löscher für mögliche Brände der Klasse A (Küchenutensilien, Papier) und bei vorhandenen Gasinstallationen für Klasse C bereitstehen.

Verkaufsflächen und Einzelhandel

Auf Verkaufsflächen dominieren oft Brände der Klasse A. Eine gute Verteilung von Wasser- oder Schaumlöschern ist hier wichtig. In Bereichen mit Ausstellungen von Elektrogeräten oder der Lagerung von brennbaren Flüssigkeiten (z.B. Baumärkte) sind zusätzliche geeignete Löscher erforderlich.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Welcher Feuerlöscher ist für Gewerbebetriebe sinnvoll?

Welche Art von Feuerlöscher ist für die meisten Gewerbebetriebe am besten geeignet?

Für die meisten Gewerbebetriebe, die eine breite Palette an potenziellen Brandklassen abdecken müssen, sind ABC-Pulverlöscher oft eine gute erste Wahl, da sie universell für die Brandklassen A, B und C sowie für elektrische Brände eingesetzt werden können. Allerdings ist es wichtig zu prüfen, ob spezifische Risiken (z.B. Fettbrände, Metallbrände) vorliegen, die spezialisierte Löscher erfordern.

Muss ich in meinem Büro Feuerlöscher aufstellen?

Ja, in den meisten Büros sind Feuerlöscher vorgeschrieben, insbesondere für Brände der Klasse A. Die genaue Anzahl und Art hängt von der Größe des Büros und der vorhandenen Einrichtung ab. In Bereichen mit elektrischen Geräten sind zusätzlich CO2- oder spezielle Pulverlöscher empfehlenswert.

Wie oft müssen Feuerlöscher im Gewerbebetrieb gewartet werden?

Feuerlöscher müssen in Deutschland mindestens alle zwei Jahre von einem sachkundigen Personal überprüft und gewartet werden. Diese Wartung ist entscheidend für die Betriebssicherheit und wird in der DIN 14406 Teil 4 geregelt.

Was ist der Unterschied zwischen einem Pulverlöscher und einem Schaumlöscher?

Ein Pulverlöscher löscht durch die Unterbrechung der chemischen Kettenreaktion des Brandes und durch das Erdrücken der Flammen. Er ist sehr effektiv, hinterlässt aber eine starke Verschmutzung und kann empfindliche Elektronik beschädigen. Ein Schaumlöscher wirkt durch eine Löschdecke, die die Sauerstoffzufuhr unterbindet und eine kühlende Wirkung hat. Er ist schonender für die Umgebung als Pulver, aber nicht für alle Brandklassen geeignet.

Welcher Feuerlöscher ist für eine gewerbliche Küche am wichtigsten?

Für eine gewerbliche Küche ist der Fettbrandlöscher (Brandklasse F) absolut unerlässlich. Diese Löscher sind speziell dafür konzipiert, Brände von Speiseölen und -fetten sicher zu löschen, ohne dass es zu einer gefährlichen Aufschäumung oder einem Rückzünden kommt. Zusätzliche Löscher für Klasse A Brände sind ebenfalls ratsam.

Kann ich Wasserlöscher auch für elektrische Brände verwenden?

Nein, unter keinen Umständen. Wasser ist ein elektrischer Leiter. Die Verwendung eines Wasserlöschers bei Bränden an elektrischen Anlagen oder Geräten führt zu Stromschlägen und kann die Situation erheblich verschlimmern.

Was kostet ein passender Feuerlöscher für mein Geschäft?

Die Kosten für Feuerlöscher variieren stark je nach Typ, Größe und Hersteller. Einfache Wasserlöscher sind vergleichsweise günstig, während spezialisierte Löscher wie Metallbrandlöscher oder Fettbrandlöscher teurer sein können. Die Anschaffungskosten sind jedoch eine notwendige Investition in die Sicherheit deines Betriebs und sind in der Regel gering im Vergleich zu den potenziellen Schäden eines Brandes.

Bewertungen: 4.9 / 5. 800