Welcher Feuerlöscher ist für den IT Raum empfehlenswert?

Feuerlöscher für IT Raum

Wenn du dich fragst, welcher Feuerlöscher für deinen IT-Raum die optimale Wahl darstellt, bist du hier genau richtig. Die richtige Brandschutzentscheidung ist in Umgebungen mit hochempfindlicher Elektronik und wertvollen Daten von entscheidender Bedeutung, um Schäden zu minimieren und die Betriebskontinuität zu gewährleisten. Dieser Text gibt dir die notwendigen Informationen, um eine fundierte Entscheidung zu treffen.

Das sind die beliebtesten Top 10 Feuerlöscher Produkte

Die Risiken in IT-Räumen

IT-Räume, Serverräume und Rechenzentren sind einzigartige Umgebungen, die spezifische Brandschutzanforderungen mit sich bringen. Die Dichte an elektronischen Geräten, die permanenten Stromversorgungen und die oft geschlossenen Räumlichkeiten schaffen besondere Gefahrenszenarien. Brände in solchen Bereichen können durch elektrische Defekte, Überlastung von Stromkreisen, Kurzschlüsse oder auch durch unzureichende Kühlung entstehen. Die Konsequenzen eines Brandes gehen dabei weit über den direkten Schaden an Geräten hinaus: Datenverlust, Produktionsausfälle und erhebliche Kosten sind die Folge.

Wichtige Kriterien für Feuerlöscher in IT-Räumen

Bei der Auswahl eines Feuerlöschers für einen IT-Raum sind mehrere Faktoren entscheidend, die sich von denen für herkömmliche Büros oder Wohnbereiche unterscheiden:

  • Keine Leitfähigkeit: Das Löschmittel darf keine elektrischen Ströme leiten, um keine zusätzlichen Schäden an der Elektronik zu verursachen oder eine Gefahr für Personen darzustellen, die sich noch in der Nähe befinden.
  • Keine Rückstände: Pulverlöscher hinterlassen feine Pulverrückstände, die in die empfindliche Elektronik eindringen und dort Korrosion oder Kurzschlüsse verursachen können. Flüssige Löschmittel oder Gase sind hier oft die bessere Wahl.
  • Schnelle Wirkung: Ein Brand in einem IT-Raum kann sich schnell ausbreiten und innerhalb kürzester Zeit verheerende Schäden anrichten. Der Feuerlöscher sollte daher eine hohe Löschleistung bei geringem Zeitaufwand bieten.
  • Umweltschutz und Personensicherheit: Die eingesetzten Löschmittel sollten möglichst umweltfreundlich sein und keine gesundheitlichen Gefahren für das Personal darstellen, falls das Löschmittel austritt.
  • Klassifizierung nach Brandklassen: Die Wahl des Feuerlöschers muss auch auf die möglichen Brandklassen (A, B, C, D, E, F) abgestimmt sein. In IT-Räumen sind vor allem die Brandklassen B (brennbare Flüssigkeiten), C (brennbare Gase) und vor allem E (elektrische Anlagen und Geräte) relevant.

Empfehlenswerte Feuerlöscher-Typen für IT-Räume

Aufgrund der genannten Kriterien kommen hauptsächlich zwei Arten von Feuerlöschern für IT-Räume in Frage:

Schaumlöscher

Schaumlöscher sind eine gute Option für IT-Räume, da sie eine kühlende und erstickende Wirkung haben. Das Löschmittel besteht aus Wasser mit einem Schaumbildner. Moderne Schaummittel sind oft so formuliert, dass sie nur eine geringe elektrische Leitfähigkeit aufweisen und rückstandsarm sind. Sie sind besonders effektiv bei Bränden der Brandklassen A und B.

Vorteile:

  • Effektiv bei festen und flüssigen Bränden.
  • Weniger aggressive Rückstände als Pulverlöscher.
  • Kühlung des Brandherdes.

Nachteile:

  • Können bei unsachgemäßer Anwendung oder zu hoher Einwirkzeit dennoch zu Feuchtigkeitsschäden an elektronischen Geräten führen.
  • Nicht die erste Wahl für Brände, die primär auf elektrische Anlagen beschränkt sind.

Kohlendioxid (CO2)-Löscher

Kohlendioxid-Löscher (auch CO2-Löscher genannt) sind die gängigste und oft auch beste Wahl für IT- und Serverräume. Das Löschmittel CO2 ist ein Gas, das bei der Brandbekämpfung die Luft verdrängt und so den Sauerstoff entzieht, was zur Erstickung des Feuers führt. Da CO2 elektrisch nicht leitend ist und nach dem Einsatz rückstandsfrei verdunstet, ist es ideal für den Einsatz an elektrischen Anlagen und empfindlicher Elektronik.

Vorteile:

  • Keine Rückstände: Das ist der entscheidende Vorteil für IT-Umgebungen. Es gibt keine Pulver- oder Flüssigkeitsspuren, die die Elektronik beschädigen könnten.
  • Elektrisch nicht leitend: Sicherer Einsatz an unter Strom stehenden Geräten bis zu einer bestimmten Spannungsgrenze (meist 1000 Volt).
  • Hohe Löschwirkung: CO2 ist sehr effektiv bei Bränden der Brandklassen B und C.
  • Schnelles Verdampfen: Hinterlässt keine bleibenden Schäden durch Feuchtigkeit.

Nachteile:

  • Erstickungsgefahr: In geschlossenen Räumen kann eine hohe CO2-Konzentration zur Erstickung von Personen führen. Daher ist bei der Verwendung auf eine gute Belüftung zu achten bzw. der Raum nach dem Einsatz zügig zu verlassen.
  • Keine Kühlwirkung: CO2 kühlt den Brandherd nicht. Bei wiederaufflammungsgefährdeten Materialien kann dies ein Nachteil sein.
  • Begrenzte Einsatzdauer: Die Löschmittelmenge ist begrenzt und der Einsatz dauert nicht sehr lange.

Spezielle Gaslöschanlagen

Für besonders kritische und große IT-Infrastrukturen werden oft fest installierte Gaslöschanlagen eingesetzt. Diese Systeme verwenden ebenfalls Gase wie Kohlendioxid (CO2) oder auch Inertgase (wie Stickstoff, Argon oder ein Gemisch aus beidem, z.B. Inergen) oder chemische Löschgase (wie FKW, z.B. Novec 1230). Diese Anlagen sind automatisch und werden durch Brandmeldeanlagen ausgelöst. Sie bieten den höchsten Schutzstandard, sind aber auch mit erheblich höheren Investitionskosten verbunden.

Vorteile:

  • Vollautomatischer Schutz.
  • Schnelle und effektive Löschung bei gleichzeitig minimalen Schäden an der IT-Infrastruktur.
  • Sicher für elektronische Geräte und Daten.

Nachteile:

  • Sehr hohe Installations- und Wartungskosten.
  • Benötigt eine sorgfältige Planung und regelmäßige Überprüfung.
  • Gefahr der Sauerstoffverdrängung und Notwendigkeit von Evakuierungsmaßnahmen.

Übersicht der Feuerlöscher-Optionen für IT-Räume

Feuerlöscher-Typ Geeignet für IT-Räume? Hauptlöschmittel Vorteile für IT Nachteile für IT Typische Brandklassen
CO2-Löscher Sehr gut Kohlendioxid (CO2) Keine Rückstände, nicht leitend, verdampft rückstandsfrei Erstickungsgefahr bei hoher Konzentration, keine Kühlwirkung B, C (auch E bis 1000V)
Schaumlöscher (mit geringer Leitfähigkeit) Gut (mit Einschränkungen) Wasser mit Schaumbildner Rückstandsarm, kühlende Wirkung Potenzielle Feuchtigkeitsschäden, nicht ideal für reine Elektrobrände A, B
Pulverlöscher Weniger geeignet Löschpulver Breites Löschspektrum (ABC) Starke Rückstände, die Elektronik beschädigen können, Korrosionsgefahr A, B, C
Wasserlöscher Nicht geeignet Wasser Umweltfreundlich, preiswert Stromschlaggefahr, starke Wasserschäden an Elektronik A
Fettbrandlöscher Nicht relevant Spezielle Lösemittel F

Die Wahl des richtigen Löschers – Was du beachten solltest

Für die meisten IT-Räume sind CO2-Löscher die erste Wahl. Die Größe des Löschers sollte der Raumgröße und der potenziellen Brandlast angemessen sein. Ein 2 kg CO2-Löscher kann für kleinere Serverräume oder einzelne Racks ausreichend sein, während für größere Räumlichkeiten auch 5 kg oder schwerere Geräte in Betracht gezogen werden sollten.

Bei der Auswahl ist darauf zu achten, dass der Löscher für den Einsatz an elektrischen Anlagen zertifiziert ist. Dies ist in der Regel durch die Angabe der Prüfspannung (z.B. 1000V) auf dem Löscher gekennzeichnet.

Es ist ratsam, neben einem CO2-Löscher für die elektronischen Geräte zusätzlich einen Schaumlöscher oder einen speziellen Pulverlöscher für die Brandklasse A (festen Stoffe wie Papier, Holz) in der Nähe des IT-Raums, aber außerhalb zu platzieren. Dies deckt ein breiteres Spektrum an Brandgefahren ab.

Das sind die neuesten Feuerlöscher Produkte

Regelmäßige Wartung ist unerlässlich. Feuerlöscher müssen jährlich von einem Fachbetrieb geprüft werden, um ihre Funktionsfähigkeit sicherzustellen. Vergewissere dich, dass die Prüfplakette aktuell ist.

Schulung des Personals ist ebenfalls ein wichtiger Aspekt. Alle, die Zugang zum IT-Raum haben und potenziell einen Brand löschen müssten, sollten im korrekten Umgang mit dem ausgewählten Feuerlöscher geschult sein.

Was tun im Brandfall?

Im Brandfall gilt immer:

  1. Ruhe bewahren.
  2. Brand melden (interner Notruf, externe Feuerwehr).
  3. Wenn möglich und sicher, versuchen, den Brand mit dem geeigneten Feuerlöscher zu bekämpfen. Bei CO2-Löschern darauf achten, dass der Raum gut belüftet ist oder nach dem Einsatz zügig verlassen wird.
  4. Bei Bränden an elektrischen Anlagen nur geeignete Löscher (CO2) verwenden.
  5. Falls die Situation unübersichtlich wird oder du dir unsicher bist, den Raum sofort verlassen und die Tür schließen, um die Ausbreitung des Feuers zu verlangsamen.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Welcher Feuerlöscher ist für den IT Raum empfehlenswert?

Warum sind normale Pulverlöscher für IT-Räume problematisch?

Normale Pulverlöscher hinterlassen feine Pulverrückstände, die sich im empfindlichen Inneren von elektronischen Geräten festsetzen können. Diese Partikel können zu Kurzschlüssen, Korrosion und langfristigen Schäden an der Hardware führen, selbst nachdem der Brand gelöscht wurde.

Was ist der Hauptunterschied zwischen einem CO2-Löscher und einem Schaumlöscher für IT-Räume?

Der Hauptunterschied liegt in den Rückständen und der Wirkung. CO2-Löscher löschen das Feuer rückstandsfrei, indem sie den Sauerstoff verdrängen, und sind daher ideal für Elektronik. Schaumlöscher hinterlassen eine geringe Menge an Schaumrückständen, die Feuchtigkeit enthalten können und bei extrem empfindlicher Elektronik potenziell Probleme verursachen könnten. Schaumlöscher wirken zudem kühlend.

Welche Brandklassen sind in einem IT-Raum am relevantesten?

In einem IT-Raum sind vor allem die Brandklassen B (brennbare Flüssigkeiten, z.B. Öle in Klimaanlagen), C (brennbare Gase, z.B. Lecks in Gasleitungen) und insbesondere die Brandklasse E (elektrische Anlagen und Geräte) relevant. CO2-Löscher sind für die Brandklassen B und C sowie elektrisch betriebene Anlagen (E) bis zu einer bestimmten Spannungsgrenze gut geeignet.

Wie oft muss ein Feuerlöscher für einen IT-Raum gewartet werden?

Feuerlöscher müssen gesetzlich vorgeschrieben in der Regel einmal jährlich von einem zertifizierten Fachbetrieb auf ihre Funktionsfähigkeit und ihren Zustand überprüft werden. Dies stellt sicher, dass sie im Ernstfall einsatzbereit sind.

Gibt es eine Mindestgröße für Feuerlöscher in IT-Räumen?

Es gibt keine gesetzlich festgelegte Mindestgröße, aber die Wahl der Größe richtet sich nach der Raumgröße, der installierten Hardware (Brandlast) und dem Risiko. Für kleinere Serverräume oder einzelne Racks sind oft 2 kg CO2-Löscher ausreichend, während größere Räume 5 kg oder schwerere Geräte erfordern können. Eine Risikoanalyse hilft bei der Bestimmung der optimalen Löschergröße und -anzahl.

Kann ich einen Wasservollstrahl-Feuerlöscher für einen IT-Raum verwenden?

Nein, Wasservollstrahl-Feuerlöscher sind für IT-Räume absolut ungeeignet. Wasser ist ein elektrischer Leiter und würde bei Kontakt mit unter Strom stehenden Geräten zu gefährlichen Stromschlägen führen. Zudem würden massive Wasserschäden an der Elektronik verursacht.

Was ist bei der Installation von Gaslöschanlagen zu beachten?

Bei der Installation von Gaslöschanlagen müssen die spezifischen Eigenschaften des Löschgases berücksichtigt werden. Bei CO2 und Inertgasen muss sichergestellt sein, dass die Konzentration nach dem Löschvorgang für Personen nicht gefährlich ist. Dies erfordert oft eine gute Belüftung, Druckentlastungsöffnungen und Evakuierungspläne. Die Anlagen müssen von zertifizierten Fachbetrieben geplant, installiert und regelmäßig gewartet werden.

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