Welcher Feuerlöscher ist bei Strombrand geeignet?

Feuerlöscher für Strombrand

Wenn es zu einem Brand in elektrischen Anlagen kommt, ist die Wahl des richtigen Feuerlöschers entscheidend, um Gefahren wie Stromschläge oder eine Verschlimmerung des Brandes zu vermeiden. Dieser Text richtet sich an alle, die sich mit der Brandprävention und -bekämpfung in Umgebungen mit elektrischen Geräten und Installationen beschäftigen, seien es Haushalte, Büros oder industrielle Betriebe.

Das sind die beliebtesten Top 10 Feuerlöscher Produkte

Die besondere Gefahr bei Bränden an elektrischen Anlagen

Brände, die durch elektrische Defekte oder Überlastungen entstehen, sind als sogenannte Elektrounfälle oder Strombrände klassifiziert. Die besondere Gefahr liegt hierbei in der gleichzeitigen Präsenz von brennbaren Materialien und einem elektrischen Stromfluss. Wasser als Löschmittel ist bei Strombränden strikt ungeeignet, da es leitend ist und im schlimmsten Fall zu einem gefährlichen Stromschlag für den Löschenden führen kann. Zudem kann Wasser die Brandintensität durch die Bildung von leitfähigen Dampfnebeln erhöhen und elektrische Komponenten nachhaltig beschädigen.

Geeignete Feuerlöscher für Strombrände

Für die Bekämpfung von Strombränden kommen vorrangig Feuerlöscher zum Einsatz, die keine leitenden Löschmittel verwenden. Die wichtigsten Typen sind:

  • Pulverlöscher (Klasse A, B, C)
  • Schaumlöscher (mit Einschränkungen)
  • CO2-Löscher (Klasse B)

1. Pulverlöscher

Pulverlöscher sind die vielseitigsten und oft die erste Wahl bei Strombränden. Sie sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich, die sich in der Art des Löschpulvers unterscheiden. Für elektrische Anlagen sind insbesondere Löscher mit der Brandklasse C (Gasbrände) und B (flüssige Stoffe) geeignet, die jedoch meist auch die Brandklasse A (feste Stoffe) abdecken.

Vorteile von Pulverlöschern bei Strombränden:

  • Hohe Löschleistung: Sie sind sehr effektiv bei der Bekämpfung von Bränden unterschiedlicher Kategorien.
  • Nicht leitend: Das Löschpulver ist elektrisch nicht leitend und minimiert somit die Gefahr eines Stromschlags.
  • Breites Einsatzspektrum: Sie eignen sich für eine Vielzahl von Brandklassen.

Nachteile von Pulverlöschern:

  • Verschmutzung: Das Löschpulver kann Elektronik und empfindliche Geräte stark verschmutzen und beschädigen, was zu kostspieligen Reparaturen oder Austausch führen kann.
  • Atemwegsreizung: Das Pulver kann die Atemwege reizen.
  • Rückstände: Nach dem Löscheinsatz müssen die betroffenen Bereiche gründlich gereinigt werden.

2. CO2-Löscher (Kohlendioxidlöscher)

CO2-Löscher sind eine ausgezeichnete Wahl für Bereiche, in denen elektrische Geräte empfindlich auf Verschmutzung reagieren, wie beispielsweise Serverräume oder Werkstätten mit feiner Elektronik. Das Löschmittel Kohlendioxid (CO2) ist ein Gas, das den Sauerstoff verdrängt und so den Brand erstickt.

Vorteile von CO2-Löschern bei Strombränden:

  • Keine Rückstände: Nach dem Einsatz verdampft CO2 vollständig und hinterlässt keinerlei Rückstände. Dies ist ideal für den Schutz von Elektronik.
  • Nicht leitend: CO2 ist ein inertes Gas und somit nicht leitend, was die Gefahr eines Stromschlags ausschließt.
  • Kühlung: Der Kohlendioxidstrahl hat eine starke Kühlwirkung, die eine Wiederentzündung erschwert.

Nachteile von CO2-Löschern:

  • Begrenzte Wirksamkeit bei Brandklasse A: CO2 ist weniger effektiv bei Bränden fester Stoffe (Brandklasse A), da diese nach dem Abkühlen durch die Luftzufuhr wieder entflammen können.
  • Sauerstoffverdrängung: In geschlossenen Räumen kann CO2 die Sauerstoffkonzentration stark reduzieren, was für Personen eine Erstickungsgefahr darstellt. Der Einsatz sollte nur unter entsprechender Vorsicht und Belüftung erfolgen.
  • Begrenzte Reichweite: Die Reichweite von CO2-Löschern ist in der Regel geringer als bei Pulverlöschern.

3. Schaumlöscher

Schaumlöscher sind für Strombrände mit Einschränkungen geeignet. Sie enthalten ein Gemisch aus Wasser und Schaumbildner. Es gibt spezielle Schaumlöscher, die für die Bekämpfung von elektrischen Bränden zertifiziert sind und die Kennzeichnung „für elektrische Anlagen bis XXX Volt“ tragen. Diese Schaummittel bilden eine nicht leitende Schicht auf dem brennenden Material.

Vorteile von (geeigneten) Schaumlöschern bei Strombränden:

  • Kühlende Wirkung: Wasserbasierte Schaumlöscher haben eine gute kühlende Wirkung.
  • Schutzschicht: Der Schaum bildet eine schützende Schicht, die die Rückzündung erschwert und die Sauerstoffzufuhr unterbindet.
  • Weniger Verschmutzung als Pulver: Hinterlassen weniger aggressive Rückstände als Pulverlöscher.

Nachteile von Schaumlöschern bei Strombränden:

  • Leitfähigkeit: Standard-Schaumlöscher, die Wasser enthalten, sind NICHT für die Bekämpfung von Strombränden geeignet und können zu Stromschlägen führen. Nur spezielle, für elektrische Anlagen zertifizierte Schaumlöscher dürfen verwendet werden.
  • Beschädigung von Elektronik: Trotz der geringeren Verschmutzung im Vergleich zu Pulver können auch Schaumrückstände elektronische Geräte beschädigen.

Die Bedeutung der Kennzeichnung und Brandklassen

Die Auswahl des richtigen Feuerlöschers hängt maßgeblich von der Art des Brandes ab. Feuerlöscher werden entsprechend ihrer Eignung für verschiedene Brandklassen klassifiziert:

  • Brandklasse A: Brände von festen Stoffen (z.B. Holz, Papier, Textilien).
  • Brandklasse B: Brände von flüssigen oder schmelzenden Stoffen (z.B. Benzin, Öl, Wachs, Kunststoffe).
  • Brandklasse C: Brände von gasförmigen Stoffen (z.B. Erdgas, Propan, Butan).
  • Brandklasse D: Brände von Metallen (z.B. Magnesium, Aluminium, Natrium).
  • Brandklasse F: Brände von Speisefetten und -ölen in Küchen (z.B. Frittieröl).

Für Strombrände sind primär die Brandklassen B und C relevant, da elektrische Defekte oft zu Schmorbränden von isolierenden Materialien (Brandklasse A) oder zum Schmelzen von Kunststoffen und Kabelummantelungen (Brandklasse B) führen. Die Kennzeichnung auf dem Feuerlöscher gibt Auskunft darüber, für welche Brandklassen er geeignet ist. Achten Sie bei der Auswahl für elektrische Anlagen auf die zusätzliche Kennzeichnung „für elektrische Anlagen bis XXX Volt“.

Das sind die neuesten Feuerlöscher Produkte

Feuerlöscher-Typ Geeignet für Strombrände? Besonderheiten Einsatzbereich
Pulverlöscher (ABC) Ja Hohe Löschkraft, nicht leitend. Verschmutzt empfindliche Elektronik. Büros, Werkstätten, Haushalte, Fahrzeuge.
CO2-Löscher Ja Keine Rückstände, gut für Elektronik. Gefahr der Sauerstoffverdrängung. Serverräume, Labore, Elektronikwerkstätten.
Schaumlöscher (speziell für Elektroanlagen) Ja (nur zertifizierte Modelle) Kühlende Wirkung, schützende Schaumschicht. Leitfähig bei Standardmodellen! Industrieanlagen, Werkstätten (nur mit Zertifizierung).
Wasserlöscher Nein Hochgradig leitend, Stromschlaggefahr. Brandklasse A (feste Stoffe).

Sicherheitshinweise beim Einsatz von Feuerlöschern bei Strombränden

Die Sicherheit des Anwenders hat oberste Priorität. Beachten Sie folgende Punkte:

  • Strom abschalten: Wenn möglich, schalten Sie die Stromzufuhr zur betroffenen Anlage sofort ab. Dies ist die wichtigste Maßnahme zur Risikominimierung.
  • Sicherheitsabstand: Halten Sie stets einen ausreichenden Sicherheitsabstand zur Brandstelle ein.
  • Strahlrichtung: Richten Sie den Löschstrahl bei Pulver- und CO2-Löschern auf die Brandbasis. Bei Schaumlöschern wird der Schaum über das brennende Material gelegt.
  • Windrichtung beachten: Bei Außenanwendung den Wind im Rücken haben, um den Löschstrahl nicht einzusetzen, während man selbst im Rauch steht.
  • Rauch vermeiden: Versuchen Sie, möglichst nicht durch den Rauch zu atmen.
  • Fluchtweg sichern: Stellen Sie sicher, dass Ihr Fluchtweg frei ist.
  • Keine Verwendung von Wasser: Verwenden Sie niemals einen Wasser- oder Schaumlöscher (nicht für Elektroanlagen zertifiziert) bei einem Strombrand, da dies lebensgefährlich sein kann.

Wartung und Prüfung von Feuerlöschern

Ein funktionstüchtiger Feuerlöscher ist essenziell. Achten Sie auf regelmäßige Wartung und Prüfung durch qualifiziertes Fachpersonal. Die Prüfintervalle sind gesetzlich vorgeschrieben und gewährleisten die Einsatzbereitschaft des Geräts.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Welcher Feuerlöscher ist bei Strombrand geeignet?

1. Kann ich einen normalen Wasserlöscher bei einem Strombrand verwenden?

Nein, unter keinen Umständen. Wasser ist ein elektrischer Leiter. Die Verwendung eines Wasserlöschers bei einem Strombrand birgt die extreme Gefahr eines tödlichen Stromschlags für den Anwender. Zudem kann Wasser die Brandenergie verteilen und die Situation verschlimmern.

2. Was ist der Hauptunterschied zwischen einem Pulver- und einem CO2-Löscher für Strombrände?

Der Hauptunterschied liegt in den Rückständen. CO2-Löscher hinterlassen keine Rückstände, da das Gas verdampft und sind daher ideal für empfindliche Elektronik. Pulverlöscher sind zwar sehr effektiv, hinterlassen aber eine erhebliche Verschmutzung, die Elektronik beschädigen kann.

3. Wie erkenne ich, ob ein Feuerlöscher für elektrische Anlagen geeignet ist?

Achten Sie auf die Kennzeichnung auf dem Feuerlöscher. Geeignete Löscher tragen oft eine zusätzliche Markierung, die angibt, für welche Spannung sie sicher eingesetzt werden können, beispielsweise „für elektrische Anlagen bis XXX Volt“.

4. Was mache ich, wenn ich mir unsicher bin, welchen Feuerlöscher ich verwenden soll?

Im Zweifelsfall ist es am sichersten, sofort den Bereich zu verlassen, die Feuerwehr (112) zu alarmieren und erst zu löschen, wenn die Stromzufuhr unterbrochen wurde und Sie sicher sind, den richtigen Löscher zur Hand zu haben.

5. Können Schaumlöscher bei Strombränden eingesetzt werden?

Ja, aber nur spezielle Schaumlöscher, die explizit für den Einsatz an elektrischen Anlagen zertifiziert sind. Herkömmliche Schaumlöscher, die Wasser als Hauptbestandteil haben, sind aufgrund ihrer Leitfähigkeit für Strombrände ungeeignet und gefährlich.

6. Welche Brandklassen sind bei Strombränden am relevantesten?

Bei Strombränden sind primär die Brandklassen B (flüssige oder schmelzende Stoffe wie Kunststoffe und Kabelisolierungen) und C (gasförmige Stoffe) relevant. Oft entstehen auch Brände der Klasse A (feste Stoffe) durch die Entzündung von Isolationsmaterialien oder Einrichtungsgegenständen.

7. Wie vermeide ich Schäden an meinen Geräten, wenn ich einen Pulverlöscher verwende?

Leider lässt sich eine Verschmutzung durch Pulverlöscher bei Strombränden kaum vollständig vermeiden, wenn eine sofortige Löschung notwendig ist. Nach dem Löscheinsatz ist eine gründliche Reinigung der betroffenen Geräte durch Fachpersonal unerlässlich. Bei kritischer Elektronik ist ein CO2-Löscher die bessere Wahl, sofern verfügbar und für den Anwendungsfall geeignet.

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