Was umfasst ein Wartungsservice für Feuerlöscher?

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Ein Wartungsservice für Feuerlöscher ist ein essenzieller Prozess, um die Funktionsfähigkeit und Zuverlässigkeit dieser lebensrettenden Geräte sicherzustellen. Er richtet sich an alle Betreiber von Gebäuden, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen, die gesetzlich oder aus Eigenverantwortung zur Brandschutzsicherheit verpflichtet sind, um im Ernstfall bestmöglich geschützt zu sein.

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Warum ist die regelmäßige Wartung von Feuerlöschern unerlässlich?

Feuerlöscher sind mechanische Geräte, die Umwelteinflüssen, Verschleiß und Alterung unterliegen. Eine regelmäßige und fachgerechte Wartung ist entscheidend, um sicherzustellen, dass sie im Notfall einsatzbereit sind. Dies betrifft nicht nur die physische Integrität des Geräts, sondern auch die Qualität und Menge des Löschmittels sowie den Druck im Inneren. Ohne ordnungsgemäße Wartung kann ein Feuerlöscher im entscheidenden Moment versagen, was schwerwiegende Folgen haben kann – von kleineren Sachschäden bis hin zu katastrophalen Bränden mit Personenschäden.

Die gesetzlichen Vorschriften, wie die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) in Deutschland und vergleichbare Regelungen in anderen Ländern, schreiben die regelmäßige Überprüfung und Instandhaltung von Brandschutzeinrichtungen, einschließlich Feuerlöschern, zwingend vor. Die Einhaltung dieser Vorschriften dient nicht nur der rechtlichen Absicherung, sondern vor allem dem Schutz von Leben und Sachwerten.

Die Hauptkomponenten eines Wartungsservices für Feuerlöscher

Ein umfassender Wartungsservice für Feuerlöscher gliedert sich in verschiedene, aufeinander abgestimmte Schritte. Diese werden in der Regel durch speziell geschulte und zertifizierte Fachkräfte durchgeführt, um die Konformität mit relevanten Normen und Richtlinien zu gewährleisten.

Jährliche Inspektion (Zwischenprüfung)

Die jährliche Inspektion ist die grundlegendste und häufigste Form der Wartung. Sie wird in der Regel vor Ort beim Betreiber durchgeführt und umfasst folgende Prüfpunkte:

  • Sichtprüfung: Überprüfung des Feuerlöschers auf äußere Schäden wie Dellen, Korrosion, Risse oder Anzeichen von Manipulation.
  • Bedienungsanleitung: Sicherstellung, dass die Bedienungsanleitung und die Kennzeichnung am Feuerlöscher lesbar und korrekt sind.
  • Sicherheitsvorrichtung: Prüfung der Sicherungsbügel und -splinte auf ihre einwandfreie Funktion.
  • Manometer: Ablesen und Überprüfen des Drucks im Manometer. Der Zeiger muss sich im grünen Bereich befinden. Bei zu geringem oder zu hohem Druck muss der Feuerlöscher nachgefüllt oder repariert werden.
  • Löschmittel: Überprüfung der Menge und Beschaffenheit des Löschmittels (soweit sichtbar). Bei Pulverlöschern wird auf Klumpenbildung geachtet, bei Schaumlöschern auf eine ordnungsgemäße Schichtung.
  • Dichtigkeit: Erkennen von möglichen Undichtigkeiten am Ventil oder an anderen Bauteilen.
  • Treibmittel: Bei CO2-Löschern wird das Gewicht überprüft, um sicherzustellen, dass noch ausreichend Treibmittel vorhanden ist.
  • Kennzeichnung: Überprüfung der Etiketten, Prüfplaketten und Bedienungsanleitungen auf Lesbarkeit und Vollständigkeit.
  • Aufstellung: Kontrolle, ob der Feuerlöscher am vorgesehenen Platz korrekt und gut zugänglich aufgestellt ist und nicht durch andere Gegenstände verdeckt wird.

Aufladbare Feuerlöscher: Dichtheitsprüfung und Wiederholungsprüfung

Aufladbare Feuerlöscher, wie Wasser-, Schaum- oder Pulverlöscher, benötigen über die jährliche Inspektion hinaus weiterführende Wartungsarbeiten. Diese sind komplexer und erfordern die Demontage des Geräts in einer spezialisierten Werkstatt.

Alle 5 Jahre: Wiederkehrende Prüfung (Grundüberholung)

Für die meisten aufladbaren Feuerlöscher (z. B. Wasser, Schaum, Pulver) ist alle 5 Jahre eine sogenannte Wiederkehrende Prüfung vorgeschrieben. Diese beinhaltet:

  • Entleerung: Der Feuerlöscher wird komplett entleert.
  • Zerlegung: Das Gerät wird vollständig demontiert.
  • Reinigung: Alle Bauteile werden gründlich gereinigt.
  • Dichtheitsprüfung: Der Behälter wird einem Prüfdruck ausgesetzt, um die Dichtheit sicherzustellen. Dies geschieht oft mittels Wasserbadprüfung.
  • Austausch von Verschleißteilen: Dichtungen, Ventile und andere mechanisch beanspruchte Teile werden geprüft und bei Bedarf ausgetauscht.
  • Überprüfung des Löschmittels: Das Löschmittel wird auf seine Qualität und Wirksamkeit überprüft. Bei Bedarf wird es ersetzt.
  • Wiederbefüllung und Aufladung: Der Feuerlöscher wird mit frischem Löschmittel und dem korrekten Treibmittel (z. B. Stickstoff) befüllt und aufgeladen.
  • Zusammenbau und Druckprüfung: Nach dem Zusammenbau erfolgt eine erneute Druckprüfung des gefüllten Geräts.
  • Kennzeichnung: Anbringung einer neuen Prüfplakette mit Datum und Stempel des Wartungsunternehmens.

Besonderheiten bei CO2-Löschern

CO2-Feuerlöscher unterliegen aufgrund ihrer Funktionsweise und des verwendeten Treibmittels spezifischen Wartungsanforderungen. Die jährliche Inspektion ähnelt der anderer Feuerlöscher, wobei hier das Gewicht des Geräts zur Bestimmung des Füllstands entscheidend ist.

Wiederkehrende Prüfung bei CO2-Löschern: Alle 10 Jahre müssen CO2-Löscher einer sogenannten Sachkundigenprüfung unterzogen werden. Dies beinhaltet eine Druckprüfung des Behälters, ähnlich der bei anderen aufladbaren Löschern, um sicherzustellen, dass der hohe Innendruck des flüssigen Kohlendioxids vom Behälter sicher gehalten werden kann.

Die Rolle der Normen und Richtlinien

Die Wartung von Feuerlöschern ist keine willkürliche Tätigkeit, sondern streng durch Normen und Richtlinien geregelt. In Deutschland sind dies vor allem:

  • DIN EN 3-Serie: Diese Normen definieren die Anforderungen an Feuerlöscher und deren Instandhaltung.
  • Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV): Regelt die Bereitstellung und Benutzung von Arbeitsmitteln und legt die Pflichten des Betreibers fest.
  • TRBS (Technische Regeln für Betriebssicherheit): Konkretisieren die Anforderungen der BetrSichV.
  • Herstellervorgaben: Zusätzliche Empfehlungen und Wartungsintervalle des jeweiligen Feuerlöscherherstellers.

Die Einhaltung dieser Vorgaben durch zertifizierte Fachbetriebe garantiert, dass die Feuerlöscher den aktuellen Sicherheitsstandards entsprechen und im Ernstfall zuverlässig funktionieren.

Die wichtigsten Aspekte im Überblick: Eine tabellarische Zusammenfassung

Wartungsart Häufigkeit Umfang der Arbeiten Zweck
Jährliche Inspektion (Zwischenprüfung) Jährlich Sichtprüfung, Druckkontrolle, Zubehörprüfung, Kennzeichnung, Aufstellungsort Sicherstellung der sofortigen Einsatzbereitschaft und Identifizierung von Mängeln
Wiederkehrende Prüfung (Grundüberholung aufladbar) Alle 5 Jahre (für die meisten Typen) Zerlegung, Reinigung, Dichtheitsprüfung, Austausch von Verschleißteilen, Neubefüllung/Aufladung Grundlegende Instandsetzung und Verlängerung der Lebensdauer
Sachkundigenprüfung (CO2-Löscher) Alle 10 Jahre Druckprüfung des Behälters, Überprüfung der Armatur Sicherstellung der Belastbarkeit des Behälters unter Hochdruck
Aufladung/Wiederbefüllung Nach jedem Einsatz oder bei Bedarf (z.B. Druckabfall) Entleerung, Neubefüllung mit Löschmittel, Aufladung mit Treibmittel, Druckprüfung Wiederherstellung der vollen Funktionsfähigkeit nach Entnahme oder Druckverlust
Außerordentliche Prüfung Nach jedem Einsatz, Beschädigung oder Verdacht auf Defekt Umfassende Prüfung aller Komponenten, ggf. Reparatur oder Austausch Sicherstellung der Sicherheit und Funktionalität nach kritischen Ereignissen

Wer darf Feuerlöscher warten?

Die Wartung von Feuerlöschern darf ausschließlich von qualifizierten und zertifizierten Fachkräften oder Fachbetrieben durchgeführt werden. Diese verfügen über das notwendige Wissen, die Spezialwerkzeuge und die Prüfeinrichtungen, um die Wartungsarbeiten normgerecht und zuverlässig auszuführen. Viele Hersteller bieten eigene Schulungen und Zertifizierungen für Wartungspersonal an. Ein qualifizierter Fachbetrieb ist in der Lage, die Konformität mit den geltenden Normen zu dokumentieren und eine entsprechende Prüfplakette anzubringen.

Was passiert, wenn ein Feuerlöscher nicht gewartet wird?

Die Nichtwartung von Feuerlöschern hat gravierende Konsequenzen:

  • Einsatzunfähigkeit: Im Brandfall kann der Löscher aufgrund von Korrosion, verstopften Düsen, niedrigem Druck oder veralteten Löschmittel wirkungslos bleiben.
  • Gefahr für Leib und Leben: Ein versagender Feuerlöscher kann dazu führen, dass sich ein kleiner Brand unkontrolliert ausbreitet und Menschenleben gefährdet.
  • Versicherungsfragen: Bei einem Brand kann die Versicherung die Leistung verweigern, wenn nachweislich die vorgeschriebene Wartung der Brandschutzeinrichtungen vernachlässigt wurde.
  • Bußgelder: Die Nichteinhaltung der gesetzlichen Vorschriften zur Brandschutzsicherheit kann zu empfindlichen Bußgeldern führen.
  • Reputationsschaden: Für Unternehmen kann ein Brand, der durch mangelnde Brandschutzvorsorge verschlimmert wurde, erhebliche negative Auswirkungen auf das Image haben.

Häufige Mängel bei der Feuerlöscherwartung

Bei der jährlichen Inspektion werden oft wiederkehrende Mängel festgestellt:

  • Niedriger oder fehlender Druck: Dies ist der häufigste Mangel und kann auf Undichtigkeiten, eine defekte Dichtung oder einen defekten Ventilsitz zurückzuführen sein.
  • Verklumptes Löschmittel: Bei Pulverlöschern kann sich das Pulver durch Feuchtigkeit oder mangelnde Bewegung verklumpen und so nicht mehr ordnungsgemäß ausströmen.
  • Korrosion und Beschädigungen: Rost am Behälter oder an Ventilen kann die Integrität des Geräts beeinträchtigen.
  • Unleserliche Beschriftung oder Kennzeichnung: Wichtige Informationen zur Bedienung und Wartung müssen stets gut sichtbar sein.
  • Fehlende oder beschädigte Prüfplakette: Sie dient als Nachweis der ordnungsgemäßen Wartung.

Spezifische Wartungsanforderungen für verschiedene Feuerlöscherarten

Es gibt verschiedene Arten von Feuerlöschern, und jede hat spezifische Wartungsaspekte:

Schaumlöscher

Schaumlöscher enthalten Wasser und ein Schaumbildnerkonzentrat. Die regelmäßige Wartung stellt sicher, dass die richtige Mischung und Konsistenz erhalten bleibt. Alle 5 Jahre wird das Schaummittel geprüft und gegebenenfalls ausgetauscht.

Pulverlöscher

Diese Löscher enthalten ein feines Löschpulver. Die Hauptaufgabe der Wartung ist es, sicherzustellen, dass das Pulver frei von Klumpen ist und der Treibgasdruck korrekt ist. Alle 5 Jahre werden sie geöffnet, auf Verklumpungen geprüft und das Pulver bei Bedarf aufgearbeitet oder ersetzt.

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Kohlendioxid (CO2)-Löscher

CO2-Löscher verwenden flüssiges Kohlendioxid, das sich bei Freisetzung in gasförmiges CO2 und Schnee verwandelt. Die jährliche Wartung konzentriert sich auf das Gewicht und die Dichtigkeit. Alle 10 Jahre ist eine Druckprüfung des Behälters erforderlich.

Wasser- und Wassernebellöscher

Diese Löscher verwenden Wasser als Löschmittel. Ihre Wartung ist in der Regel unkomplizierter als bei Schaum- oder Pulverlöschern. Die jährliche Inspektion prüft Druck und Dichtigkeit. Alle 5 Jahre erfolgt eine Grundüberholung.

Die Dokumentation der Wartung

Jede durchgeführte Wartung muss sorgfältig dokumentiert werden. Dies erfolgt in der Regel durch:

  • Prüfplakette: Eine am Feuerlöscher angebrachte Plakette zeigt das Datum der letzten Wartung und das Datum der nächsten fälligen Prüfung, sowie den Stempel des Wartungsunternehmens.
  • Wartungsprotokoll: Ein detailliertes Protokoll, das alle durchgeführten Prüfschritte, festgestellten Mängel und behobenen Probleme auflistet. Dieses Protokoll sollte vom Betreiber aufbewahrt werden.

Diese Dokumentation ist nicht nur ein Nachweis der ordnungsgemäßen Instandhaltung gegenüber Behörden und Versicherungen, sondern auch eine wertvolle Information für die Historie des Geräts.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Was umfasst ein Wartungsservice für Feuerlöscher?

Wie oft müssen Feuerlöscher gewartet werden?

Die meisten Feuerlöscher müssen jährlich einer Inspektion unterzogen werden. Je nach Typ und Hersteller können darüber hinaus weitergehende Wartungen, wie die wiederkehrende Prüfung alle 5 oder 10 Jahre, erforderlich sein. Die genauen Intervalle sind in den relevanten Normen und den Herstellerangaben festgelegt.

Wer ist für die Kosten der Feuerlöscherwartung verantwortlich?

Die Kosten für die Wartung von Feuerlöschern trägt grundsätzlich der Betreiber der Räumlichkeiten oder des Unternehmens, in denen die Feuerlöscher aufgestellt sind. Dies ist Teil der allgemeinen Pflicht zur Gewährleistung der Brandschutzsicherheit.

Was ist der Unterschied zwischen Inspektion und Wartung?

Die Inspektion (auch Zwischenprüfung genannt) ist eine oberflächliche Sichtprüfung, die jährlich stattfindet und die unmittelbare Einsatzbereitschaft sicherstellt. Die Wartung im engeren Sinne (auch wiederkehrende Prüfung oder Generalüberholung genannt) ist ein wesentlich umfangreicherer Prozess, der die Demontage, Reinigung und den Austausch von Verschleißteilen beinhaltet und in größeren Zeitabständen erfolgt.

Darf ich meinen Feuerlöscher selbst warten?

Nein, die Wartung von Feuerlöschern darf nur von qualifizierten und zertifizierten Fachkräften durchgeführt werden. Dies stellt sicher, dass die Arbeiten normgerecht und fachlich korrekt ausgeführt werden und der Feuerlöscher im Ernstfall funktioniert.

Was kostet die Wartung eines Feuerlöschers?

Die Kosten für die Wartung variieren je nach Art des Feuerlöschers, dem Umfang der durchgeführten Arbeiten und dem regionalen Preisniveau. Eine jährliche Inspektion ist in der Regel kostengünstiger als eine wiederkehrende Prüfung. Es empfiehlt sich, Angebote von mehreren qualifizierten Fachbetrieben einzuholen.

Welche Informationen muss die Prüfplakette enthalten?

Die Prüfplakette muss mindestens das Datum der durchgeführten Wartung, das Datum der nächsten fälligen Prüfung sowie den Namen oder das Zeichen des ausführenden Fachbetriebs enthalten.

Was passiert, wenn ein Feuerlöscher bei der Wartung als nicht mehr reparabel eingestuft wird?

Wenn ein Feuerlöscher bei der Wartung als nicht mehr instandsetzbar eingestuft wird, muss er fachgerecht entsorgt und durch ein neues, geprüftes Gerät ersetzt werden. Die Entscheidung darüber trifft der qualifizierte Wartungstechniker.

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