Was tun bei Druckverlust im Feuerlöscher?

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Wenn du feststellst, dass dein Feuerlöscher an Druck verloren hat, ist schnelles und korrektes Handeln essenziell, um deine Sicherheit und die deines Umfelds zu gewährleisten. Diese Informationen sind für alle relevant, die einen Feuerlöscher besitzen, sei es im Haushalt, im Büro, in der Werkstatt oder im Fahrzeug, und sicherstellen möchten, dass er im Ernstfall einsatzbereit ist.

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Ursachen für Druckverlust im Feuerlöscher

Ein Druckverlust bei einem Feuerlöscher ist ein ernstes Warnsignal, das verschiedene Ursachen haben kann. Das Verständnis dieser Gründe ist der erste Schritt, um das Problem zu beheben und die Funktionsfähigkeit des Geräts wiederherzustellen.

Mechanische Beschädigung

Beschädigungen an Gehäuse, Ventil oder Schlauch können zu unbemerkten Lecks führen. Selbst kleine Risse oder Korrosion können den Verlust des Treibmittels verursachen. Überprüfe regelmäßig das Äußere des Feuerlöschers auf offensichtliche Schäden.

Undichtigkeit des Ventils

Das Ventil ist ein komplexes Bauteil, das für die Regulierung des Drucks und die Freisetzung des Löschmittels zuständig ist. Verschleißteile im Ventil, wie Dichtungen oder Federn, können mit der Zeit ermüden oder beschädigt werden. Dies kann zu einem langsamen oder schnellen Entweichen des Innendrucks führen. Ein hörbares Zischen kann ein Indikator für ein undichtes Ventil sein.

Defekte Dichtung

Ähnlich wie beim Ventil spielen Dichtungen eine entscheidende Rolle dabei, das Treibmittel im Inneren des Feuerlöschers zu halten. Eine spröde, rissige oder falsch sitzende Dichtung, beispielsweise an der Ventilverschraubung oder am Deckel, kann ebenfalls Druckverlust verursachen.

Temperaturschwankungen

Extreme Temperaturschwankungen können den Innendruck eines Feuerlöschers beeinflussen. Bei großer Kälte sinkt der Druck, bei großer Hitze steigt er an. Wiederholte oder extreme Schwankungen über einen langen Zeitraum können jedoch zu einer Materialermüdung und potenziell zu einem schleichenden Druckverlust führen. Feuerlöscher sollten stets innerhalb der vom Hersteller empfohlenen Temperaturbereiche gelagert werden.

Qualität des Treibmittels und der Gasfüllung

Die Qualität der verwendeten Treibmittel und des zum Aufrechterhaltung des Drucks benötigten Gases (oft Stickstoff) ist entscheidend. Minderwertige Gase oder eine nicht fachgerechte Befüllung können zu einem schnelleren Druckverlust beitragen. Auch die natürliche Alterung des Gases über viele Jahre kann zu einer geringfügigen Reduzierung des Drucks führen.

Unsachgemäße Lagerung

Eine falsche Lagerung, wie z. B. liegende Lagerung (bei stehenden Modellen) oder Lagerung in Umgebungen mit starken Vibrationen, kann die mechanischen Komponenten des Feuerlöschers beeinträchtigen und zu Druckverlust führen.

Was tun bei Druckverlust im Feuerlöscher? – Die sofortigen Schritte

Wenn du feststellst, dass dein Feuerlöscher an Druck verloren hat, ist es wichtig, sofort die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit zu gewährleisten und das Problem zu beheben.

Prüfe den Manometer

Der Manometer ist das wichtigste Anzeigeelement für den Druck im Feuerlöscher. Die meisten Feuerlöscher verfügen über einen solchen Zeiger. Ist der Zeiger im roten Bereich oder unterhalb der markierten „Betriebsbereitschaft“-Zone, liegt ein Druckverlust vor. Beachte, dass einige Löschmittelarten (z. B. Schaum- oder Pulverlöscher) spezifische Druckbereiche haben. Schlage im Zweifel in der Bedienungsanleitung deines Feuerlöschers nach.

Sichere den Bereich

Auch wenn kein Brand herrscht, ist ein defekter Feuerlöscher potenziell gefährlich. Lagere ihn sicher und informiere gegebenenfalls andere Personen im Haushalt oder Arbeitsbereich.

Lagere den Feuerlöscher nicht mehr im Fahrzeug (falls dort gelagert)

Fahrzeugumgebungen sind oft durch starke Vibrationen und Temperaturschwankungen gekennzeichnet. Ein beschädigter Feuerlöscher kann hier zu einem Sicherheitsrisiko werden.

Die folgenden Schritte zur Behebung des Problems

Nachdem du den Druckverlust festgestellt und erste Sicherheitsmaßnahmen ergriffen hast, ist es an der Zeit, das Problem professionell anzugehen.

Fachmännische Überprüfung und Wartung

Dies ist der wichtigste Schritt. Ein Feuerlöscher mit Druckverlust ist nicht mehr einsatzbereit und muss umgehend zur Wartung gebracht werden. Versuche niemals, einen Feuerlöscher eigenmächtig nachzufüllen oder zu reparieren. Dies ist nicht nur gefährlich, sondern führt auch zum Verlust der Zulassung und der Gewährleistung.

Die Wartung von Feuerlöschern ist in Deutschland durch die Normen DIN 14406 Teil 4 und die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) geregelt. Ein qualifizierter Fachbetrieb wird:

  • Den Feuerlöscher gründlich auf äußere und innere Schäden untersuchen.
  • Das Ventil auf Funktionstüchtigkeit prüfen und gegebenenfalls Dichtungen ersetzen.
  • Das Treibmittel überprüfen und bei Bedarf neu befüllen.
  • Den Wasserdrucktest (bei bestimmten Typen) durchführen.
  • Den Feuerlöscher mit dem korrekten Betriebsdruck wieder befüllen.
  • Eine Wartungsplakette anbringen, die das Datum der Wartung und das Datum der nächsten Prüfung angibt.

Wann ist ein Feuerlöscher nicht mehr reparabel?

Auch wenn Feuerlöscher robust gebaut sind, gibt es Fälle, in denen eine Reparatur unwirtschaftlich oder technisch nicht mehr möglich ist:

  • Schwere Korrosion am Gehäuse.
  • Deutliche Verformungen des Metallkörpers.
  • Beschädigungen am Halsansatz des Behälters.
  • Beschädigungen, die die strukturelle Integrität des Behälters beeinträchtigen.

In solchen Fällen wird der Fachmann dir empfehlen, den Feuerlöscher fachgerecht zu entsorgen und durch ein neues, geprüftes Gerät zu ersetzen.

Entsorgung von defekten Feuerlöschern

Defekte Feuerlöscher dürfen nicht einfach im Hausmüll entsorgt werden. Sie enthalten Druckgas und potenziell umweltschädliche Löschmittel. Wende dich an deinen lokalen Wertstoffhof oder einen spezialisierten Entsorger, der für die fachgerechte Entsorgung von Feuerlöschern ausgerüstet ist.

Präventive Maßnahmen zur Vermeidung von Druckverlust

Um sicherzustellen, dass dein Feuerlöscher im Notfall einsatzbereit ist, sind regelmäßige Überprüfungen und eine korrekte Lagerung unerlässlich. Vorbeugung ist hier der Schlüssel.

Regelmäßige Sichtprüfungen durch den Benutzer

Du selbst kannst und solltest regelmäßig (mindestens einmal im Monat) eine Sichtprüfung durchführen:

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  • Manometer-Check: Überprüfe, ob der Zeiger des Manometers im grünen Bereich steht.
  • Beschädigungen: Kontrolliere das Gehäuse, den Schlauch und das Ventil auf sichtbare Beschädigungen, Korrosion oder Rost.
  • Sicherungssplint: Stelle sicher, dass der Sicherungssplint und die Versiegelung unversehrt sind.
  • Reinigungszustand: Der Feuerlöscher sollte sauber und frei von Schmutz oder Staub sein.

Fachmännische Wartung

Neben den regelmäßigen Sichtprüfungen durch dich ist die gesetzlich vorgeschriebene Wartung durch einen Sachkundigen unerlässlich. Die Intervalle sind wie folgt:

  • Aufladelöscher (die häufigsten im Privatgebrauch): Wartung alle 2 Jahre.
  • Dauerdrucklöscher: Inspektion alle 2 Jahre, Zerlegung und Wartung alle 5 Jahre.

Beachte, dass diese Intervalle je nach Einsatzort (z. B. im gewerblichen Bereich) oder Herstellerangaben abweichen können. Die Wartungsplakette gibt Aufschluss über den Status und das nächste Prüfdatum.

Korrekte Lagerung

Die Lagerungsumgebung spielt eine entscheidende Rolle für die Langlebigkeit deines Feuerlöschers:

  • Temperatur: Lagere Feuerlöscher bei Temperaturen, die den Angaben auf dem Gerät entsprechen. Vermeide extreme Hitze (z. B. direktes Sonnenlicht im Auto) und extreme Kälte.
  • Standsicherheit: Feuerlöscher sollten stets aufrecht stehen, es sei denn, der Hersteller gibt ausdrücklich eine andere Lagerung vor. Dies schützt das Ventil und die Dichtungen.
  • Zugänglichkeit: Stelle sicher, dass der Feuerlöscher jederzeit schnell und einfach erreichbar ist. Vermeide es, ihn hinter Gegenständen zu verstecken.
  • Feuchtigkeit: Vermeide stark feuchte Umgebungen, da dies Korrosion begünstigen kann.

Arten von Feuerlöschern und ihre Besonderheiten bei Druckverlust

Obwohl die grundlegenden Ursachen und Maßnahmen bei Druckverlust ähnlich sind, gibt es Unterschiede zwischen den gängigen Feuerlöscherarten, die du kennen solltest.

Schaumlöscher (Wasser-Schaum-Gemisch)

Schaumlöscher sind sehr vielseitig einsetzbar, insbesondere bei Bränden der Brandklassen A (feste Stoffe) und B (flüssige Stoffe). Bei einem Druckverlust in einem Schaumlöscher wird die feine Schaumzerstäubung beeinträchtigt, was die Löschwirkung erheblich reduziert. Der Druck ist notwendig, um das Gemisch aus Wasser und Schaumbildner mit ausreichender Kraft und Zerstäubung aus dem Gerät zu treiben.

Pulverlöscher (ABC-Pulver)

Pulverlöscher sind aufgrund ihrer breiten Anwendbarkeit (Brandklassen A, B und C – Gasbrände) und ihrer schnellen Löschwirkung sehr beliebt. Ein Druckverlust bei einem Pulverlöscher bedeutet, dass das feine Löschpulver nicht mehr mit der nötigen Wucht und Verteilung ausgestoßen werden kann. Die feine Verteilung ist entscheidend, um die Sauerstoffzufuhr zu unterbrechen und die chemische Kettenreaktion zu stoppen. Ein unter Druck stehender Pulverlöscher kann zudem eine größere Reichweite erzielen.

Kohlenstoffdioxid (CO2)-Löscher

CO2-Löscher sind typischerweise für Brandklasse B und elektrische Anlagen geeignet. Sie funktionieren anders als herkömmliche Löscher, da sie kein Treibgas im herkömmlichen Sinne benötigen. Der CO2-Druck im Behälter selbst dient als Treibmittel. Ein Druckverlust bei einem CO2-Löscher ist daher ein sehr deutliches Zeichen dafür, dass das gesamte Löschmittel entwichen ist oder das Ventil defekt ist. CO2-Löscher haben keinen Manometer, da der Druck durch die Temperatur stark beeinflusst wird. Sie werden anhand ihres Gewichts überprüft.

Wasserlöscher

Diese Löscher sind primär für Brandklasse A geeignet. Ein Druckverlust beeinträchtigt hier ebenfalls die Auswurfgeschwindigkeit und Reichweite des Wassers. Sie sind oft mit einem Manometer ausgestattet.

Übersicht: Druckverlust im Feuerlöscher – Was nun?

Aspekt Maßnahme bei Druckverlust Wichtigkeit Verantwortlichkeit Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft
Manometer-Anzeige Zeiger im roten Bereich oder unterhalb der Markierung. Hoch – Sofortiger Indikator für das Problem. Benutzer (regelmäßige Sichtprüfung). Fachmännische Wartung/Reparatur.
Sichtbare Schäden Rost, Dellen, Risse am Gehäuse, Ventil oder Schlauch. Sehr Hoch – Kann auf Lecks hinweisen. Benutzer (regelmäßige Sichtprüfung). Meist Austausch des Geräts, falls nicht nur oberflächlich.
Hörbares Zischen Geräusch eines entweichenden Gases. Hoch – Deutet auf eine Undichtigkeit hin. Benutzer (bei Löscherpositionierung). Sofortige fachmännische Überprüfung.
Fehlende Wartung Überfällige Wartungsintervalle (laut Plakette). Hoch – Alterungsprozesse können unbemerkt stattfinden. Benutzer (Termine im Blick behalten). Nachholen der Wartung oder Austausch.
Professionelle Wartung Abgabe bei einem zertifizierten Fachbetrieb. Unerlässlich – Nur so kann die Sicherheit garantiert werden. Benutzer (Organisation). Nach erfolgreicher Wartung durch den Fachbetrieb.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Was tun bei Druckverlust im Feuerlöscher?

Was bedeutet es, wenn der Manometer-Zeiger meines Feuerlöschers im roten Bereich ist?

Wenn der Zeiger des Manometers deines Feuerlöschers im roten Bereich steht, bedeutet dies, dass der Innendruck des Geräts zu niedrig ist. Der Feuerlöscher ist somit nicht mehr oder nur noch eingeschränkt einsatzfähig und muss umgehend zur fachmännischen Überprüfung und Wartung gebracht werden. Versuche niemals, einen Feuerlöscher eigenmächtig nachzufüllen.

Kann ich einen Feuerlöscher mit Druckverlust selbst nachfüllen?

Nein, das eigenmächtige Nachfüllen eines Feuerlöschers ist gefährlich und führt zum Verlust der Zulassung und Gewährleistung. Feuerlöscher enthalten Druckgas und müssen von zertifizierten Fachbetrieben gewartet werden. Diese verfügen über die notwendige Ausrüstung und das Fachwissen, um den Löscher sicher und korrekt wieder unter Druck zu setzen.

Wie oft muss ein Feuerlöscher gewartet werden?

Die Wartungsintervalle für Feuerlöscher sind gesetzlich geregelt. Für die gängigen Aufladelöscher (z. B. Schaum- oder Pulverlöscher im Privatgebrauch) ist eine Wartung alle 2 Jahre vorgeschrieben. Dauerdrucklöscher haben andere Intervalle. Beachte immer die Angaben auf der Wartungsplakette des Feuerlöschers und die Empfehlungen des Herstellers.

Ist ein Feuerlöscher, der nur leicht an Druck verloren hat, noch brauchbar?

Auch ein geringer Druckverlust kann die Funktionstüchtigkeit des Feuerlöschers beeinträchtigen. Die genaue Druckanzeige auf dem Manometer gibt Aufschluss darüber, ob sich der Druck noch im grünen Betriebsbereich befindet. Liegt er darunter, ist von einer eingeschränkten oder nicht mehr gegebenen Einsatzfähigkeit auszugehen. Im Zweifel sollte das Gerät zur Überprüfung.

Kann ein defekter Feuerlöscher explodieren?

Ein Feuerlöscher ist so konstruiert, dass er einem hohen Druck standhält. Ein plötzliches, unkontrolliertes Bersten ist extrem selten, aber nicht gänzlich auszuschließen, besonders bei starker Korrosion oder mechanischer Beschädigung in Verbindung mit extremen Temperaturen. Ein schleichender Druckverlust ist das häufigere Problem, das jedoch die Funktionsfähigkeit beeinträchtigt.

Was mache ich mit einem alten oder defekten Feuerlöscher?

Alte oder defekte Feuerlöscher dürfen nicht im Hausmüll entsorgt werden. Sie enthalten Druckgas und oft chemische Löschmittel. Wende dich an deinen örtlichen Wertstoffhof oder einen spezialisierten Entsorger. Viele Feuerlöscher-Fachbetriebe nehmen auch Altgeräte zur fachgerechten Entsorgung entgegen.

Wie oft sollte ich selbst meinen Feuerlöscher auf Druckverlust überprüfen?

Eine regelmäßige Sichtprüfung durch dich als Benutzer ist dringend empfohlen. Mindestens einmal im Monat solltest du den Manometer-Stand prüfen, das Gerät auf sichtbare Schäden kontrollieren und sicherstellen, dass der Sicherungssplint und die Versiegelung intakt sind. Dies hilft, Probleme frühzeitig zu erkennen.

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