Was ist eine Sachkundigenprüfung bei Feuerlöschern?

feuerlöscher sachkundigenprüfung

Du fragst dich, was genau die Sachkundigenprüfung bei Feuerlöschern bedeutet und warum sie für deine Sicherheit und die Einhaltung von Vorschriften so wichtig ist? Dieser Text liefert dir alle essenziellen Informationen, um die Sachkundigenprüfung vollständig zu verstehen, ihre Notwendigkeit zu erkennen und die damit verbundenen Pflichten zu erfüllen.

Das sind die beliebtesten Top 10 Feuerlöscher Produkte

Die Sachkundigenprüfung von Feuerlöschern: Mehr als nur ein Check

Die Sachkundigenprüfung bei Feuerlöschern ist ein entscheidender Prozess, der sicherstellt, dass deine Feuerlöschausrüstung im Ernstfall zuverlässig funktioniert. Sie geht weit über eine einfache Sichtkontrolle hinaus und umfasst eine detaillierte Überprüfung des gesamten Feuerlöschgeräts durch eine dazu befähigte Person, den sogenannten Sachkundigen. Diese Prüfung ist gesetzlich vorgeschrieben und dient der Aufrechterhaltung der Betriebssicherheit und Einsatzbereitschaft von Feuerlöschern in Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und sogar in privaten Haushalten, je nach lokaler Gesetzgebung und spezifischen Risiken.

Warum ist die Sachkundigenprüfung notwendig?

Feuerlöscher sind essenzielle Brandschutzgeräte. Ihre korrekte Funktion kann im Falle eines Brandes den Unterschied zwischen geringem Schaden und einer Katastrophe ausmachen. Verschiedene Faktoren können die Funktionsfähigkeit eines Feuerlöschers beeinträchtigen:

  • Zeitliche Einflüsse: Dichtungen können altern, Treibmittel an Druck verlieren oder Löschmittel sich absetzen.
  • Umwelteinflüsse: Korrosion, Feuchtigkeit oder extreme Temperaturen können das Gerät beschädigen.
  • Mechanische Einwirkungen: Stoßschäden oder unsachgemäße Handhabung können zu Funktionsstörungen führen.
  • Verschleiß: Regelmäßige Beanspruchung oder Alterung von Bauteilen.

Die Sachkundigenprüfung dient dazu, diese potenziellen Mängel frühzeitig zu erkennen, bevor es zu einem Brandfall kommt. Sie stellt sicher, dass der Feuerlöscher den geltenden Normen und Vorschriften entspricht und im Notfall sein Löschvermögen vollständig entfalten kann. Die rechtlichen Grundlagen für diese Prüfungen finden sich in verschiedenen Verordnungen und Normen, wie beispielsweise der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) und den Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR), insbesondere ASR A2.2 „Maßnahmen gegen Brand und Anlassbrände“.

Wer ist ein Sachkundiger?

Ein Sachkundiger im Sinne der Feuerlöscherprüfung ist eine Person, die über spezifisches Fachwissen, praktische Erfahrung und die notwendige Ausbildung verfügt, um Feuerlöscher fachgerecht zu prüfen und zu warten. Diese Qualifikation wird in der Regel durch Lehrgänge und Prüfungen erworben, die von anerkannten Institutionen oder Herstellern von Feuerlöschgeräten angeboten werden. Sachkundige kennen die relevanten Normen, Vorschriften und die technischen Besonderheiten verschiedener Feuerlöscherarten und können somit potenzielle Mängel zuverlässig identifizieren und beurteilen. Sie sind nicht nur auf die Durchführung der Prüfung beschränkt, sondern beraten auch im Bedarfsfall zur richtigen Auswahl, Platzierung und Wartung von Feuerlöschgeräten.

Was beinhaltet die Sachkundigenprüfung im Detail?

Die Sachkundigenprüfung ist ein mehrstufiger Prozess, der sich an den Vorgaben der jeweiligen Normen und Herstellerrichtlinien orientiert. Sie umfasst typischerweise folgende Schritte:

1. Äußere Prüfung:

  • Beschädigungen: Überprüfung des Gehäuses, des Ventils, der Schlauchleitung und der Düse auf sichtbare Schäden wie Beulen, Risse, Korrosion oder Verformungen.
  • Beschriftung: Kontrolle, ob alle notwendigen Kennzeichnungen (Typ, Füllmenge, Prüfdatum, Herstellerangaben) vorhanden und lesbar sind.
  • Sicherungseinrichtungen: Überprüfung des Sicherungsstiftes und der Plombe auf Vollständigkeit und Unversehrtheit.
  • Manometer: Bei druckhaltigen Feuerlöschern wird die Anzeige des Manometers überprüft. Sie muss sich im grünen Bereich befinden, was auf ausreichenden Innendruck hindeutet.

2. Innere Prüfung (Zerlegung und Inspektion):

Bei der inneren Prüfung wird das Gerät zerlegt, um interne Komponenten zu überprüfen. Dies beinhaltet:

  • Ventil und Dichtungen: Kontrolle auf Verschleiß, Risse oder Verformungen von Dichtungen und Ventilsitzen.
  • Löschmittel: Überprüfung des Zustands des Löschmittels. Bei Pulverlöschern wird auf Klumpenbildung oder Verdichtung geprüft; bei Schaumlöschern wird die Homogenität und Konsistenz beurteilt.
  • Treibmittelbehälter (falls vorhanden): Inspektion auf Korrosion und Integrität.
  • Innenraum: Reinigung und Prüfung des Innenraums auf Ablagerungen oder Korrosion.

3. Funktionsprüfung:

  • Betätigungsmechanismus: Test, ob der Auslösehebel leichtgängig ist und der Feuerlöscher korrekt auslöst.
  • Druckprüfung (bei luftgasgetriebenen Geräten): Überprüfung des Treibdrucks.
  • Löschmittelausstoß: Simulation des Ausstoßes, um die korrekte Funktion sicherzustellen.

4. Wartung und Instandsetzung:

Basierend auf den Ergebnissen der Prüfung werden notwendige Wartungsarbeiten durchgeführt. Dazu gehören das Nachfüllen von Treibgas oder Löschmittel, der Austausch von Dichtungen oder defekten Bauteilen. Nach erfolgreicher Wartung und Prüfung wird das Gerät wieder zusammengebaut und unter Druck gesetzt.

5. Dokumentation:

Jede durchgeführte Prüfung und Wartung wird detailliert dokumentiert. Dies beinhaltet das Datum der Prüfung, die durchgeführten Arbeiten, verwendete Ersatzteile, den Namen des Sachkundigen und eine Bestätigung der Konformität. Diese Dokumentation ist für den Betreiber und für Nachweiszwecke unerlässlich.

Prüfintervalle und Fristen

Die Häufigkeit der Sachkundigenprüfung ist in den relevanten Normen und Vorschriften festgelegt. In Deutschland gilt in der Regel:

  • Unterweisung: Unternehmen sind verpflichtet, ihre Mitarbeiter im Umgang mit Feuerlöschern zu unterweisen. Dies sollte regelmäßig geschehen.
  • Aufladbare Feuerlöscher: Diese müssen in der Regel alle zwei Jahre zur Inspektion und Wartung.
  • Dauerdruckfeuerlöscher: Diese müssen in der Regel alle zwei Jahre zur Inspektion und Wartung.
  • Die innere Prüfung (mit Zerlegung): Ist alle fünf Jahre für die meisten gängigen Feuerlöscherarten vorgeschrieben. Bestimmte Ausnahmen können gelten, z.B. für spezielle Löschmittel oder Bauarten.
  • Dichtheitsprüfung (Hydrostatische Prüfung): Abhängig vom Gerätetyp und den geltenden Vorschriften kann eine hydraulische Prüfung des Behälters in größeren Abständen (z.B. alle 10 Jahre) erforderlich sein, um die Belastbarkeit des Behälters sicherzustellen.

Es ist essenziell, die genauen Fristen für deinen spezifischen Feuerlöscher zu kennen. Diese Informationen sind oft im Handbuch des Herstellers oder auf dem Gerät selbst zu finden. Die Nichteinhaltung dieser Fristen kann zum Verlust der Betriebserlaubnis und im Schadensfall zu erheblichen Haftungsproblemen führen.

Welche Arten von Feuerlöschern unterliegen der Sachkundigenprüfung?

Grundsätzlich unterliegen alle Arten von tragbaren und fahrbaren Feuerlöschern, die zur Bekämpfung von Entstehungsbränden eingesetzt werden, der regelmäßigen Sachkundigenprüfung. Dazu gehören:

  • Schaumlöscher: Geeignet für Brände der Klassen A (feste Stoffe) und B (flüssige Stoffe).
  • Pulverlöscher: Allzwecklöscher, geeignet für Brände der Klassen A, B und C (gasförmige Stoffe).
  • Wasserlöscher: Geeignet für Brände der Klasse A.
  • Fettbrandlöscher: Speziell für Küchenbrände (Klasse F).
  • CO2-Löscher: Geeignet für Brände der Klasse B und für elektrische Anlagen (keine Rückstände).

Auch spezielle Löschmittel und Geräte für besondere Einsatzbereiche müssen regelmäßigen Prüfungen unterzogen werden, um ihre Wirksamkeit und Sicherheit zu gewährleisten.

Die Rolle von Herstellervorgaben und Normen

Die Sachkundigenprüfung basiert auf einer Kombination aus gesetzlichen Vorgaben, technischen Normen (z.B. DIN-Normen, EN-Normen) und den spezifischen Herstellervorgaben. Während die Normen einen allgemeinen Rahmen für die Prüfung und Wartung festlegen, können Hersteller spezifischere Anforderungen für ihre Produkte definieren, die über die Mindestanforderungen hinausgehen. Ein qualifizierter Sachkundiger kennt und berücksichtigt sowohl die allgemeinen Normen als auch die Herstellerrichtlinien für die ihm zur Prüfung vorliegenden Geräte.

Das sind die neuesten Feuerlöscher Produkte

Was passiert nach der Prüfung?

Nach erfolgreicher Sachkundigenprüfung erhält der Feuerlöscher eine Prüfplakette, die das Datum der Prüfung und das Datum der nächsten anstehenden Prüfung vermerkt. Die Dokumentation der Prüfung, oft in Form eines Prüfprotokolls, verbleibt beim Betreiber. Der Sachkundige stellt sicher, dass der Feuerlöscher wieder voll einsatzfähig ist. Sollten bei der Prüfung Mängel festgestellt werden, die nicht unmittelbar behoben werden können, muss der Feuerlöscher außer Betrieb genommen und fachgerecht instand gesetzt oder ersetzt werden.

Konsequenzen bei Nichtbeachtung

Die Vernachlässigung der Sachkundigenprüfung von Feuerlöschern kann schwerwiegende Folgen haben:

  • Erhöhtes Brandrisiko: Ein nicht gewarteter Feuerlöscher kann im Ernstfall versagen und die Brandausbreitung nicht verhindern.
  • Haftungsprobleme: Im Falle eines Brandes, bei dem ein nicht geprüfter Feuerlöscher versagt, kann der Betreiber haftbar gemacht werden, insbesondere wenn dadurch Personen- oder Sachschäden entstehen.
  • Versicherungsprobleme: Versicherungen können im Schadensfall die Leistung verweigern, wenn nachweislich gegen Vorschriften zur Brandsicherheit verstoßen wurde.
  • Bußgelder: Behörden können bei Verstößen gegen die Prüfpflicht Bußgelder verhängen.

Zusammenfassung der Prüfschritte und Intervalle

Prüfungsart Häufigkeit Schwerpunkte Zuständigkeit
Sichtkontrolle/Bedienungsübung Jährlich (durch den Betreiber/Benutzer) Äußere Beschädigungen, Druckanzeige, Sicherung, Bedienbarkeit Betreiber/Benutzer
Inspektion/Wartung Alle 2 Jahre (für die meisten Geräte) Umfassende Überprüfung, ggf. Nachfüllung von Treibgas/Löschmittel, Austausch von Dichtungen Sachkundiger
Zerlegung/Innere Prüfung Alle 5 Jahre (für die meisten Geräte) Detaillierte Untersuchung aller internen Komponenten, Zustand des Löschmittels Sachkundiger
Dichtheitsprüfung (Hydrostatische Prüfung) Je nach Gerätetyp/Vorschrift (z.B. alle 10 Jahre) Belastbarkeit des Behälters unter Druck Fachbetrieb/Sachkundiger

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Was ist eine Sachkundigenprüfung bei Feuerlöschern?

Was ist der Unterschied zwischen einer Sichtkontrolle und einer Sachkundigenprüfung?

Die Sichtkontrolle ist eine regelmäßige, oberflächliche Überprüfung, die meist vom Betreiber selbst durchgeführt wird und sich auf offensichtliche Mängel konzentriert. Die Sachkundigenprüfung ist eine tiefgreifende, fachmännische Untersuchung durch eine qualifizierte Person, die auch interne Komponenten prüft und ggf. Wartungsarbeiten durchführt.

Muss ich als Privatperson meine Feuerlöscher prüfen lassen?

Während die Prüfpflicht in erster Linie für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen gilt, ist es auch für Privatpersonen ratsam, ihre Feuerlöscher regelmäßig warten zu lassen, um im Notfall sicherzustellen, dass diese funktionieren. Die genauen Anforderungen können lokal variieren.

Wie lange dauert eine Sachkundigenprüfung?

Die Dauer einer Sachkundigenprüfung hängt von der Art und dem Zustand des Feuerlöschers ab. Eine einfache Inspektion kann etwa 15-30 Minuten dauern, während eine Prüfung mit Zerlegung und Wartung länger in Anspruch nehmen kann.

Was kostet eine Sachkundigenprüfung?

Die Kosten variieren je nach Anbieter, Region und Umfang der Prüfung. Eine einfache Inspektion ist günstiger als eine vollständige Wartung mit Austausch von Teilen. Es ist ratsam, Angebote von verschiedenen qualifizierten Dienstleistern einzuholen.

Was ist, wenn mein Feuerlöscher die Prüfung nicht besteht?

Wenn ein Feuerlöscher die Sachkundigenprüfung nicht besteht, muss er außer Betrieb genommen werden. Der Sachkundige wird dich beraten, ob eine Reparatur oder Instandsetzung möglich und sinnvoll ist, oder ob ein Neukauf notwendig ist.

Muss die Prüfung von einem bestimmten Unternehmen durchgeführt werden?

Die Prüfung muss von einer als „Sachkundiger“ qualifizierten Person durchgeführt werden. Dies können Mitarbeiter von spezialisierten Brandschutzfirmen, Herstellerfirmen oder auch geschulte Mitarbeiter im Unternehmen sein, sofern die entsprechenden Qualifikationen vorliegen.

Bewertungen: 4.8 / 5. 518