Was bedeutet die Prüfplakette auf dem Feuerlöscher?

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Die Prüfplakette auf deinem Feuerlöscher ist mehr als nur ein Aufkleber; sie ist dein zentrales Indiz dafür, dass das Gerät einsatzbereit und sicher ist. Wenn du wissen möchtest, was die verschiedenen Farben und Symbole auf dieser Plakette bedeuten, wann eine Prüfung fällig ist und welche Konsequenzen eine fehlende oder ungültige Plakette hat, bist du hier genau richtig. Diese Informationen sind essenziell für jeden, der für die Sicherheit von Personen und Sachwerten in seinem privaten oder beruflichen Umfeld verantwortlich ist.

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Bedeutung der Prüfplakette auf dem Feuerlöscher

Die Prüfplakette, oft auch als „Prüfaufkleber“ oder „TÜV-Plakette“ bezeichnet, ist ein visueller Nachweis dafür, dass dein Feuerlöscher den gesetzlichen Vorschriften und technischen Normen entspricht und regelmäßig auf seine Funktionsfähigkeit überprüft wurde. Sie enthält entscheidende Informationen, die dir auf den ersten Blick Auskunft über den Zustand und die Gültigkeit des Geräts geben.

Elemente einer Prüfplakette

Typischerweise setzt sich eine Prüfplakette aus mehreren Komponenten zusammen, die alle eine spezifische Bedeutung haben:

  • Prüfdatum: Das Datum, an dem die letzte Prüfung des Feuerlöschers durchgeführt wurde.
  • Nächste Prüfung: Das Datum, bis zu dem der Feuerlöscher spätestens zur nächsten Prüfung muss.
  • Prüfer-Identifikation: Oft ein Kürzel oder eine Nummer, die den Prüfer oder die Prüfstelle kennzeichnet.
  • Prüfzeichen: Ein Symbol, das die Konformität mit relevanten Normen (z.B. DIN EN 3) bestätigt.
  • Farbe der Plakette: Die Farbe der Plakette gibt meist das Jahr der nächsten Prüfung an.

Warum ist die regelmäßige Prüfung von Feuerlöschern notwendig?

Feuerlöscher sind sicherheitstechnische Geräte, deren Zuverlässigkeit im Ernstfall über Leben und Tod oder die Schadenshöhe entscheiden kann. Eine regelmäßige Prüfung ist daher unerlässlich, um sicherzustellen, dass das Gerät im Bedarfsfall wie vorgesehen funktioniert.

Rechtliche Grundlagen und Normen

In Deutschland regelt die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) die Prüfpflicht für Arbeitsmittel, wozu auch Feuerlöscher in Betrieben zählen. Für private Haushalte gibt es keine explizite gesetzliche Prüfpflicht, jedoch wird die regelmäßige Wartung und Überprüfung dringend empfohlen, um die Funktionsfähigkeit zu gewährleisten. Die relevanten Normen für Feuerlöscher sind insbesondere die:

  • DIN EN 3 (Tragbare Feuerlöscher)
  • DIN 14406 (Feuerwehrtechnisches Material – Feuerlöscher)

Diese Normen legen die Anforderungen an Konstruktion, Leistung, Kennzeichnung und Prüfung von Feuerlöschern fest.

Folgen einer fehlenden oder ungültigen Prüfplakette

Das Fehlen einer gültigen Prüfplakette kann verschiedene Konsequenzen haben:

  • Im gewerblichen Bereich: Verstöße gegen die Betriebssicherheitsverordnung können zu Bußgeldern und im Schadensfall zu Haftungsproblemen führen. Versicherungen können Leistungen verweigern, wenn der Feuerlöscher nicht ordnungsgemäß instand gehalten wurde.
  • Im privaten Bereich: Auch wenn keine direkten Bußgelder drohen, birgt ein nicht geprüfter Feuerlöscher das Risiko, im Brandfall versagen und dadurch größeren Schaden verursachen zu können.

Die verschiedenen Prüfzyklen für Feuerlöscher

Die Häufigkeit der Prüfungen hängt von der Art des Feuerlöschers und den jeweiligen Vorschriften ab. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen der Aufladeprima und der Dauerdruck-Bauweise, was Einfluss auf die Prüfintervalle hat.

Wartung, Instandhaltung und wiederkehrende Prüfung

Im Allgemeinen sind die folgenden Intervalle üblich:

  • Monatliche Funktionsprüfung (durch den Benutzer): Sichtprüfung auf Vollständigkeit, Beschädigungen, korrekten Sitz des Bolzens und der Plombe, sowie Stellung des Manometers (bei Dauerdruckgeräten).
  • Außerordentliche Instandhaltung: Nach jeder Benutzung, insbesondere wenn diese nur teilweise erfolgte.
  • Regelmäßige Instandhaltung (Wartung): Jährlich durch einen Sachkundigen. Hierbei wird das Gerät geöffnet, überprüft, gereinigt, die Löschmittelmenge und -qualität kontrolliert, sowie der Innendruck geprüft.
  • Wiederkehrende Prüfung (Überprüfung): Alle zwei Jahre durch eine anerkannte Prüfstelle. Hierbei wird die Funktionsfähigkeit des Geräts und die Einhaltung der Normen bestätigt.
  • Zerlegen und Prüfung: Alle fünf bzw. zehn Jahre (je nach Löscherart und Herstellervorgabe). Bei dieser Prüfung werden alle Teile demontiert, gereinigt, auf Verschleiß geprüft und gegebenenfalls ausgetauscht. Dichtungen müssen in der Regel ausgetauscht werden.

Unterschiede bei der Aufladeprima und Dauerdruck-Feuerlöscher

Bei Dauerdruck-Feuerlöschern ist der Innendruck permanent vorhanden und wird über ein Manometer angezeigt. Diese Geräte sind auf den ersten Blick leichter auf ihren Ladezustand zu überprüfen, bergen aber auch Risiken durch den ständigen Druck im Inneren. Bei der jährlichen Wartung wird hier besonders auf den Zustand der Dichtungen und des Ventils geachtet.

Aufladeprima-Feuerlöscher sind im Ruhezustand drucklos. Der Löschdruck wird erst durch das Betätigen des Auslösehebels erzeugt, indem eine CO2-Patrone das Löschmittel unter Druck setzt. Diese Bauweise gilt als sicherer, da kein permanenter Innendruck herrscht. Die Prüfung konzentriert sich hier auf die Dichtheit der Patrone, die Funktion des Schlagbolzens und die Qualität des Löschmittels.

Die Farbkodierung der Prüfplaketten

Die Farben der Prüfplaketten sind ein gängiges System, um das Jahr der nächsten Prüfung auf einen Blick zu erkennen. Dies erleichtert die Organisation und die schnelle Identifizierung von Geräten, die bald zur Prüfung anstehen.

Übliche Farbzuordnungen

Die genaue Farbkodierung kann leicht variieren, aber ein weit verbreitetes System sieht wie folgt aus:

Farbe Jahr der nächsten Prüfung (Beispiel)
Rot 2024
Blau 2025
Gelb 2026
Grün 2027
Weiß 2028
Orange 2029
Grau 2030

Wichtiger Hinweis: Diese Farbzuordnungen sind oft Richtwerte. Entscheidend ist immer das auf der Plakette explizit angegebene Datum für die nächste Prüfung. Die Farbe dient primär der visuellen Orientierung und erleichtert die Einhaltung der Prüfintervalle.

Wer darf Feuerlöscher prüfen?

Die Prüfung und Wartung von Feuerlöschern darf nicht von jedermann durchgeführt werden. Es gibt klare Vorschriften, wer diese sicherheitstechnischen Aufgaben übernehmen darf.

Sachkunde und Anerkennung von Prüfern

Die regelmäßige Instandhaltung (Wartung) darf nur durch Sachkundige erfolgen, die über die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten verfügen. Diese Sachkunde wird in der Regel durch entsprechende Schulungen und Weiterbildungen erworben.

Die wiederkehrende Prüfung (z.B. alle zwei Jahre) wird oft von anerkannten Prüfstellen oder speziell qualifizierten Unternehmen durchgeführt. Diese Prüfstellen sind von den zuständigen Behörden zertifiziert und stellen sicher, dass die Prüfungen nach den geltenden Normen und Vorschriften durchgeführt werden. Die Kennzeichnung auf der Prüfplakette gibt Auskunft über die durchführende Stelle.

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Typische Brände und ihre geeigneten Feuerlöscher

Die Wirksamkeit eines Feuerlöschers hängt stark von der Art des brennenden Materials ab. Die Prüfplakette bestätigt die grundsätzliche Einsatzbereitschaft, aber die Auswahl des richtigen Feuerlöschers ist entscheidend für die Brandbekämpfung.

Brandklassen

Feuerlöscher sind für verschiedene Brandklassen klassifiziert:

  • Brandklasse A: Feststoffe (z.B. Holz, Papier, Textilien). Geeignete Löschmittel: Wasser, Schaum, Pulver.
  • Brandklasse B: Flüssigkeiten und Gase (z.B. Benzin, Öl, Alkohol, Erdgas). Geeignete Löschmittel: Schaum, Pulver, CO2. Bei Gasbränden nur im Sinne des Umweltschutzes (kein Eindämmen des Gasflusses!).
  • Brandklasse C: Gase (z.B. Methan, Propan). Geeignete Löschmittel: Pulver.
  • Brandklasse D: Metalle (z.B. Magnesium, Aluminium, Natrium). Spezielle Pulverlöscher erforderlich.
  • Brandklasse F: Fette und Öle (z.B. Speiseöle in der Küche). Spezielle Fettbrandlöscher (Klasse F) sind hierfür notwendig.

Die Prüfplakette auf deinem Feuerlöscher bestätigt, dass er für seine angegebene Brandklasse und Löschmittelart funktionstüchtig ist.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Was bedeutet die Prüfplakette auf dem Feuerlöscher?

Was ist die Hauptfunktion der Prüfplakette auf einem Feuerlöscher?

Die Prüfplakette ist ein Nachweis dafür, dass der Feuerlöscher regelmäßig auf seine Funktionsfähigkeit, Sicherheit und Konformität mit geltenden Normen überprüft wurde und einsatzbereit ist.

Welche Informationen liefert die Prüfplakette?

Die Plakette enthält typischerweise das Datum der letzten Prüfung, das Datum der nächsten Fälligkeit, die Kennzeichnung des Prüfers oder der Prüfstelle sowie oft eine farbliche Kennzeichnung für das Prüfjahr.

Wie oft muss ein Feuerlöscher geprüft werden?

Die Geräte müssen jährlich zur Wartung und alle zwei Jahre zur wiederkehrenden Prüfung. Es gibt auch weitergehende Zerlegeprüfungen, die alle fünf oder zehn Jahre anstehen.

Wer ist berechtigt, Feuerlöscher zu prüfen?

Nur sachkundige Personen für die Wartung und anerkannte Prüfstellen für die wiederkehrende Prüfung dürfen Feuerlöscher überprüfen.

Was bedeutet die Farbe auf der Prüfplakette?

Die Farbe dient oft als visuelle Anzeige für das Jahr der nächsten fälligen Prüfung. Ein gängiges System ordnet verschiedenen Farben unterschiedliche Jahre zu, jedoch ist das explizit aufgedruckte Datum immer bindend.

Was passiert, wenn die Prüfplakette fehlt oder abgelaufen ist?

In Betrieben kann dies zu rechtlichen Konsequenzen und Problemen mit Versicherungen führen. Im privaten Bereich birgt es das Risiko eines Ausfalls im Brandfall.

Muss ich als Privatperson meinen Feuerlöscher prüfen lassen?

Es gibt keine gesetzliche Pflicht für Privatpersonen, aber eine regelmäßige Wartung und Prüfung wird dringend empfohlen, um die Sicherheit im Brandfall zu gewährleisten.

Was ist der Unterschied zwischen Wartung und wiederkehrender Prüfung?

Die Wartung (jährlich) ist eine umfassende technische Überprüfung und Instandsetzung. Die wiederkehrende Prüfung (alle zwei Jahre) bestätigt die fortlaufende Betriebssicherheit und Konformität.

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