Wann sollte man einen Feuerlöscher neu befüllen?

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Die Frage, wann ein Feuerlöscher neu befüllt werden muss, ist von entscheidender Bedeutung für deine Sicherheit und die deines Umfelds. Dieser Text richtet sich an alle, die Verantwortung für die Brandschutzvorsorge in privaten oder gewerblichen Objekten tragen und sicherstellen wollen, dass ihre Feuerlöscher im Ernstfall einsatzbereit sind.

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Grundlagen zur Lebensdauer und Wartung von Feuerlöschern

Ein Feuerlöscher ist kein Objekt, das man einmal kauft und dann vergisst. Seine Funktionsfähigkeit hängt maßgeblich von regelmäßiger Wartung und dem rechtzeitigen Nachfüllen ab. Die Lebensdauer eines Feuerlöschers wird durch verschiedene Faktoren bestimmt, darunter der Typ des Löschmittels, die Bauart des Gerätes und vor allem die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfintervalle.

  • Typ des Löschmittels: Unterschiedliche Löschmittel wie Wasser, Schaum, Pulver oder CO2 haben unterschiedliche Eigenschaften und erfordern spezifische Wartungsmaßnahmen. Beispielsweise kann Wasser in Pulverlöschern korrodieren, während CO2-Löscher unter Druckverlust leiden können.
  • Bauart des Gerätes: Ob es sich um einen tragbaren Feuerlöscher oder einen fahrbaren handelt, beeinflusst ebenfalls die Handhabung und die Wartungsnotwendigkeit.
  • Gesetzliche Vorgaben: In Deutschland regeln Normen wie die DIN EN 3 und die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) die Anforderungen an Feuerlöscher und deren Instandhaltung. Diese Vorgaben sind bindend und dienen der Gewährleistung der Funktionsfähigkeit.

Wann muss ein Feuerlöscher neu befüllt werden? Die entscheidenden Kriterien

Es gibt mehrere klare Indikatoren, die dir zeigen, wann es Zeit ist, deinen Feuerlöscher neu befüllen zu lassen. Diese Kriterien sind nicht willkürlich, sondern basieren auf technischen Erfordernissen und Sicherheitsstandards.

Nach jedem Einsatz

Dies ist die absolut wichtigste Regel: Nach jedem Einsatz, unabhängig von der verbrauchten Menge des Löschmittels, muss der Feuerlöscher neu befüllt und neu abgedrückt werden. Selbst wenn du nur einen kurzen Sprühstoß ausgelöst hast, um eine kleine Flamme zu ersticken, hat sich der Innendruck verändert und das Löschmittel ist teilweise entnommen worden. Ein nur teilweise gefüllter oder unter Druck stehender Feuerlöscher ist im Falle eines erneuten Brandes möglicherweise nicht mehr in der Lage, ausreichend Löschmittel auszubringen.

Gemäß den Prüfintervallen

Neben dem sofortigen Nachfüllen nach Gebrauch sind regelmäßige Wartungen und Überprüfungen gesetzlich vorgeschrieben. Diese Intervalle sind in der DIN EN 3-7 und der BetrSichV festgelegt:

  • Außerordentliche Prüfung: Diese muss spätestens nach zwei Jahren erfolgen. Im Rahmen dieser Prüfung wird der Feuerlöscher auf seine Funktionsfähigkeit und den Zustand des Löschmittels hin überprüft. Bei dieser Prüfung wird auch der Druck kontrolliert und gegebenenfalls korrigiert.
  • Wiederkehrende Prüfung (nach 5 Jahren): Nach fünf Jahren muss eine umfassendere Instandhaltungsmaßnahme durchgeführt werden. Hierbei wird der Feuerlöscher geöffnet, das Löschmittel auf seine Beschaffenheit geprüft und gegebenenfalls ausgetauscht oder ersetzt. Bei Pulverlöschern wird das Pulver auf seine Rieselfähigkeit untersucht. CO2-Löscher werden auf ihren Fülldruck und die Beschaffenheit der Dichtungen geprüft.
  • Wiederkehrende Prüfung (nach 10 Jahren): Nach zehn Jahren ist eine erneute, tiefgreifendere Prüfung und Instandsetzung erforderlich, bei der Dichtungen und andere Verschleißteile ausgetauscht werden können.

Wichtig: Diese Intervalle beziehen sich auf die Instandhaltung. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass der Feuerlöscher nach 5 oder 10 Jahren neu befüllt werden muss, wenn er noch nie benutzt wurde und der Druck stimmt. Die Prüfung stellt sicher, dass er es tut. Sollten bei der Prüfung jedoch Mängel festgestellt werden, die eine Auffüllung oder einen Austausch des Löschmittels erfordern, wird dies im Rahmen der Instandhaltung vorgenommen.

Bei Anzeichen von Beschädigung oder Verfall

Unabhängig von den Fristen können äußere Anzeichen darauf hindeuten, dass ein Feuerlöscher nicht mehr einsatzbereit ist und neu befüllt oder ausgetauscht werden muss:

  • Sichtbarer Druckverlust: Das Manometer zeigt einen Druck an, der deutlich unter dem empfohlenen Bereich liegt. Bei vielen Löscherarten zeigt ein roter Bereich auf dem Manometer einen zu geringen Druck an.
  • Korrosion oder Beschädigung des Gehäuses: Rost, Dellen oder andere sichtbare Schäden am Feuerlöschergehäuse können die Integrität des Gerätes beeinträchtigen und das Risiko eines Lecks oder Versagens erhöhen.
  • Beschädigte Dichtungen oder Ventile: Überprüfe die Dichtungen am Auslösehebel und am Ventil auf Risse oder Verschleiß.
  • Verklebtes oder verunreinigtes Löschmittel (bei Pulverlöschern): Wenn das Pulver im Inneren des Löscher verklebt oder verklumpt ist, kann dies die Ausbringung des Löschmittels behindern. Dies wird in der Regel bei den regelmäßigen Prüfungen festgestellt.
  • Ablaufdatum des Herstellers: Manche Hersteller geben ein maximales Nutzungs- oder Austauschdatum an, das nicht überschritten werden sollte.

Arten von Feuerlöschern und ihre spezifischen Befüllungsanforderungen

Die Art des Feuerlöschers beeinflusst nicht nur die Anwendung, sondern auch die spezifischen Anforderungen an die Nachfüllung und Wartung.

Schaumlöscher und Wasserlöscher

Diese Löscher enthalten Wasser als Löschmittel, oft mit einem Schaumbildner versetzt. Wasser ist hygroskopisch und kann mit der Zeit korrosive Eigenschaften entwickeln, insbesondere wenn es mit Metallteilen in Kontakt kommt. Bei der regelmäßigen Prüfung wird die Qualität des Wassers und des Schaumbildners überprüft. Eine Neu-Befüllung ist in der Regel im Rahmen der 5-Jahres-Instandsetzung vorgesehen, es sei denn, es liegt ein vorzeitiger Einsatz oder ein Druckverlust vor.

Pulverlöscher

Pulverlöscher sind weit verbreitet und effektiv gegen verschiedene Brandklassen. Das Löschpulver ist empfindlich gegenüber Feuchtigkeit und muss seine Rieselfähigkeit behalten. Bei der 5-Jahres-Instandsetzung wird das Pulver auf seine Konsistenz überprüft und gegebenenfalls ausgetauscht. Die Herstellerangaben und die Normen geben hier klare Richtlinien vor. Wenn das Pulver verklumpt ist, ist eine Neu-Befüllung unumgänglich.

CO2-Löscher

Kohlendioxidlöscher verwenden gasförmiges CO2 unter hohem Druck. Der entscheidende Faktor hier ist der Fülldruck und die Dichtheit. Bei der regelmäßigen Prüfung wird der Druck kontrolliert. Ein Druckverlust deutet auf ein Leck hin. CO2 ist nicht verderblich, daher geht es hier primär um die physikalischen Eigenschaften und die mechanische Integrität des Gerätes. Eine Neu-Befüllung erfolgt bei Bedarf aufgrund von Druckverlust oder nach Austausch von Verschleißteilen bei der regelmäßigen Überprüfung.

Die Kosten-Nutzen-Betrachtung: Reparatur oder Neukauf?

Bei der Entscheidung, ob ein Feuerlöscher neu befüllt oder durch ein neues Gerät ersetzt werden soll, spielen mehrere Faktoren eine Rolle:

  • Alter des Feuerlöschers: Ältere Geräte, die bereits mehrere Instandsetzungen hinter sich haben, können wirtschaftlich eher durch ein Neugerät ersetzt werden. Die Kosten für eine erneute Befüllung und eventuelle Ersatzteile können den Anschaffungspreis eines neuen, modernen Feuerlöschers übersteigen.
  • Art und Umfang des Schadens: Ist nur das Löschmittel verbraucht und der Löscher ansonsten in einwandfreiem Zustand, ist eine Befüllung oft die kostengünstigste Lösung. Sind jedoch das Gehäuse stark beschädigt oder Ventile defekt, kann ein Austausch sinnvoller sein.
  • Kosten für die Befüllung vs. Neukauf: Informiere dich über die aktuellen Preise für das Nachfüllen durch qualifizierte Fachbetriebe und vergleiche diese mit den Preisen für neue Feuerlöscher.
  • Normkonformität und Zulassung: Achte darauf, dass auch nach einer Befüllung die geltenden Normen und Zulassungen eingehalten werden. Fachbetriebe gewährleisten dies.

Wer ist für die Wartung und Befüllung zuständig?

Die Verantwortung für die ordnungsgemäße Wartung und gegebenenfalls die Befüllung von Feuerlöschern liegt beim Betreiber der Räumlichkeiten. Dies kann der Eigentümer, der Mieter oder der Arbeitgeber sein.

Für die Durchführung der Wartung und Befüllung solltest du dich an zertifizierte Fachbetriebe wenden. Diese verfügen über das notwendige Know-how, die Ausrüstung und die Zulassungen, um Feuerlöscher fachgerecht zu warten und nachzufüllen. Achte auf Betriebe, die ihre Qualifikation nachweisen können und die geltenden Normen (DIN EN 3, BetrSichV) einhalten.

Das sind die neuesten Feuerlöscher Produkte

Grund für Befüllung/Wartung Zeitpunkt Häufigkeit Maßnahme Konsequenz bei Nichteinhaltung
Nach jedem Einsatz Sofort Nach Bedarf Komplette Neubefüllung und Neubefüllung/Druckprüfung Unzuverlässigkeit des Gerätes im nächsten Brandfall
Gesetzliche Prüfpflicht Spätestens alle 2 Jahre Alle 2 Jahre Außerordentliche Prüfung (Druckprüfung, Funktionskontrolle) Verlust der Betriebserlaubnis, Mangel bei behördlicher Prüfung
Gesetzliche Prüfpflicht Spätestens alle 5 Jahre Alle 5 Jahre Instandsetzung (Überprüfung Löschmittel, Dichtungen) Erhöhtes Risiko von Funktionsstörungen, Mangel bei behördlicher Prüfung
Sichtbare Mängel Unverzüglich Nach Bedarf Überprüfung und ggf. Reparatur/Austausch Sicherheitsrisiko, potenzieller Totalausfall

Wann ist ein Feuerlöscher nicht mehr befüllbar?

Es gibt Situationen, in denen eine Befüllung nicht mehr sinnvoll oder möglich ist. Dies ist meist der Fall, wenn:

  • Das Gehäuse irreparabel beschädigt ist: Tiefe Roststellen, starke Verformungen oder durchgehende Korrosion können dazu führen, dass das Gerät nicht mehr sicher ist.
  • Das Altersgrenze überschritten ist: Manche Hersteller geben eine empfohlene maximale Lebensdauer für ihre Feuerlöscher an, die oft bei 15 bis 20 Jahren liegt. Nach dieser Zeit können Materialermüdung und Verschleißteile ein Risiko darstellen.
  • Die Kosten die eines Neukaufs übersteigen: Wenn Reparaturen und eine Neubefüllung teurer sind als ein neues, normgerechtes Gerät, ist ein Austausch wirtschaftlich sinnvoller.
  • Keine Ersatzteile mehr verfügbar sind: Bei älteren Modellen können unter Umständen keine passenden Ersatzteile mehr für die Reparatur gefunden werden.

Häufige Irrtümer bezüglich Feuerlöschern

Es kursieren einige Missverständnisse rund um die Wartung von Feuerlöschern, die wir hier aufklären möchten:

  • „Der Druck ist noch gut, also muss nichts gemacht werden.“ Ein funktionierendes Manometer ist wichtig, aber nicht ausreichend. Auch das Löschmittel kann im Laufe der Zeit an Qualität verlieren oder verklumpen, selbst wenn der Druck stimmt.
  • „Nur volle Löscher müssen geprüft werden.“ Die Prüfungspflicht gilt für alle Feuerlöscher, unabhängig davon, ob sie benutzt wurden oder nicht.
  • „Eine einfache Druckprüfung reicht aus.“ Die verschiedenen Prüfintervalle (2 Jahre, 5 Jahre, 10 Jahre) sehen unterschiedliche, umfangreichere Maßnahmen vor, die über eine reine Druckprüfung hinausgehen.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Wann sollte man einen Feuerlöscher neu befüllen?

Muss ich meinen Feuerlöscher jedes Jahr neu befüllen lassen?

Nein, eine jährliche Neubefüllung ist in der Regel nicht erforderlich, es sei denn, der Feuerlöscher wurde bereits teilweise oder vollständig eingesetzt. Stattdessen gibt es gesetzlich vorgeschriebene Prüfintervalle von 2 Jahren für die außerordentliche Prüfung und 5 Jahren für die Instandsetzung.

Was passiert, wenn mein Feuerlöscher abgelaufen ist?

Wenn die empfohlene Lebensdauer des Feuerlöschers erreicht ist oder bei der regelmäßigen Prüfung erhebliche Mängel festgestellt werden, die eine Reparatur unwirtschaftlich machen, sollte der Feuerlöscher ausgetauscht und durch ein neues, normgerechtes Gerät ersetzt werden.

Kann ich meinen Feuerlöscher selbst neu befüllen?

Nein, die Neubefüllung von Feuerlöschern ist eine Aufgabe für spezialisierte Fachbetriebe. Dies erfordert spezielles Wissen, Ausrüstung und die Einhaltung von Sicherheitsvorschriften. Eigenmächtige Befüllversuche sind gefährlich und führen zum Verlust der Betriebserlaubnis.

Was bedeutet die Anzeige auf dem Manometer meines Feuerlöschers?

Das Manometer zeigt den Innendruck des Feuerlöschers an. Ein grüner Bereich auf der Skala bedeutet, dass der Druck im optimalen Bereich liegt. Ein roter Bereich weist auf zu geringen Druck hin, was eine Neubefüllung erforderlich macht. Ein zu hoher Druck ist ebenfalls ein Problem und sollte von einem Fachmann begutachtet werden.

Sind die Prüfintervalle für alle Feuerlöscher gleich?

Die grundlegenden Prüfintervalle (alle 2 Jahre außerordentliche Prüfung, alle 5 Jahre Instandsetzung) gelten für die meisten tragbaren Feuerlöscher gemäß den einschlägigen Normen. Spezielle Bauarten oder Einsatzzwecke können jedoch abweichende oder zusätzliche Prüfpflichten mit sich bringen.

Wie lange dauert eine Feuerlöscher-Wartung?

Eine außerordentliche Prüfung (alle 2 Jahre) dauert in der Regel nicht lange und kann oft vor Ort durchgeführt werden. Eine Instandsetzung (alle 5 Jahre), bei der das Gerät geöffnet wird, erfordert mehr Zeit und wird meist in der Werkstatt des Fachbetriebs durchgeführt.

Wer kontrolliert, ob Feuerlöscher gewartet sind?

Bei der zuständigen Behörde (z.B. Gewerbeaufsicht, Feuerwehr im Rahmen von Brandschutzbegehungen) und im Rahmen von Arbeitsschutzprüfungen durch den Arbeitgeber oder zuständige Stellen.

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