Du fragst dich, in welchem Intervall ein Feuerlöscher geprüft werden muss, um seine Funktionsfähigkeit im Ernstfall sicherzustellen. Diese Information ist für jeden verantwortlich handelnden Betreiber von Gebäuden, für Arbeitgeber und auch für Privatpersonen von entscheidender Bedeutung, um Brandschutzvorschriften einzuhalten und die Sicherheit zu gewährleisten.
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Gesetzliche Vorschriften und Normen zur Feuerlöscherprüfung
Die regelmäßige Prüfung von Feuerlöschern ist keine optionale Maßnahme, sondern eine gesetzliche Verpflichtung, die in verschiedenen Verordnungen und Normen geregelt ist. In Deutschland sind dies primär die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) und die Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR) A2.2 „Maßnahmen gegen Brände“, sowie die DIN 14406-4 für tragbare Feuerlöscher. Diese Vorschriften zielen darauf ab, die Sicherheit von Personen und Sachwerten zu maximieren, indem sichergestellt wird, dass Feuerlöschgeräte im Bedarfsfall einsatzbereit sind.
Intervall der Prüfung: Die entscheidenden Fristen
Das Intervall, in dem ein Feuerlöscher geprüft werden muss, hängt von mehreren Faktoren ab, darunter die Art des Feuerlöschers, die Einsatzumgebung und die spezifischen gesetzlichen Vorgaben. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen der jährlichen Wartung und der erweiterteren Instandhaltungsprüfung.
- Jährliche Wartung: Gemäß der ASR A2.2 muss jeder Feuerlöscher mindestens einmal jährlich auf seine ordnungsgemäße Funktion, Druck und Dichtheit überprüft werden. Diese Wartung darf nur von geschultem Personal durchgeführt werden.
- Erweiterte Instandhaltungsprüfung (nach 5 bzw. 10 Jahren): Neben der jährlichen Wartung sind weitergehende Prüfungen erforderlich. Bei Schaum- und Wasserlöschern ist dies in der Regel nach 5 Jahren der Fall, bei Pulver- und CO2-Löschern nach 10 Jahren. Bei diesen Prüfungen werden die Geräte geöffnet und detaillierter auf ihre Betriebssicherheit untersucht.
Wer darf Feuerlöscher prüfen?
Die Prüfung von Feuerlöschern ist eine qualifizierte Aufgabe, die nicht von jedermann durchgeführt werden darf. Die Gesetzgebung und die relevanten Normen schreiben vor, dass die Wartung und Prüfung von geschultem Fachpersonal vorgenommen werden muss. Dies gewährleistet, dass die Prüfer über das notwendige Wissen und die Erfahrung verfügen, um die Geräte korrekt zu beurteilen und eventuelle Mängel zu erkennen.
Qualifikationsanforderungen an Prüfer
- Herstellervorgaben: Oftmals müssen die Prüfer nach den Vorgaben des jeweiligen Feuerlöscherherstellers geschult sein.
- DIN-Normen: Die DIN 14406-4 legt ebenfalls Anforderungen an die Durchführung der Prüfung fest.
- Sachkundenachweis: In vielen Fällen ist ein formaler Sachkundenachweis erforderlich, der die Kompetenz des Prüfers bescheinigt.
Arbeitgeber sind verpflichtet, sicherzustellen, dass die Prüfung durch eine befähigte Person oder einen qualifizierten Dienstleister erfolgt. Für Privatpersonen empfiehlt es sich ebenfalls, auf zertifizierte Fachbetriebe zurückzugreifen, um die korrekte Funktionsweise ihres Feuerlöschers zu gewährleisten.
Unterschiede zwischen Wartung und Instandhaltung
Es ist wichtig, zwischen der jährlichen Wartung und der weitergehenden Instandhaltung zu unterscheiden, da beide unterschiedliche Prüfumfänge und Intervalle haben.
Jährliche Wartung – Der schnelle Check
Die jährliche Wartung ist eine oberflächliche Überprüfung, die sicherstellen soll, dass der Feuerlöscher im Falle eines Brandes sofort einsatzbereit ist. Sie umfasst unter anderem:
- Kontrolle des Treibmittelvorrats (Druckanzeige).
- Prüfung der Dichtheit der Dichtungen.
- Sichtprüfung auf äußere Beschädigungen.
- Überprüfung des Bedienungshebels und der Sicherung.
- Sicherstellung der Lesbarkeit der Beschriftung.
Instandhaltungsprüfung – Die tiefere Inspektion
Die Instandhaltungsprüfung, die in längeren Intervallen erfolgt, geht deutlich weiter. Hierbei wird der Feuerlöscher geöffnet, um auch interne Komponenten zu überprüfen. Dies beinhaltet typischerweise:
- Entleerung des Löschmittels.
- Zerlegen des Ventils.
- Prüfung des Dichtungsmaterials.
- Erneuerung von Verschleißteilen (z.B. Dichtungen).
- Wiederbefüllung mit geeignetem Löschmittel.
- Überprüfung der Funktionstüchtigkeit nach der Montage.
- Aufbringen eines Prüfzeichens und Dokumentation der durchgeführten Arbeiten.
Arten von Feuerlöschern und ihre Prüfintervalle
Die Intervalle für die erweiterte Instandhaltungsprüfung variieren je nach Löschmittel und Bauart des Feuerlöschers. Diese Unterscheidung ist entscheidend für die Einhaltung der Vorschriften.
Wasser- und Schaumlöscher
Wasser- und Schaumlöscher unterliegen in der Regel einem Prüfintervall von 5 Jahren für die erweiterte Instandhaltungsprüfung. Dies liegt daran, dass das Löschmittel (Wasser oder Schaum) anfälliger für Verunreinigungen oder Degradation sein kann, was die Wirksamkeit beeinträchtigen könnte.
Pulverlöscher
Pulverlöscher sind in der Regel robuster und haben ein längeres Intervall für die erweiterte Instandhaltungsprüfung. Sie müssen alle 10 Jahre einer solchen Prüfung unterzogen werden. Die jährliche Wartung ist jedoch auch hier unerlässlich.
CO2-Löscher
Kohlendioxid (CO2)-Löscher, die oft in Bereichen mit elektrischen Anlagen eingesetzt werden, haben ebenfalls ein Prüfintervall von 10 Jahren für die erweiterte Instandhaltungsprüfung. Die jährliche Wartung muss auch hier regelmäßig erfolgen.
Die Bedeutung der Dokumentation
Jede Prüfung, sei es die jährliche Wartung oder die erweiterte Instandhaltungsprüfung, muss sorgfältig dokumentiert werden. Dies dient als Nachweis für die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften und als Information für den Betreiber.
Inhalt der Dokumentation
- Datum der Prüfung.
- Art der durchgeführten Prüfung (Wartung oder Instandhaltung).
- Name und Unterschrift des Prüfers.
- Ergebnis der Prüfung (bestanden/nicht bestanden).
- Eventuell durchgeführte Reparaturen oder ausgetauschte Teile.
- Aufkleber oder Plakette am Feuerlöscher mit dem Datum der nächsten Prüfung.
Die lückenlose Dokumentation ist entscheidend, falls es zu einem Brandfall kommt und die Einsatzbereitschaft der Löscher überprüft werden muss.
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Praktische Hinweise für Betreiber
Um sicherzustellen, dass deine Feuerlöscher immer einsatzbereit sind und du die gesetzlichen Vorschriften einhältst, beachte folgende praktische Hinweise:
- Führe ein Verzeichnis: Halte eine Übersicht über alle Feuerlöscher in deinem Verantwortungsbereich, inklusive Standort, Art, Kaufdatum und Prüfdaten.
- Terminplanung: Plane die Prüfungen rechtzeitig. Nutze Erinnerungsfunktionen oder beauftrage einen Dienstleister, der sich um die Terminierung kümmert.
- Auswahl des Dienstleisters: Wähle einen seriösen und qualifizierten Fachbetrieb für die Prüfung deiner Feuerlöscher.
- Beschädigte Löscher: Beschädigte oder offensichtlich nicht funktionstüchtige Feuerlöscher sollten sofort aus dem Verkehr gezogen und zur Reparatur oder Entsorgung gegeben werden.
- Einsatzorte: Achte darauf, dass an jedem relevanten Ort die geeigneten Feuerlöscher in ausreichender Anzahl vorhanden sind.
Tabelle: Übersicht der Prüfintervalle
| Art des Feuerlöschers | Jährliche Wartung | Erweiterte Instandhaltungsprüfung |
|---|---|---|
| Wasserlöscher | Jährlich | Alle 5 Jahre |
| Schaumlöscher | Jährlich | Alle 5 Jahre |
| Pulverlöscher | Jährlich | Alle 10 Jahre |
| CO2-Löscher | Jährlich | Alle 10 Jahre |
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu In welchem Intervall muss ein Feuerlöscher geprüft werden?
Muss ich als Privatperson meinen Feuerlöscher prüfen lassen?
Auch wenn es für Privatpersonen nicht immer gesetzlich vorgeschrieben ist, ist es dringend empfehlenswert, Feuerlöscher, die du zu Hause oder im Auto hast, regelmäßig überprüfen zu lassen. Dies stellt sicher, dass sie im Notfall auch funktionieren und deine Sicherheit sowie die deiner Familie gewährleisten.
Was passiert, wenn mein Feuerlöscher die Prüfung nicht besteht?
Wenn ein Feuerlöscher die Prüfung nicht besteht, wird dies vom Prüfer dokumentiert. Je nach Art des Mangels kann der Feuerlöscher repariert und das Löschmittel ersetzt werden. Ist eine Reparatur nicht wirtschaftlich oder technisch möglich, muss der Feuerlöscher fachgerecht entsorgt und durch ein neues Gerät ersetzt werden.
Sind die Prüfintervalle in allen Ländern gleich?
Nein, die Prüfintervalle und die genauen Vorschriften können sich von Land zu Land unterscheiden. Die hier genannten Intervalle beziehen sich primär auf die Regelungen in Deutschland. Informiere dich im Zweifelsfall über die spezifischen Vorschriften in deinem Wohn- oder Arbeitsort.
Was kostet die Prüfung eines Feuerlöschers?
Die Kosten für die Prüfung variieren je nach Anbieter, Art des Feuerlöschers und ob es sich um eine jährliche Wartung oder eine erweiterte Instandhaltungsprüfung handelt. Eine jährliche Wartung ist in der Regel günstiger als die weitergehende Prüfung, die das Öffnen des Geräts beinhaltet.
Kann ich die Prüfung selbst durchführen?
Nein, die Prüfung von Feuerlöschern darf nur von geschultem und qualifiziertem Fachpersonal durchgeführt werden. Die genauen Anforderungen an die Prüfer sind in den relevanten Normen und Verordnungen festgelegt, um die Sicherheit und Funktionsfähigkeit der Geräte zu gewährleisten.
Wie erkenne ich, wann mein Feuerlöscher das nächste Mal geprüft werden muss?
Nach jeder durchgeführten Prüfung wird in der Regel ein Prüfaufkleber auf dem Feuerlöscher angebracht, auf dem das Datum der nächsten Prüfung vermerkt ist. Achte auf diesen Aufkleber und plane die nächste Prüfung entsprechend im Voraus.
Welche Arten von Mängeln können bei einer Feuerlöscherprüfung auftreten?
Mögliche Mängel umfassen unter anderem einen zu geringen oder fehlenden Innendruck (bei aufladeladenen Geräten), beschädigte Dichtungen, Korrosion am Gehäuse, blockierte Bedienungselemente oder verunreinigtes Löschmittel. Auch die Lesbarkeit der Beschriftung und das Vorhandensein einer intakten Sicherung sind wichtige Prüfpunkte.