Du fragst dich, welche Prüfzeichen auf einem Feuerlöscher wirklich wichtig sind und welche Normen für dessen Sicherheit und Wirksamkeit gelten? Dann bist du hier genau richtig, denn dieser Text klärt dich umfassend über die entscheidenden Kriterien auf, die du bei der Auswahl und Prüfung von Feuerlöschern kennen musst, um im Ernstfall optimal geschützt zu sein.
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Die Bedeutung von Prüfnormen für Feuerlöscher
Feuerlöscher sind lebenswichtige Sicherheitsgeräte, deren Zuverlässigkeit im Brandfall über Menschenleben und Sachwerte entscheiden kann. Deshalb unterliegen sie strengen Prüfvorschriften und Normen. Diese Normen stellen sicher, dass Feuerlöscher nicht nur effektiv Löschmittel ausstoßen, sondern auch unter verschiedenen Bedingungen sicher funktionieren und den geltenden gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Für dich als Anwender oder Verantwortlichen ist es unerlässlich, die relevanten Prüfzeichen zu kennen, um die Qualität und Konformität eines Feuerlöschers beurteilen zu können.
Welche Prüfzeichen sind essentiell?
Die wichtigsten Prüfzeichen auf einem Feuerlöscher geben dir Auskunft über dessen Konformität mit geltenden Normen, die durch unabhängige Prüfinstitute vergeben werden. Sie sind deine Garantie dafür, dass der Feuerlöscher die Anforderungen an Sicherheit, Funktionalität und Leistung erfüllt.
DIN-Normen und EN-Normen
In Deutschland und Europa sind vor allem die DIN-Normen (Deutsches Institut für Normung) und die entsprechenden europäischen Normen (EN-Normen) maßgeblich. Diese harmonisierten Normen legen detailliert fest, wie Feuerlöscher konstruiert, getestet und gekennzeichnet sein müssen.
- DIN EN 3-7: Dies ist die zentrale Norm für tragbare Feuerlöscher. Sie spezifiziert die Anforderungen an Konstruktion, Prüfungen, Kennzeichnung und Leistung von tragbaren Feuerlöschern. Jedes Gerät, das diesen Normen entspricht, muss auf dem Behälter eine entsprechende Kennzeichnung tragen.
- DIN EN 1866: Diese Norm befasst sich mit fahrbaren Feuerlöschern, die größer und leistungsfähiger sind als tragbare Modelle und oft in industriellen oder gewerblichen Umgebungen eingesetzt werden.
- DIN EN 671: Diese Norm behandelt Schlauchleitungen für den Brandfall, einschließlich von Geräten, die mit einem Schlauch ausgestattet sind, wie z.B. Wandhydranten. Auch wenn dies kein klassischer Feuerlöscher ist, ist die Einhaltung dieser Norm für die Brandschutzsicherheit relevant.
Das CE-Zeichen
Das CE-Zeichen auf einem Feuerlöscher signalisiert die Konformität mit den relevanten europäischen Richtlinien. Es bedeutet, dass der Hersteller erklärt, dass das Produkt die grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen der entsprechenden EU-Richtlinien erfüllt. Im Kontext von Feuerlöschern ist dies meist die Druckgeräterichtlinie (PED), da Feuerlöscher unter Druck stehen.
Geprüft durch unabhängige Institute
Neben den Normen selbst sind die Prüfzeichen von unabhängigen und anerkannten Prüfinstituten von großer Bedeutung. Diese Institute führen unabhängige Tests durch und bestätigen, dass der Feuerlöscher die Anforderungen der relevanten Normen erfüllt. Zu den bekanntesten Instituten zählen:
- VdS (Verband der Sachversicherer): VdS-anerkannt ist ein Gütesiegel, das für besonders hohe Qualitäts- und Sicherheitsstandards steht. VdS-geprüfte Feuerlöscher durchlaufen zusätzliche, oft strengere Prüfungen als gesetzlich vorgeschrieben und werden von vielen Versicherungen empfohlen oder sogar gefordert.
- MPA (Materialprüfungsamt): Verschiedene Materialprüfungsämter in Deutschland führen ebenfalls Prüfungen durch und stellen Konformitätsbescheinigungen aus, die die Einhaltung von Normen belegen.
- TÜV (Technischer Überwachungsverein): Ähnlich wie die MPA führen auch TÜV-Organisationen Tests und Zertifizierungen durch und bestätigen die Konformität mit technischen Standards.
Wenn du ein solches Prüfzeichen auf einem Feuerlöscher entdeckst, kannst du dir sicher sein, dass das Gerät von einer neutralen Stelle auf seine Sicherheit und Leistungsfähigkeit hin überprüft wurde.
Prüfzeichen im Überblick: Was sie bedeuten
Die Prüfzeichen sind nicht nur ein Hinweis auf Konformität, sondern geben dir auch Auskunft über die spezifischen Eigenschaften und die Eignung des Feuerlöschers. Du findest sie meist auf dem Behälter oder dem Typenschild des Feuerlöschers.
| Prüfzeichen / Norm | Bedeutung und Relevanz | Wo zu finden? |
|---|---|---|
| DIN EN 3-7 | Grundlegende Norm für tragbare Feuerlöscher. Bestätigt, dass der Löscher Konstruktions-, Leistungs- und Kennzeichnungsanforderungen erfüllt. | Auf dem Behälter (Typenschild), oft direkt neben dem CE-Zeichen. |
| CE-Zeichen | Erklärung des Herstellers zur Konformität mit EU-Richtlinien, insbesondere der Druckgeräterichtlinie. Signalisiert grundlegende Sicherheit. | Auf dem Behälter, oft zusammen mit anderen Kennzeichnungen. |
| VdS-Anerkennung | Gütesiegel für herausragende Qualität und Sicherheit, oft strengere Prüfungen als gesetzlich gefordert. Hohe Zuverlässigkeit und Effektivität. | Auf dem Behälter, oft mit Angabe der Anerkennungsnummer und des Prüfdatums. |
| MPA/TÜV-Prüfzeichen | Bestätigung der Konformität mit spezifischen Normen durch eine unabhängige Materialprüfungsanstalt oder einen Technischen Überwachungsverein. | Auf dem Behälter, oft mit Prüfnummer und Datum. |
| Brandklassen-Kennzeichnung | Symbole (A, B, C, D, F, G) die angeben, für welche Brandarten der Feuerlöscher geeignet ist. Wesentlich für die richtige Wahl des Löschmittels. | Auf dem Behälter, klar und deutlich gekennzeichnet. |
| Betriebstemperatur | Angabe des Temperaturbereichs, in dem der Feuerlöscher sicher und effektiv eingesetzt werden kann. | Auf dem Behälter (Typenschild). |
| Löschmittelmenge und -art | Genaue Bezeichnung des verwendeten Löschmittels (z.B. Schaum, Pulver, Wasser, CO2) und dessen Menge in Kilogramm oder Liter. | Auf dem Behälter (Typenschild). |
Die verschiedenen Brandklassen und ihre Bedeutung
Die Kennzeichnung der Brandklassen auf einem Feuerlöscher ist entscheidend für seine korrekte Anwendung. Ein falscher Feuerlöscher kann im Brandfall nicht nur unwirksam sein, sondern die Situation sogar verschlimmern.
- Brandklasse A: Brände fester Stoffe, hauptsächlich organischer Natur, die normalerweise unter Glutbildung verbrennen. Beispiele: Holz, Papier, Textilien, Kunststoffe.
- Brandklasse B: Brände von flüssigen oder schmelzenden brennbaren Stoffen. Beispiele: Benzin, Öl, Wachs, Lacke, Fette.
- Brandklasse C: Brände von gasförmigen brennbaren Stoffen. Beispiele: Erdgas, Stadtgas, Wasserstoff, Propan, Butan.
- Brandklasse D: Brände von Metallen. Beispiele: Magnesium, Aluminium, Natrium, Kalium. Diese Brände erfordern spezielle Löschmittel.
- Brandklasse F: Brände von Speisefetten und -ölen in Fettbackgeräten und Friteusen. Diese Brände sind besonders tückisch, da sie sich explosionsartig ausbreiten können.
- Brandklasse E (historisch): Brände von Geräten unter Spannung (elektrische Brände). Moderne Feuerlöscher sind oft für die Brandklasse E mit geeignetem Löschmittel (z.B. CO2, Pulver) ausgelegt, aber die offizielle Kennzeichnung ist nur noch für die Klassen A-F gültig. Die Eignung für elektrische Brände wird separat angegeben.
Du solltest immer sicherstellen, dass dein Feuerlöscher für die Brandklassen geeignet ist, die in deinem Umfeld potenziell auftreten können. Ein Universal-Feuerlöscher (oft mit ABC-Kennzeichnung) deckt die gängigsten Brandarten ab.
Regelmäßige Prüfung und Wartung
Die bloße Anwesenheit von Prüfzeichen garantiert nicht die dauerhafte Funktionsfähigkeit eines Feuerlöschers. Regelmäßige Inspektionen und Wartungen sind gesetzlich vorgeschrieben und unerlässlich, um die Einsatzbereitschaft zu gewährleisten.
- Auflagen nach DIN 14406 Teil 4: Diese Norm regelt die Instandhaltung von Feuerlöschern. Demnach muss jeder Feuerlöscher spätestens nach 2 Jahren einer vorgeschriebenen Wartung unterzogen werden. Alle 5 Jahre erfolgt eine Hauptinspektion.
- Sichtprüfung durch den Benutzer: Du solltest selbst regelmäßig (mindestens einmal im Quartal) eine einfache Sichtprüfung durchführen. Dabei kontrollierst du, ob der Feuerlöscher:
- unbeschädigt ist,
- am vorgesehenen Platz hängt,
- der Sicherungsstift und die Plombe vorhanden sind,
- das Manometer (falls vorhanden) im grünen Bereich steht,
- keine offensichtlichen Verstopfungen am Auslassventil bestehen.
- Fachmännische Wartung: Diese wird von qualifizierten Fachbetrieben durchgeführt. Sie beinhaltet die Überprüfung des Innendrucks, des Löschmittels, der Dichtungen und aller mechanischen Teile. Nach der Wartung wird der Feuerlöscher mit einem Wartungsetikett versehen, das das Datum der Wartung und das Datum der nächsten Prüfung angibt.
Zusammenhang zwischen Prüfzeichen und Versicherungsansprüchen
Im Schadensfall kann die Einhaltung von Brandschutzvorschriften und die ordnungsgemäße Wartung von Feuerlöschern entscheidend für die Regulierung von Versicherungsansprüchen sein. Wenn nachweislich keine zugelassenen und gewarteten Feuerlöscher vorhanden waren, kann die Versicherung die Leistung verweigern oder kürzen.
Das sind die neuesten Feuerlöscher Produkte
Eine VdS-Anerkennung ist oft ein starkes Argument gegenüber Versicherungen, da sie für eine besonders hohe Zuverlässigkeit spricht. Achte daher beim Kauf eines Feuerlöschers auf anerkannte Prüfzeichen und lasse die Wartungen regelmäßig durchführen und dokumentieren.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Feuerlöscher-Prüfnorm – welche Prüfzeichen sind wichtig?
Muss jeder Feuerlöscher ein CE-Zeichen haben?
Ja, Feuerlöscher, die innerhalb der Europäischen Union in Verkehr gebracht werden, müssen grundsätzlich die Anforderungen der relevanten EU-Richtlinien erfüllen und somit das CE-Zeichen tragen. Dies bestätigt die Konformität mit den grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen.
Was bedeutet die Angabe „55 A 233 B“ auf einem Feuerlöscher?
Diese Angaben sind Löschmittel-Leistungszahlen gemäß DIN EN 3-7. Die Zahl vor der Brandklasse A (hier 55) gibt an, wie viel Quadratmeter eines Brandes der Klasse A der Feuerlöscher löschen kann. Die Zahl vor der Brandklasse B (hier 233) gibt die entsprechende Leistung für Brände der Klasse B an. Höhere Zahlen bedeuten eine höhere Löschkraft.
Wie oft muss ein Feuerlöscher von einem Fachmann geprüft werden?
Gemäß DIN 14406 Teil 4 ist eine vorgeschriebene Wartung spätestens alle 2 Jahre und eine Hauptinspektion spätestens alle 5 Jahre fällig. Die genauen Intervalle können je nach Art des Feuerlöschers und den örtlichen Vorschriften leicht variieren.
Sind alte Feuerlöscher ohne aktuelle Prüfzeichen noch gültig?
Feuerlöscher, die noch nach älteren Normen oder ohne aktuelle Prüfzeichen hergestellt wurden, sind unter Umständen noch im Einsatz, aber ihre generelle Einsatzfähigkeit und die Anerkennung im Schadensfall können fraglich sein. Es ist ratsam, ältere Geräte durch moderne, normkonforme Feuerlöscher mit aktuellen Prüfzeichen zu ersetzen, insbesondere wenn gesetzliche Vorgaben oder Versicherungsempfehlungen dies verlangen.
Welche Feuerlöscher sind am besten für den privaten Haushalt geeignet?
Für den privaten Haushalt sind in der Regel Pulverlöscher (ABC) oder Schaum-Wasser-Löscher (AB) eine gute Wahl. Pulverlöscher sind vielseitig einsetzbar, können aber durch den feinen Staub bei der Anwendung auch Verschmutzungen verursachen. Schaum-Wasser-Löscher sind oft umweltfreundlicher und hinterlassen weniger Rückstände, sind aber nicht für alle Brandklassen (z.B. keine Brände von Gasen oder Metallen) geeignet. Achte auf die Kennzeichnung der Brandklassen und die empfohlene Größe des Feuerlöschers (oft 6 kg).
Kann ich selbst die Beschriftung auf einem Feuerlöscher entziffern?
Ja, die wichtigsten Informationen wie Prüfzeichen (CE, DIN-Normen), Brandklassen, Löschmittelart, Menge und Leistungsklassen sind in der Regel klar auf dem Typenschild des Feuerlöschers aufgedruckt. Auch das Datum der letzten Wartung und das Datum der nächsten Prüfung sollten auf einem Wartungsetikett ersichtlich sein.
Was passiert, wenn mein Feuerlöscher abgelaufen ist?
Ein „abgelaufener“ Feuerlöscher im Sinne der Wartungsintervalle ist nicht mehr für den bestimmungsgemäßen Einsatz geeignet und muss neu gewartet oder ersetzt werden. Die fortlaufende Wartung ist entscheidend, um die volle Funktionsfähigkeit zu gewährleisten. Ein nicht gewarteter Feuerlöscher kann im Ernstfall versagen, was gravierende Folgen haben kann.