Feuerlöscher-Löschleistung einfach erklärt und richtig einordnen

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Die Auswahl des richtigen Feuerlöschers für deine spezifischen Bedürfnisse ist entscheidend, wenn es um Brandschutz geht. Doch was bedeutet eigentlich die angegebene Löschleistung eines Feuerlöschers und wie kannst du sie korrekt einordnen, um im Ernstfall die bestmögliche Entscheidung zu treffen? Dieser Text liefert dir die essenziellen Informationen dazu, um die Klassifizierung und die Effektivität von Feuerlöschern zu verstehen.

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Was bedeutet Löschleistung bei Feuerlöschern?

Die Löschleistung eines Feuerlöschers gibt an, wie effektiv und mit welcher Kapazität dieser bestimmte Brandklassen bekämpfen kann. Sie ist nicht nur eine theoretische Angabe, sondern ein praktisches Maß für die tatsächliche Fähigkeit des Löschmittels und des Geräts, einen Brand zu löschen. Diese Leistung wird durch standardisierte Tests ermittelt und in verschiedenen Klassen und Einheiten ausgedrückt, die dir auf dem Gerät selbst und in den technischen Datenblättern zur Verfügung gestellt werden.

Brandklassen – Die Grundlage der Löschleistung

Um die Löschleistung eines Feuerlöschers richtig einordnen zu können, ist es unerlässlich, die verschiedenen Brandklassen zu verstehen. Diese Klassifizierung teilt Brände nach der Art des brennenden Materials ein, da unterschiedliche Materialien unterschiedliche Löschmittel und -methoden erfordern.

  • Brandklasse A: Brände fester, glimmfähiger Stoffe wie Holz, Papier, Textilien, Kunststoffe.
  • Brandklasse B: Brände von flüssigen oder schmelzenden brennbaren Stoffen wie Benzin, Öl, Fette, Lacke, Wachse.
  • Brandklasse C: Brände von gasförmigen brennbaren Stoffen wie Propan, Butan, Erdgas, Wasserstoff.
  • Brandklasse D: Brände von Metallen wie Magnesium, Aluminium, Natrium, Kalium. Diese Brände sind besonders gefährlich und erfordern spezielle Löschmittel.
  • Brandklasse F: Brände von Speiseölen und -fetten in Küchengeräten. Diese Klasse wurde speziell für die Brandbekämpfung in gewerblichen Küchen eingeführt.

Die Kennzeichnung der Löschleistung: Buchstaben und Zahlen

Die Löschleistung von Feuerlöschern wird in der Regel durch Buchstabenkombinationen, die den Brandklassen entsprechen, und oft durch eine Zahlenangabe, die die Kapazität des Löschers repräsentiert, gekennzeichnet. Du findest diese Angaben prominent auf dem Feuerlöscher angebracht.

  • Buchstaben: Die Buchstaben (A, B, C, D, F) auf dem Feuerlöscher geben an, für welche Brandklassen der Löscher geeignet ist. Ein Löscher mit der Kennzeichnung ABE ist also für feste Stoffe, flüssige Stoffe und Gase geeignet.
  • Zahlen (für Brandklasse A und B): Bei Brandklasse A und B gibt es zusätzlich eine Zahlenangabe, die die Löschmittelmenge und damit die Löschkraft symbolisiert. Diese Zahl steht für die Menge an Wasser (in Liter), die ein vergleichbarer Wasserlöscher auf ein standardisiertes Brandobjekt aus Holz oder auf einen brennenden Ölbehälter ausüben würde. Je höher die Zahl, desto leistungsfähiger ist der Löscher für diese spezifische Brandklasse. Beispielsweise kann ein Löscher mit der Kennzeichnung 13A eine bestimmte Größe eines Brandes der Klasse A löschen, während ein Löscher mit 21A eine größere Brandfläche bewältigen kann. Ähnlich verhält es sich mit der Klasse B: Eine Zahl wie 183B bedeutet, dass der Löscher eine bestimmte Menge eines brennenden Ölbehälters löschen kann.
  • Spezielle Kennzeichnungen: Für Brandklassen D und F gibt es oft eigene, spezialisierte Löscher mit spezifischen Löschpulvern oder -mitteln, die nicht immer durch eine einfache Zahl gekennzeichnet sind, sondern durch Hinweise auf die Eignung für bestimmte Metalle oder Fette.

Arten von Feuerlöschern und ihre typische Löschleistung

Die Art des Löschmittels in einem Feuerlöscher bestimmt maßgeblich seine Löschleistung und die Brandklassen, die er effektiv bekämpfen kann.

Schaumlöscher

Schaumlöscher sind sehr vielseitig und eignen sich hervorragend für die Brandklassen A und B. Sie wirken durch Ersticken (Abdichten der Brandfläche durch Schaum) und Kühlen (durch das Wasser im Schaum). Ihre Löschleistung wird oft mit Zahlen wie 6A und 43B angegeben. Dies bedeutet, sie können einen bestimmten Holzstapel (entsprechend 6 Liter Wasser) und eine bestimmte Menge brennender Flüssigkeit (entsprechend 43 Liter Wasser) löschen.

Pulverlöscher

Pulverlöscher sind sehr wirksam und für die Brandklassen A, B und C geeignet (ABC-Pulverlöscher). Sie wirken primär durch eine chemische Hemmung der Verbrennung und physikalisch durch eine Überdeckung des Brandgutes. Die Kennzeichnung kann beispielsweise 8A, 60B, 72F sein. Die Zahlen geben hier eine relative Vergleichsbasis für die Löschkraft in den jeweiligen Brandklassen an. Pulverlöscher hinterlassen jedoch eine erhebliche Verschmutzung.

Wasserlöscher

Diese sind primär für die Brandklasse A konzipiert. Sie kühlen das Brandgut und unterbinden so die weitere Brennreaktion. Ihre Kennzeichnung ist in der Regel nur die Zahl für Brandklasse A, z.B. 21A. Sie sind umweltfreundlich, aber nicht für flüssige Brände oder Brände unter Spannung geeignet.

CO2-Löscher (Kohlendioxidlöscher)

CO2-Löscher sind ideal für die Brandklasse B und eignen sich auch für die Bekämpfung von Bränden in elektrischen Anlagen (keine Rückstände, kein Schaden an elektrischen Geräten). Sie wirken durch Ersticken, indem sie den Sauerstoff verdrängen. Die Kennzeichnung erfolgt oft mit Zahlen wie 34B. Sie sind jedoch weniger wirksam bei Brandklasse A und können bei größeren Bränden schnell ihre Wirkung verlieren.

Fettbrandlöscher (Brandklasse F)

Diese Löscher sind speziell für Brände von Speiseölen und -fetten (Brandklasse F) entwickelt worden. Sie bilden eine saponifizierende (verseifende) Schutzschicht, die das erneute Entflammen verhindert. Die Kennzeichnung erfolgt oft als F, manchmal ergänzt durch Angaben zur Größe des zu löschenden Behälters, z.B. 5F.

Wichtigkeit der richtigen Einordnung der Löschleistung

Eine korrekte Einordnung der Löschleistung ist unerlässlich, um:

  • Die Sicherheit zu gewährleisten: Ein ungeeigneter Löscher kann einen Brand verschlimmern oder im schlimmsten Fall gar nicht erst löschen.
  • Gesetzliche Vorschriften zu erfüllen: In vielen Bereichen (z.B. Arbeitsstätten, öffentliche Gebäude, Fahrzeuge) sind spezifische Feuerlöscher mit ausreichender Löschleistung vorgeschrieben.
  • Wirtschaftliche Schäden zu minimieren: Ein schnell und effektiv gelöschter Brand verhindert größere Zerstörung.
  • Das richtige Werkzeug für den Ernstfall zu haben: Du musst auf den Löscher vertrauen können, wenn es darauf ankommt.

Übersicht über Feuerlöscher-Eignung und Leistung

Brandklasse Beschreibung Typische Löscher Beispielhafte Kennzeichnung (Zahl steht für relative Löschkraft) Wichtige Hinweise
A Feste, glimmende Stoffe (Holz, Papier) Wasser, Schaum, Pulver A (z.B. 6A, 13A, 21A) Kühlen ist hier die primäre Löschmethode.
B Flüssige oder schmelzende Stoffe (Benzin, Öl) Schaum, Pulver, CO2 B (z.B. 34B, 183B, 233B) Ersticken und Kühlen sind wichtig. Nicht mit Wasser bei größeren Mengen brennender Flüssigkeit löschen!
C Gase (Propan, Erdgas) Pulver, CO2 (ggf. Speziallöscher) C Erfordert oft das Absperren der Gaszufuhr vor dem Löschen.
D Metalle (Magnesium, Aluminium) Spezialpulverlöscher D (spezifische Kennzeichnung für Metalltyp) Extrem hohe Temperaturen, besondere Vorsicht geboten. Wasser ist hier absolut kontraproduktiv!
F Speiseöle und -fette (Küche) Fettbrandlöscher F (z.B. 5F) Spezialmittel zur Verseifung des Brandgutes.
Elektrische Anlagen (bis 1000 V Wechselspannung) Brände in oder an elektrischen Geräten CO2, Pulver (speziell ausgewiesen) E (oft als Zusatzkennzeichnung, z.B. bei Pulverlöscher) Keine Rückstände erwünscht, kein Stromschlagrisiko durch Löschmittel.

Wie liest du die Prüfplakette und Normen?

Auf jedem Feuerlöscher befindet sich eine Prüfplakette, die das Datum der letzten Prüfung und das Datum der nächsten Prüfung angibt. Diese Plakette enthält auch Informationen über den Hersteller und die Art des Löschers. Zusätzlich sind die wesentlichen Kennzeichnungen zur Löschleistung und Brandklassen auf dem Gehäuse des Feuerlöschers angebracht. Achte auf die DIN-Normen oder EN-Normen, nach denen der Löscher geprüft und zertifiziert wurde. Dies ist ein Indikator für Qualität und Zuverlässigkeit.

Besondere Überlegungen zur Löschleistung

Die angegebene Löschleistung ist immer ein Richtwert, der unter idealen Bedingungen im Labor erzielt wurde. Im Ernstfall können Faktoren wie die Zugänglichkeit des Brandes, die Umgebungstemperatur, die Windverhältnisse und deine eigene Sicherheit die tatsächliche Effektivität beeinflussen. Daher ist es ratsam, immer einen Löscher zu wählen, dessen angegebene Löschleistung über das Minimum hinausgeht, das du für deine potenzielle Brandrisiken benötigst.

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FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Feuerlöscher-Löschleistung einfach erklärt und richtig einordnen

Was bedeutet die Zahl 13A auf einem Feuerlöscher?

Die Zahl 13A auf einem Feuerlöscher gibt an, dass dieser Löscher die Leistung eines Wasserlöscher mit 13 Litern Wasser hat, um einen standardisierten Brand der Brandklasse A (feste, glimmende Stoffe wie Holz) zu löschen. Je höher die Zahl, desto größer die Löschkraft für Brandklasse A.

Sind Pulverlöscher immer die beste Wahl, weil sie oft für A, B und C geeignet sind?

Pulverlöscher sind sehr vielseitig und wirksam, aber sie hinterlassen eine feine Pulverwolke, die Elektronik und empfindliche Geräte beschädigen kann und die Sicht stark beeinträchtigt. Für den Einsatz in Büros, Serverräumen oder Wohnhäusern, wo oft Brandklasse A oder B relevant ist, können Schaum- oder CO2-Löscher je nach Situation eine bessere Wahl sein, da sie weniger Rückstände hinterlassen.

Kann ich einen Feuerlöscher der Klasse B auch für Speiseölbrände (Klasse F) verwenden?

Nein, das ist in der Regel nicht ratsam. Obwohl beide Brandklassen flüssige Stoffe betreffen, sind Brände von Speiseölen und -fetten in Küchen besonders heimtückisch, da sie extrem hohe Temperaturen erreichen und leicht zu einer Fettexplosion führen können. Spezielle Fettbrandlöscher (Klasse F) bilden eine schützende Schaumschicht, die das erneute Entflammen verhindert, was mit einem normalen Schaum- oder Pulverlöscher so nicht gewährleistet ist.

Wie oft muss ein Feuerlöscher geprüft werden, um seine Löschleistung zu gewährleisten?

Feuerlöscher müssen regelmäßig geprüft werden. Die Erstprüfung erfolgt durch den Hersteller, danach sind wiederkehrende Prüfungen vorgeschrieben. In Deutschland müssen tragbare Feuerlöscher gemäß DIN 14406-4 alle zwei Jahre von einem Sachkundigen auf ihre Funktionsfähigkeit und die richtige Löschleistung überprüft werden. Die Prüfplakette auf dem Gerät gibt Auskunft über das Datum der letzten Prüfung.

Was ist der Unterschied zwischen der Kennzeichnung „B“ und einer Zahl wie „183B“?

Das „B“ kennzeichnet die Eignung für Brände flüssiger oder schmelzender Stoffe. Die Zahl davor, wie „183B“, gibt die relative Löschkraft des Feuerlöschers für diese Brandklasse an. Sie orientiert sich an der Menge eines brennenden Ölbehälters, den der Löscher löschen kann. Eine höhere Zahl bedeutet hier eine höhere Löschleistung.

Welche Löschleistung brauche ich für mein Auto?

Für ein Auto sind in der Regel Feuerlöscher mit der Kennzeichnung ABC oder BC empfohlen. Eine gängige Größe ist ein 2 kg Pulverlöscher (z.B. 8A, 60B, 72F) oder ein 2 Liter Schaumlöscher (z.B. 5A, 40B). Die genauen Vorschriften können je nach Fahrzeugtyp und Verwendungszweck variieren.

Kann ein kleiner Feuerlöscher die gleiche Löschleistung haben wie ein großer?

Nein, die Größe und Füllmenge eines Feuerlöschers korrelieren direkt mit seiner Löschleistung, insbesondere bei den Brandklassen A und B, wo dies durch Zahlen angegeben wird. Ein kleinerer Löscher hat eine geringere Menge an Löschmittel und somit eine geringere Kapazität, einen Brand zu löschen, verglichen mit einem größeren Modell der gleichen Art.

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